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Chronologisch

    Fetisch. – Das meint nicht unbedingt zweckdienliche Accessoires. In der kapitalistischen Realität erscheinen die Dinge eigenwillig naturbegabt. Der Mensch hat nicht länger Macht über das Selbstgeschaffene, die Sache ist außer Kontrolle. Ein Verhältnis von Dingen beherrscht das gesellschaftliche Verhältnis der Menschen. Es wäre an der Zeit den Spuk zu beenden.

    Was uns da genau eingefallen ist, wissen wir inzwischen zwar auch nicht mehr so genau, doch genau in diese Richtungen muss es gegangen sein, zumindest schwärmerisch ungefähr: Möglich sind Texte über das Reisen und Fahren, das Laufen und Gehen, über Störungen des Bewegungsapparates, über bewegte und unbewegte Leben bis hin zu den Konfigurationen und Ausdünstungen sozialer Bewegungen.

    Auf die „innere Natur des Kapitals“ (Marx) wollen wir den Fokus richten. Via Konkurrenz setzt das Kapital seine Produktionsweise durch. Nicht Gesetzgeber, vielmehr Exekutor der marktwirtschaftlichen Produktion, treibt sie ökonomisches Wachstum und Effizienz voran.

    Den oft vernommenen Stimmen, die Zeiten werde härter, wir alle hätten über unsere Verhältnisse gelebt, ja wir werden den Gürtel enger schnallen müssen, begegnen wir also mit einer transformationslustigen Nummer.

    Auch wenn die Welt und die Menschen als real vorausgesetzt werden dürfen, hat man den Eindruck, dass allmächtige Fiktionen Denken, Fühlen und Handeln der Subjekte bestimmen. Dass falsches Bewusstsein und fehlgeleitete Emotion unseren Alltag beherrschen. Sind wir süchtig nach Schwachsinn? Und schwachsinnig vor Sucht?

    Es geht darum, diese affektiven Beziehungen unter Menschen sowohl in der Perspektive von Emanzipation, Befreiung und eines guten Lebens als auch in ihrer Bedeutung für das Funktionieren bzw. Aushalten des gegebenen Alltags auszuleuchten.

    Die im November 2009 erscheinende Ausgabe 47 der Streifzüge soll sich in ihrem Schwerpunkt unterschiedlichen Aspekten des WOHNENS widmen. Fragestellungen könnten oder sollten sein: Was ist Wohnen? Was bedeutet Sesshaftigkeit? Welches natürliche und/oder soziale Bedürfnis wird damit befriedigt?

    Wie schon die letzte Nummer der Streifzüge wird auch die folgende Nummer 46 einem Schwerpunkt gewidmet sein, der bis zur Hälfte des Heftes füllen soll. Der Arbeitstitel ist: „Ressource Natur?“ Die Ausgabe soll sich mit dem Zugriff der kapitalistischen Produktionsweise und der ihr entsprechenden Gesellschaftsformation auf die Natur auseinandersetzen.