Kategorie: Transformation

Es geht um nichts weniger als um die Abschaffung der Herrschaft, egal ob diese sich in persönlicher Abhängigkeit oder in Sachzwängen äußert. Es geht nicht an, dass Menschen anderen Menschen unterworfen bzw. ihren Geschicken und Strukturen hilflos ausgeliefert sind. Selbstherrschaft wie Selbstbeherrschung sind unsere Sache nicht. Herrschaft ist mehr als Kapitalismus, aber der Kapitalismus ist das bisher entwickelteste, komplexeste und destruktivste System von Herrschaft. Unser Alltag ist so konditioniert, dass wir den Kapitalismus täglich reproduzieren, uns verhalten, als gäbe es keine Alternativen.

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Chronologisch

    Warum die bürgerliche Gesellschaft sich in ein Irrenhaus verwandelt und auch verwandeln kann

    Sobald die Logik des Systems einmal außer Kraft gesetzt ist – und das ist mit den systeminduzierten Automatisierungstendenzen innerhalb der Sphäre der Produktion sowie, neuerdings, auch innerhalb der Sphäre der Konsumtion durchaus der Fall -, kann es ein rationales Agieren im Rahmen des Systems gar nicht mehr geben. Wenn die Maschinerie durcheinandergerät, wenn die Systemzusammenhänge auseinanderbrechen, wenn das „Regelwerk“ auf den Kopf gestellt ist, wenn das Konsequens somit aus dem Antezedens nicht mehr hervorgeht, dann sind Strategien, die aus der Funktionsweise des bürgerlichen Systems, wie sie bisher gegeben war, abgeleitet sind, offenbar gegenstandslos, und es kann nur mehr ein ad-hoc-Verhalten geben: ein volatiles, spontanes, und daher in der Tendenz irrationales und absurdes Agieren. Denn dann ist es ohnedies schon egal, was ins Werk gesetzt wird. Und das haben wir jetzt vor unseren Augen.

    Sobre alguien que nada oculta, pero escamotea todo.

    ¿Hay alguna razón para escribir otro ensayo sobre Donald Trump? Si estuviéramos medianamente satisfechos con lo dicho, en realidad no. Sin embargo, no es así. Entonces, ¿por qué millones de personas siguen fascinadas con sus apariciones y con sus salidas; están muy entusiasmadas o profundamente consternadas?

    Von einem, der nichts kaschiert, aber alles faschiert

    Gibt es einen Grund, noch einen Essay über Donald Trump zu schreiben? Wäre man mit dem Gesagten halbwegs zufrieden, dann eigentlich nicht. Indes, dem ist nicht so. Warum folgen also Millionen wie gebannt seinen Auftritten und Ausritten, sind schwer begeistert oder tief bestürzt? Keine Gründe kann es nicht geben.

    Was der „Kampf gegen rechts“ verdrängt

    Corona, Krieg, Klima: Das Krisenmanagement trägt autoritäre und totalitäre Züge. Linke verteidigen das, auch weil sie den Kapitalismus nicht verstehen.

    Die Strategen des Silicon Valley haben ihren Produkten den Stempel der Herrschaft eingeprägt und sie als soziale Technologien maskiert – ausgerichtet auf Wettbewerb, Effizienz und Selbstoptimierung.

    Um zeigen zu können, wie man sich gegen rechts wehren kann, müsse ich erst einmal wissen, was links ist – dies ein Bruchstück aus einer Unterhaltung darüber, wie wir mit der „Ideolotterie“, einem Unterstützungsprojekt, einer Art Coaching für Linke in der ideologischen Diaspora, fortfahren könnten.

    Es würde schon helfen. Das Eingeständnis der eigenen Verstricktheit wäre ein notwendiger erster Schritt. Ent-Täuschung steht am Beginn aller Befreiung. Doch unserem Denken scheint kaum etwas ferner. Wir überschätzen unsere Spielräume.

    Man spricht nicht, was man sprechen will, man spricht, was gesprochen werden soll. Sprache ist keine Gabe, sondern eine Gebung. Menschen treten als ihre Charaktermasken auf. Man entspricht Erwartungen und man erwartet Entsprechungen.

    Die „rücksichtslose Kritik der bestehenden Verhältnisse“ birgt wenn nicht gleichzeitig eine positive Gegenvision sie begleitet, die Gefahr in unbestimmter bis destruktivistischer Negation zu enden. Umgekehrt kann eine utopische Zukunftsfantasie ohne kritische Analyse der Gegenwart schnell unglaubwürdig und weltfremd erscheinen. Meine These: Gerade in der Verbindung von schonungsloser Gesellschaftskritik und imaginativer Utopie liegt eine enorme schöpferische Kraft.

    Ein Blickpunkt (von vielen)

    Jedes historische System, und das ist trivial, durchläuft verschiedene Phasen, und dieser Phasenablauf ist nicht reversibel. Das System mag, was seine prinzipielle Funktionsweise angeht, zwar immer noch dasselbe System sein, die „Phänomene“ indes ändern sich – die Ausdrucksformen mithin, welche gleichsam den Kern des Gesellschaftssystems (die Eigentumsstruktur und die Klassenrelationen) „realisieren“, unterliegen einer beständigen Transformation.