Schlagwort: Streifzüge 2026-93
Alle Beiträge dieser Kategorie
Chronologisch
Eine Kurzbiographie von Ilse Bindseil
Als die Linke den Feminismus entdeckte, war ich noch mit dem Marxismus zugange, oder sagen wir lieber: mit Freud. Später war ich auf den Holocaust fixiert. Ich kann sagen, durch ihn bin ich nicht zum Kolonialismus gekommen.
Auf Spurensuche in bosnischen und mediterranen Gefilden
„Die wahre Macht Europas fußt auf der unbesiegbaren Vielzahl der Welten, die Europa bilden und die ihrerseits aus der Vielzahl europäischer Sprachen hervorgehen. Jede Sprache ist eine vollständige, vollkommene Welt, die sich von allen anderen Welten unterscheidet. Die Stärke Europas ist die Übersetzung. Die Stärke Europas ist die Möglichkeit, das zu verstehen, was sich nicht übersetzen lässt.“
Es gibt Wörter, deren Wirkung sich nicht darin erschöpft, ausgesprochen zu werden. Sie stiften Wahrheiten und modellieren Wirklichkeiten. Das Wort „Arbeitslosigkeit“ war für die österreichische Sozialdemokratie der 1930er Jahre eines davon.
Notizen zur Sozialkritik
Vergessen wir nicht, der Sozialstaat war stets eine Notlösung. Anstatt von der Not zu erlösen, hat er sie bearbeitet und verwaltet. Vergessen wir auch nicht, dass sein Medium immer Geld gewesen ist. Wenn es sich nun finanziell nicht mehr ausgeht, ist der Sparstift unvermeidbar und angesagt. Ritualisiertes Opfern steht auf der Tagesordnung.
Reflexionen aus der gesellschaftlichen Praxis
Es war das Jahr 1982, als ich zum ersten Mal die Pforte der Hohenstaufengasse 2 durchschritt. Freunde hatten mich mitgenommen. Unzählige Male habe ich bis zuletzt dieses Haus betreten. Doch die damalige Situation ist heute unvorstellbar.
Ein Plus von 19.400.000 Stunden. Im Vergleich zu 2024 haben die Österreicherinnen und Österreicher im Vorjahr mehr gearbeitet und auch davor war es jeweils mehr als in den Jahren davor. Das Gesamtarbeitsvolumen steigt und steigt.
Die letzten fünf Krisen, nämlich Weltwirtschaft-, Corona-, Klima-, Inflations- und Energiekrise, haben ein historisches Fenster für die Rückabwicklung der applizierten sozialen Rechte, welche der Fordismus hinterlassen hat und auf denen der zeitgenössische Sozial- und Wohlfahrtsstaat beruht, eröffnet.
Wir müssen schauen, dass das, was realistisch ist, nicht real wird, dafür aber das noch Unwirkliche wirklich! Deswegen machen wir auch alles Schlechte schlecht.
Widerwärtige Überlegungen zu den Betriebsstörungen der Normalität
Ob etwas ein Skandal wird oder nicht, entscheidet sich am medialen Nutzen. Aufdecken ist inzwischen zum medialen Porno geworden. Auch die Ausbildung der Youngsters ist ganz darauf programmiert. Stierln statt denken ist angesagt. Ein Grundproblem bürgerlicher Medien ist, dass die Welt an Skandalen abgehandelt wird und nicht die Welt als Skandal. Skandal, Affäre, Korruption inszenieren Systemmedien vielmehr als Abweichungen, die inkriminierten Handlungen werden als wider die Logik bürgerlicher Werte behauptet.