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Meindl, Dominika

Dominika Meindl, Entstehungsjahr 1978, Studium der Philosophie in Wien, arbeitet untertags als freibeutende Schreibmaschine von Texten aller Art, abends als Bloggerin (http://minkasia.blogspot.com) und Poetry Slammerin in Linz. Früher basale Kenntnisse der Dekonstruktion, heute banale Erkenntnisse im Mahlstrom des Alltags.

Verfasste Beiträge

Chronologisch sortiert

    Die Sehnsucht nach dem starken Mann, der Wunder verspricht, ist groß. Fast genauso groß wie die Sehnsucht nach einer flippigen Urlaubsdestination. Hier ein Vorschlag zur Güte und zwecks Weltrettung: Wenn das Volk nun so nach autoritärer Führung lechzt, warum ihm dann nicht eine Diktatur schenken?

    Streifzüge 63/2015 von Dominika Meindl 2000 Zeichen abwärts Heute Morgen überkam mich folgender Gedanke: Mitmenschen, die durch Schmauch meine Kleidung zum Miachteln bringen, möchte ich künftig mit nicht besonders teurem Parfüm besprühen. Wenn ihnen das missbehagt, verweise ich auf den Genuss, den mir das mache, und dass es meine Freiheit beschränke, wenn ich darauf verzichten müsse. Jetzt, nac...

    Beim Nachdenken über Sex ist mir neulich bewusst geworden, dass dieses Thema für mich abgefrühstückt ist. Erzählt jemand – sei es im Fernsehen, sei es beim Bier – über sein Liebesleben, verflüchtigt sich flugs der Sauerstoff in meinem Gehirn, ich schiele auf die Uhr und ich hoffe, dass bald wieder über Steuerrecht oder Ökostromeinspeisungstarife geredet wird. Der öffentliche Diskurs über die Kopulation hängt in den Seilen und: hinkt wie eine schlechte Metapher.

    Streifzüge 57/2013 | 2000 Zeichen abwärts von Dominika Meindl Wenig ist öder als das ewige Anbiedern der Leistungs- und Entscheidungsträger an den proletarischen Rasenspaß. „Schaut, ich bin toootal volksnah!“, tröten die Wichtigen von den Bildern, auf denen ihr feister Fuß nach dem Ball tritt. „Geht gefälligst Golf spielen, ihr Bonzen!“, brummt da die Arbeiterklasse. Und mit was? Mit Recht! Auc...

    Streifzüge 55/2012 2000 Zeichen abwärts von Dominika Meindl Zuweilen versuche ich öffentlich lustig zu sein, zuweilen verdiene ich sogar Geld damit. Denn wie ließen sich die Zumutungen der Realität anders ertragen als durch ironisch-seitliches dran Vorbeigehen? Wie den Zorn sinnvoller sublimieren als durch Satire? Der Humor ist doch das Öl, mit dem sich der Ringer im Kampf gegen das Böse unangr...

    Streifzüge 52/2011 2000 Zeichen abwärts von Dominika Meindl In Wahrheit sei es doch so, sagt Franz, dass nichts real sei. Da könne man in der Fiktion doch ruhig ein bisschen schwindeln. „Wirklich?“, frage ich. Ja schon, denn im Virtuellen sei das Echte fiktional, sagt Franz. Der Weise wisse, dass ein authentisches Leben in Realität eine Vielzahl an Narrationen sei. „Herrjeh, du bist mir irgendw...

    Streifzüge 49/2010 von Dominika Meindl Der Staat und ich – geht’s vielleicht eine Nummer kleiner? Ich meine, beides ist thematisch etwa so breit wie Russland oder ein Nachmittag im Zahnarztzimmer. Aber weil ich die Streifzüge so innig leiden mag, werfe ich flugs die stotternde Assoziationsmaschine an. Erstes kopfinternes Browse-Ergebnis: meine Beziehung zu Vater Staat. Hier ein paar vulgärpsych...

    Streifzüge 48/2010 von Dominika Meindl Freunde sind das Salz in der Ursuppe des Lebens. Ohne meine Freunde wüsste ich nicht, dass meine Frisur an einen totgefahrenen Frosch gemahnt. Dass Tschäcki Lugners Neuer im Sternzeichen und vom Gesicht her Ratte ist. Dass meine Hose backbords auch schon mal loser gesessen hat. Dass weibliche Frettchen an Östrogenvergiftung verenden, wenn ihnen in der Brun...

    Die Kulturhauptstadtkarawane zieht weiter, Meindl bellt ihr nach Von Dominika Meindl In wenigen Tagen wird sich in einem gloriosen, strahlebunten Feuerwerk die Kulturhauptstadt aus Linz verabschieden. Nun liegt ja der historische Sinn der Silvesterböllerei im Vertreiben böser Geister. So eine Interpretation hat aber Linz’09 nicht not. Denn: Es hat statt fieser Geister viele Gäste nach Linz gebr...

    Streifzüge 47/2009 von Dominika Meindl Dieser Beitrag entsteht nur zwei Meter von meinem Bett entfernt, ich trage sogar noch das Nachthemd. Schön, wenn man das prickelnd findet – der Kollateralnutzen einer Misere. Wer will denn schon seine Haut auf dem Arbeitsmarkt dafür verkaufen, um ebendas in einem größeren Raum zu erledigen? Außerdem muss sich noch vor der Büromiete zumindest jene für die W...

    Raunzende Streifzüge durch die Kultur- und Stahlhauptstadt, part 3 von Dominika Meindl Glückliches Linz, das du einen feschen Kulturstadtrat hast, der auf Plakaten dem kriminellen Gesindel mit dem schwarzen Zeigefinger droht. „Mehr Sicherheit für Linz“ schreit das Plakat. Böse Unken ergänzen „Auch an den stärkeren Tagen!“ Noch bösere Frösche raten dem Linzer George Clooney für Arme, doch gleich...

    Raunzende Streifzüge durch die Kultur- und Stahlhauptstadt, part 2 von Dominika Nicht unbeträchtlich war die Pause zwischen erstem und zweitem Teil des Kulturhauptstadtgeraunzes – aber wir kommen hier in Linz vor lauter Kultursensationen kaum zum Luftschnappen. Bunte Fahnen, Zirkuszelt, Riesenrad – jauchz! Oft kommt es nun vor, dass die Raunzerin auf den Stufen des frisch aufgesexten Ars Electr...

    * Raunzende Streifzüge durch die Kultur- und Stahlhauptstadt, part 1 von Dominika Bevor ich hier auch nur einen Finger zum Tippen krumm mache: Hat sich schon herumgesprochen, dass Linz heuer die Kulturhauptstadt Europas, ach was: der Welt (weil welcher ist der kulturellste Kontinent? Eben) sein darf? Viele werden sich schon gewundert haben, dass uns diese gewaltige Ehre nicht schon eher zuteilg...