Kategorie: Lebensweise

Dieses Leben und seine Perspektiven sind zum Abgewöhnen. Wir sind ja nicht nur im Großen, sondern ganz alltäglich in den ganz kleinen Dingen gegeneinander aufgestellt in der Ordnung der Herrschaft und der Konkurrenz, die längst in unser Denken, ja unser Fühlen eingedrungen ist. Sich behaupten können bei „Jeder ist sich selbst der Nächste“ und „Nimm, was du kriegen kannst“ ist heute nicht einmal mehr „das schlecht entworf’ne Skizzenbild des Menschen, den es erst zu zeichnen gilt“ (Jura Soyfer). Es ist schlicht zum Ekeln.

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Chronologisch

    Haben wir sie schon oder bekommen wir sie erst oder sind wir gerade irgendwo dazwischen oder ist schon die Frage Unsinn? Ist das noch Zukunft oder werden da böse Träume schleichend Alltag?

    Thesen zum Phänomen des Staus

    Stau meint, dass zuviel zugleich zuort ist. Die konkreten Kontingentierungen des Daseins – seien es Menschen oder Geräte, Lebensmittel oder Müll – kollidieren in ihren Zeit-Raum-Koordinaten. Je schneller es geht, desto langsamer es wird.

    Das „Automobil“ sollte eigentlich „Auto-mobile“ heißen; ein Kunstwort, das aus dem altgriechischen „auto“ – selbst – und dem lateinischen „mobile“ – beweglich – zusammengesetzt ist. Gemeint ist mit diesem Begriff, den es erst seit gut hundert Jahren gibt, ein Fahrzeug, ein Wagen, vor den man kein Zugtier spannen muss, sondern einer, der „von selbst“ fährt.

    Ein Versuch über das Auto

    Der kapitalistische Expansionsdrang verlangt jedoch unaufhaltsam nach mehr Geschwindigkeit und das Auto entwickelt sich zum kapitalistischen Motor. Sogar eine ganze wirtschaftsgeschichtliche Epoche wird nach einem seiner Exemplare benannt: der Fordismus.

    Zu Goethes Gedicht Heidenröslein. Ein literargeschichtlicher Exkurs zur MeToo-Debatte

    Es ist klar, worum es hier geht: Das Röslein steht metaphorisch für eine junge Frau. Ein junger Mann begegnet ihr auf der Heide, also einem einsamen Ort, und will Sex von ihr. Sie sagt entschieden Nein, wehrt sich gegen die Gewalt mit der Wehr, die ihr zur Verfügung steht – stach – und wird trotz ihrer Gegenwehr vergewaltigt.

    Ansätze einer neuen Sozialität entstehen, die sich kritisch zur kapitalistischen Marktwirtschaft stellt. An vielen Stellen bahnen sich neue Verbindungen zwischen Arbeitenden, Konsumierenden und von Arbeit und Konsum indirekt Betroffenen an.

    Für den Mehrheitsmarxismus ist das Ende wichtig, die Ausbeutung, die ungerechte Reichtumsverteilung und der Klassenwiderspruch. Für die Minderheit ist der Anfang wichtig…

    Zur Verwilderung des Denkens im Kontext des ikonischen Komplexes

    Das, was diese Medien zugänglich machen, wird nicht als vermittelt, sondern als real erlebt wahrgenommen, auch wenn man weiß, dass es sich um das Produkt eines Mediums handelt. Man erlebt es als Teil seines Alltags. Das, was man sieht oder hört, vermittelt den Eindruck, dabei gewesen zu sein. Das Verhältnis zur Welt jenseits des Alltags erscheint so als ein unmittelbares, obwohl es in Wirklichkeit medial herbeigeführt wird. Hier geht jede Distanz durchweg verloren, eine Distanz, die für das Denken, die Reflexion von Zusammenhängen gesellschaftlicher Dimension notwendig ist.

    Mein Führerschein sieht aus, als hätte ich im vorhergehenden Jahrtausend eine allzu preiswerte Geschlechtsumwandlung vornehmen lassen; schon das billige Porträtfoto aus dem Automaten vor dem Passage-Kaufhaus macht mich bei jeder Verkehrskontrolle zum Gespött der Kieberei.

    Eine Wortklauberei

    Die Herkunft eines Wortes und die Geschichte seiner Bedeutung helfen nicht selten zu klarerem Verständnis. So bewohnt und verteidigt schon dem Wortsinn nach der „Bürger“, der „Bourgeois“ die „Burg“