Schlagwort: Streifzüge 2024-89

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Chronologisch

    Corona-Aufarbeitung in Österreich

    Nachdem der absolut renommierte und reputierte Soziologe Alexander Bogner nun vor einigen Tagen mit dem Preis für Wissenschaftsfreiheit des Netzwerks Wissenschaftsfreiheit ausgezeichnet wurde, wollen wir nach der Laudatio von Konrad Paul Liessmann auch unsere etwa weniger schmeichelhafte Einschätzung dieser Koryphäe der Wissenschaft anlässlich seiner viel gelobten Aufarbeitung zur Corona-Pandemie in Erinnerung rufen.

    Über die Einbettung der Gesellschaft in die Marktform

    „Nichts war natürlich an der Praxis des Laissez-faire; freie Märkte wären niemals bloß dadurch entstanden, dass man den Dingen ihren Lauf ließ.“ (Polanyi)

    „Dichter des Aufruhrs und der Freiheit, der mühelos zugleich der Dichter der Liebe ist.“ Mit diesen Worten beschrieb Albert Camus seinen engen Vertrauten, den Schriftsteller und Résistance-Kämpfer René Char. – Man möchte Camus entgegenrufen: „Danke, gleichfalls!“

    Zu den Auswirkungen des Verlusts dialektischen Denkens

    Das Wort als solches hört man zwar gelegentlich immer noch: „Dialektik“ oder „dialektisch“. Es wird dann und wann ganz gerne im Munde geführt, nicht selten allerdings auf eine Weise, dass man sich nicht sicher ist, ob die Beteiligten wirklich wissen, was es eigentlich genau bedeuten soll.

    Über das schlichte Bedürfnis nach Verleugnung

    Jahre nach der Atomkatastrophe in Fukushima, aber nicht so viele Jahre, wie es jetzt her ist, äußerte eine Frau, die drauf und dran war, in den kontaminierten Bezirk zurückzukehren, in einer Reportage so etwas wie: dass sie ihr Leben am gewohnten Ort wiederaufnehmen wolle.

    Im zweiten Teil der kleinen Serie über gesellschaftliche Planung wende ich mich einem alten anarchistisch motivierten Modell zu, der Partizipatorischen Ökonomie, kurz: Parecon.

    Zum Wahnsinn diverser Gegebenheiten. Eine lose Sammlung

    Am schlimmsten agieren derzeit die Grünen. Während die ehemaligen Großparteien sich noch gelegentlich opportunistischen, protektionistischen und unsauberen Kompromissen hingeben und so auch zu diversen Zurückhaltungen neigen, sind die Grünen inzwischen die Partei der Überzeugungstäter geworden. Die lavieren gar nicht mehr. Sei es der Ausstieg aus dem russischen Gas, seien es die Waffenlieferungen an die Ukraine, alles trieft von Ideologie und Moral. Als Inquisitoren eines Menschenrechtsimperialismus machen sie mobil.

    Die Debatten sind entkontextualisiert: kein Kontext, kein Zusammenhang, keine Analyse, mehr noch: Analyseverbote ohne Ende, erst Corona, dann Ukraine, nun auch Israel/Palästina. Wer sich diesem Verbot widersetzt ist ein Systemrisiko, wird bedroht durch existentielle Gefährdungen bis zum Berufsverbot.

    Als prorussische Kriegspropaganda gilt im Westen alles, womit eins auf die Beteiligung von USA, NATO und EU an der Entwicklung zum und im Krieg hinweisen, ja selbst eine Äußerung des Papsts, in der er für sofortige Friedensverhandlungen eintritt.

    Derrida liest Kafkas Vor dem Gesetz

    Kafkas Erzählung Vor dem Gesetz ist ursprünglich in den Roman Der Process von 1914/15 eingebaut. Die Hauptfigur Josef K. steht unter einer ihm nicht bekannten Anklage, und er versucht vergeblich zum Gericht vorzudringen, um über seinen Fall Klarheit zu gewinnen.