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Wölflingseder, Maria

Maria Wölflingseder, geb. 1958 in Salzburg, seit 1977 in Wien. Sozialakademie & Studium der Pädagogik und Psychologie, Dr. phil. Arbeitsschwerpunkte: Kritische Analyse von Esoterik, Biologismus und Ökofeminismus; Kritik am Fetisch Arbeit und dem Umgang mit Arbeitslosen und Armen; zahlreiche Buchbeiträge. Mitglied der Redaktion der Streifzüge; u.a. Mitherausgeberin von „Dead Men Working – Gebrauchsanweisungen zur Arbeits- und Sozialkritik in Zeiten kapitalistischen Amoklaufs“, Münster 2004 (2. Auflage 2005). Auch in der Literatur zu Hause. Veröffentlichungen von Lyrik in Literaturzeitschriften.

Verfasste Beiträge

Chronologisch sortiert

    Streifzüge 45/2009 von Maria Wölflingseder Ich war noch fast ein Kind, da wollten mir diese widersinnigen Aufforderungen, die ständig durch die Medien geisterten, schon nicht einleuchten. Einerseits sollen wir uns ökologisch verhalten, die Umwelt tunlichst nicht belasten,sie mit möglichst wenig CO2 verschmutzen und andererseits müssen wir die Wirtschaft ankurbeln, also kaufen, kaufen, kaufen – ...

    Streifzüge 45/2009 von Maria Wölflingseder Viel wird über die Wirtschaftskrise berichtet – überwiegend Nonsens, selten Richtiges. Vor dem Hintergrund der medialen Gesundbetmühle lässt die Feststellung eines Psychologen aufhorchen: Nachrichten über eine Katastrophe werden zuerst vehement verdrängt und viel später erst leidvoll wahrgenommen – oft verbunden mit aggressivem Verhalten. – Auch vor de...

    Streifzüge 44/2008 von Maria Wölflingseder Seit mit der Strategie "Immer-weiter, Immer-höher, Immer-schneller" keine Beute mehr zu machen ist, werden die verzweifelten Versuche, das Business auch am Totenbett noch aufrechtzuerhalten, höchst penetrant. Business as usual is over - seine Adepten schlagen umso wilder um sich. Sie treffen jeden, keiner entkommt dem irren Treiben. Kaum habe ich mich ...

    Streifzüge 43/2008 - Kolumne Dead Men Working von Maria Wölflingseder Der dernier cri hallt frohgemut durch die Feuilletons der Printmedien und durch die einschlägigen Sendungen des ORF-Radio Ö1, in dem sich die alternativ-links-liberalen Trendsetter ein Stelldichein geben. Ihre neuen Zauberformeln gegen Armut, Arbeitslosigkeit und alle anderen leidvollen Auswirkungen lauten: "Investieren Sie i...

    Streifzüge 41/2007 KOLUMNE Dead Men Working von Maria Wölflingseder Wer früher ohne Job war, war ein Versicherungsfall und wurde am Arbeitsamt wie ein Versicherungskunde behandelt - im Großen und Ganzen höflich, zuvorkommend, jedenfalls ohne Repressalien. Heute aber - wo sich das Arbeitsamt Arbeitsmarktservice (AMS) nennt und die Arbeitslosen großspurig als "Kunden" tituliert werden, begegnet m...

    Oder: Fußfesseln für Arbeitslose

    Streifzüge 40/2007 KOLUMNE Dead Men Working von Maria Wölflingseder "Nicht Arbeit, sondern Muße ist das Ziel des Menschen - oder schöne Dinge herstellen oder schöne Dinge lesen oder einfach die Welt mit Bewunderung und Entzücken betrachten." Oscar Wilde: Oscariana - Oder Wildes Denken, Zürich 2000. Ein aktueller Bestseller über den Müßiggang? Erstaunlich! Die Welt am Sonntag nennt ihn "eine ful...

    Streifzüge 39/2007 KOLUMNE Dead Men Working von Maria Wölflingseder Auf der Pampers-Windel-Werbung prangt unter dem Foto eines friedlich schlafenden Säuglings der Schriftzug: "Bitte nicht stören. Arbeite auf Hochtouren." Dass "dein Gehirn während der Nacht Millionen von Verbindungen herstellt, um all das zu verarbeiten, was du tagsüber erlebt hast", wird klein gedruckt erklärt. - Auf Hochtouren...

