Jahr: 2022

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Chronologisch

    Die schwere Krise der SPÖ ist mehr als eine Krise der Sozialdemokratie

    Von dem einst stabilen und robusten Apparat der Sozialdemokratie ist nichts mehr übrig geblieben. Die Funktionäre sind nur noch Knecht ihrer Lage, meist trostlose Gestalten, deren Agieren sich aufs Reagieren beschränkt. Sie haben nichts zu sagen, daher sagen sie, was sie aufzusagen haben und hinterlassen einen stets faden Eindruck. Textbausteine kullern in den Kanal. In den Medien werden sie vorgeführt.

    Setzt man die „Prosa des Denkens“ mit der „Aktivität“ neuronaler Netze auf Silizium-Grundlage gleich – und nichts könnte prosaischer sein als die Übertragung numerischer Werte zwischen künstlichen Neuronen –, mit einer „Aktivität“, deren Resultat dann automatisch generierte Elaborate ästhetischen Charakters sind , dann liegt Hegel wohl richtig, wenn er zu verstehen gibt, dass die Kunst eine Sache der Vergangenheit ist.

    Andreas Babler, das wusste man schon seit Monaten, wird fallen

    Die SPÖ ist nicht nur angeschlagen, man hat schon das Gefühl, dass ihre Tage gezählt sind. Dass es da nirgendwo einen Plan A gibt und auch kein Plan B mehr hilft. Außerdem woher nehmen? Woraus schöpfen? Sie verliert nach links und sie verliert nach rechts und die Mitte selbst wird auch immer dünner und dümmer.

    Rezension von Hermann Engster

    Im Mittelpunkt des vom polnischen (!) Regisseur Paweł Pawlikowski in nüchternem Schwarz-Weiß gehaltenen Films stehen Thomas Mann und seine Tochter Erika. Beide reisen im Sommer 1949 nach Deutschland.

    Anmerkungen zur Misere der Vokabulatur (IV)

    Demokratie unser! Wir sind und werden geradezu fixiert auf diese Projektion. In unserer Matrix ist unsere Demokratie unser aller Hutschpferd. Wir können uns in ihr und auf sie alles Erdenkliche einbilden. Das tun wir auch. Herrschaft verteidigt sie gegen jedwede Opposition und jedwede Opposition fordert sie ein.

    Im Schein fundamentaler Konfrontation zelebriert die Politik ihr klägliches Scheitern

    Was Deutschland mit der AfD bevorsteht, das hat Österreich mit der FPÖ schon hinter sich, in sich und auch wiederum vor sich. Die neue Normalität sieht so aus.

    Die Zeiten, als Ivan Illich zu Beginn der 1970er Jahre mit seiner radikalen Kritik weltweit an den Universitäten für Aufruhr sorgte, sind lange vorbei. Die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich seit damals zwar rasant in eine noch viel bedenklichere Richtung entwickelt, aber die Infragestellung unseres Systems mit seiner tödlichen Logik ist verflogen.

    Emma Herwegh – Amazone der Freiheit

    Es gibt Stunden, Tage, wo ich alles hingeben möchte, ein Mann zu sein. Alles, damit ich so auftreten könnte, wie’s die innere Stimme mich heischt und der Frauenrock mir verbietet.

    Eine Kurzbiographie von Ilse Bindseil

    Als die Linke den Feminismus entdeckte, war ich noch mit dem Marxismus zugange, oder sagen wir lieber: mit Freud. Später war ich auf den Holocaust fixiert. Ich kann sagen, durch ihn bin ich nicht zum Kolonialismus gekommen.

    Auf Spurensuche in bosnischen und mediterranen Gefilden

    „Die wahre Macht Europas fußt auf der unbesiegbaren Vielzahl der Welten, die Europa bilden und die ihrerseits aus der Vielzahl europäischer Sprachen hervorgehen. Jede Sprache ist eine vollständige, vollkommene Welt, die sich von allen anderen Welten unterscheidet. Die Stärke Europas ist die Übersetzung. Die Stärke Europas ist die Möglichkeit, das zu verstehen, was sich nicht übersetzen lässt.“