„Wir protestieren nicht, darüber sind wir hinaus. Wir möchten nicht
Demokratie und Politik neu erfinden. Wir kämpfen nicht für Gleichheit
und Gerechtigkeit und wir berufen uns auf keinen freien Willen.
Wir stehen für die restlose Entwertung der Werte, für den Bruch mit dem
Repertoire der Hörigen, die gemeinhin Bürger genannt werden.“

Aktuelles

Unsere letzten 4 Beiträge

Widerwärtige Überlegungen zu den Betriebsstörungen der Normalität

Ob etwas ein Skandal wird oder nicht, entscheidet sich am medialen Nutzen. Aufdecken ist inzwischen zum medialen Porno geworden. Auch die Ausbildung der Youngsters ist ganz darauf programmiert. Stierln statt denken ist angesagt. Ein Grundproblem bürgerlicher Medien ist, dass die Welt an Skandalen abgehandelt wird und nicht die Welt als Skandal. Skandal, Affäre, Korruption inszenieren Systemmedien vielmehr als Abweichungen, die inkriminierten Handlungen werden als wider die Logik bürgerlicher Werte behauptet.

Corona-Aufarbeitung in Österreich

Nachdem der absolut renommierte und reputierte Soziologe Alexander Bogner nun vor einigen Tagen mit dem Preis für Wissenschaftsfreiheit des Netzwerks Wissenschaftsfreiheit ausgezeichnet wurde, wollen wir nach der Laudatio von Konrad Paul Liessmann auch unsere etwa weniger schmeichelhafte Einschätzung dieser Koryphäe der Wissenschaft anlässlich seiner viel gelobten Aufarbeitung zur Corona-Pandemie in Erinnerung rufen.

Rezension zu Nils Meier: Das Groteske ist Mimesis ist Allegorie.

Eine „verkehrte Welt“, nennt Marx die Gesellschaft der warenförmigen Moderne. Dichter, noch fern aller gesellschaftstheoretischen Durchdringung, aber mit Sensibilität für die Veränderungen in der Gesellschaft stehen ihm nicht nach.

Warum die bürgerliche Gesellschaft sich in ein Irrenhaus verwandelt und auch verwandeln kann

Sobald die Logik des Systems einmal außer Kraft gesetzt ist – und das ist mit den systeminduzierten Automatisierungstendenzen innerhalb der Sphäre der Produktion sowie, neuerdings, auch innerhalb der Sphäre der Konsumtion durchaus der Fall -, kann es ein rationales Agieren im Rahmen des Systems gar nicht mehr geben. Wenn die Maschinerie durcheinandergerät, wenn die Systemzusammenhänge auseinanderbrechen, wenn das „Regelwerk“ auf den Kopf gestellt ist, wenn das Konsequens somit aus dem Antezedens nicht mehr hervorgeht, dann sind Strategien, die aus der Funktionsweise des bürgerlichen Systems, wie sie bisher gegeben war, abgeleitet sind, offenbar gegenstandslos, und es kann nur mehr ein ad-hoc-Verhalten geben: ein volatiles, spontanes, und daher in der Tendenz irrationales und absurdes Agieren. Denn dann ist es ohnedies schon egal, was ins Werk gesetzt wird. Und das haben wir jetzt vor unseren Augen.

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