    Streifzüge 39/2007 von Maria Wölflingseder "Ein Aufatmen geht durch die bürgerliche Mitte, und auch die Gebildeten unter den Verächtern können es nicht mehr leugnen: Die totgesagte Religion ist ins Bewusstsein zurückgekehrt..." So beginnt Thomas Assheuer seinen Leitartikel in der ZEIT vom 8. Februar 2007 anlässlich der anlaufenden Serie "Was soll ich glauben? " über "Fluch und Segen der Weltrel...

    Oder: Warum nicht jenseits des Marktes konsumieren?

    Eines darf man in der Unterschichtdebatte nicht vergessen: Auch Bildung schützt nicht mehr vor Arbeitslosigkeit Kommentar im "Falter" Nr. 45/06 von Maria Wölflingseder Dass Arbeitslosigkeit vor allem die Ungebildeten treffe, ist ein hartnäckiger Mythos. Auch Robert Misik schreibt in seinem Kommentar Diagnose: Asozialität (Falter 43) bezüglich der Unterschicht-Debatte in Deutschland: "Bildungspo...

    Streifzüge 38/2006 KOLUMNE Dead Men Working von Maria Wölflingseder Heuer, im österreichischen Wahljahr, hat die Regierung eine Menge Geld locker gemacht - das AMS-Budget wurde um ein Drittel erhöht -, um die Arbeitslosen noch erfolgreicher aus der Statistik zu entfernen. Gemeinnützige Personalüberlasser sind die neuen Wundertäter. Arbeitslose verwandeln sich in ihren Händen auch ohne Job in Be...

    Streifzüge 38/2006 2000 Zeichen abwärts von Maria Wölglingseder Unlängst antworteten im Radio eine Sängerin und ein Sänger, beide ältere Semester, auf die Frage, was für sie missliebige Musik sei: Wenn aus einem Auto mit offenen Fenstern Popmusik mit unerträglichen Bässen dröhnt. Die Glücklichen, wenn sie nur damit gelegentlich behelligt werden! Sie sind nicht von drei Wohnungen umgeben, aus de...

    Über Fred Wanders Erinnerungen und die Bedeutung des Erzählens

    Streifzüge 38/2006 2000 Zeichen abwärts von Maria Wölflingseder Ein weißes Plakat, auf dem ein durchgestrichenes "Hätti-wari" (für unsere norddeutschen LeserInnen: "Hätt' ich - wär' ich") steht und durch ein "habi gmacht" ersetzt wurde. "Hätti-wari" tönte auch auf allen Radiosendern, flimmerte auf allen Fernsehstationen. Das Austrian Chapter der International Advertising Association (IAA) macht...

    Kommentar: Erfahrungen einer Langzeitarbeitslosen

    Streifzüge 37/2006 2000 Zeichen abwärts von Maria Wölflingseder "Der Kunde ist König", propagierte man früher. Heute hat der Konsument ein kritischer zu sein, der "grüne Punkt" am bunten Giftcocktail? . Er soll die Produkte der (bösen) "Geschäftemacher" meiden und anstatt dessen faire und ökologische zu gerechten Preisen kaufen. Wie aber gehen solche Attribute mit den Gesetzen des Marktes zusam...

    Streifzüge 37/2006 2000 Zeichen abwärts von Maria Wölflingseder Der Potsdamer Platz stellte in den "goldenen" Zwanziger Jahren die geistige und kulturelle Mitte Berlins dar, das Herz der damals pulsierenden vier Millionen Metropole. Im Zweiten Weltkrieg wurden 80 Prozent der Häuser zerstört, dann verlief die Mauer quer über das ehemalige Zentrum. Nach der Wiedervereinigung befand sich auf dem G...

    1. Arbeit – so heißt die Tätigkeit der Sklaven

    Streifzüge 36/2006 2000 abwärts von Maria Wölflingseder Sind's Fantasy- oder Gespenstergeschichten oder einfach Lügenmärchen, die uns in den Wirtschaftsblättern und den Karriere-Seiten der Tageszeitungen aufgetischt werden? "Die kreative Revolution. Es gibt wenige Dinge auf der Welt, die mich so sehr faszinieren wie die Revolution des Alltäglichen. Wenn aus einem banalen Fahrrad in wundersamer ...