Schlagwort: Klein; Peter

Alle Beiträge dieser Kategorie

Chronologisch

    Am Ursprung des demokratischen Konsenses

    Der Konsens, der für das reibungslose Funktionieren des kapitalistischen Systems erforderlich ist, stellt sich bekanntlich hinter dem Rücken der Beteiligten her. Indem sie die vormodernen Bindungen an die Religion, den Stand, das lokale Brauchtum und Herkommen, schließlich auch die Geschlechterrolle eine nach der anderen abstreifen und das Selbstverständnis von vereinzelten Individuen entwickeln, vergesellschaften sich die Menschen der Moderne in einem bis dahin nicht gekannten Ausmaß. Vergesellschaftung ohne einen sei es auch unausgesprochenen oder unbewussten Konsens geht aber nicht.

    Ein Leserbrief von Bernd Suffert Sehr geehrter Herr Professor Welzer, Ihr Artikel, der heute, am Silvestertag, in der SZ erschienen ist, hat mir sehr gut gefallen. Wenn ich Sie gleichwohl auf eine Schwachstelle darin aufmerksam mache, dann verstehen Sie das bitte als Versuch, ihre Position zu unterstützen und zu stärken. Die Schwachstelle besteht meines Erachtens darin, dass Sie die Frage des „...

    Zwei Briefe zu Wolfgang Pohrts Buch

    Pohrt liest sich natürlich ganz nett, wie seit jeher. Aber theoretisch, das muss ich leider sagen, kommt mir der Text doch etwas dürftig vor. Ich hatte erwartet, Pohrt außerhalb des bekannten Bittermann-Kreises und also außerhalb der Edition Tiamat wiederzutreffen.

    Anmerkungen zu Byung-Chul Hans „Müdigkeitsgesellschaft“

    Für alte Klassenkämpfer, die den Kapitalismus als die unsittliche Veranstaltung der „Herrschenden in Staat und Gesellschaft“ betrachten, handelt es sich bei der  „Müdigkeitsgesellschaft“ sicher um starken Tobak. Denn genau von diesem Denkstil, bei dem die moderne Gesellschaft nach alter, in die Zeiten der Französischen Revolution zurückreichender Tradition als das Resultat eines äußeren Herrschens dargestellt wird, setzt sich Byung-Chul Han in dem genannten Essay ab. Wer dagegen, wie es sich meiner Meinung nach gehört, den Kapitalismus als ein automatisch funktionierendes System begreift, mit dem geldverdienenden Subjekt als seinem tragenden Element, kann sich über diesen Versuch einer Zeitgeistdiagnose nur freuen.

    von Peter Klein Leserbrief zu Johan Schloemann, „Stunde der Heuchler“ (SZ vom 30.3.2011) Indem Herr Schloemann „den westlichen, modernen Lebensstil“ zu einem „Ganzen“ zusammenfasst, verschafft er sich die Möglichkeit, das Thema der Ökologie mit jener logischen „Konsequenz“ zu behandeln, die nur in einem Entweder - Oder münden kann. So kommt dann eine pauschalisierende Argumentation zustande, wo...

    Leserbrief an die Süddeutsche Zeitung von Peter Klein Wenn man voraussetzt, dass die in stets wachsendem Umfang stattfindende Geldvermehrung der Zweck einer Gesellschaft ist, dann sind Herrn Sarrazins Ausführungen, von den rassistischen Seitenhieben einmal abgesehen, durchaus plausibel. Jeder Mensch ist gerechtfertigt, sofern er über Geld verfügt oder über die Fähigkeit, es zu verdienen. Ob er ...

    von Peter Klein Leserbrief zu Mirijam Günter: Einmal Bürgertum und zurück (SZ vom 22./23./24.5.2010) Was Frau Günter über ihre Begegnungen mit Unterschicht-Jugendlichen zu berichten hat, ist wirklich spannend; Heine an der Förderschule klingt sympathisch. Dennoch reizt mich diese Gardinenpredigt in Sachen Chancengleichheit und Anti-Diskriminierung zum Widerspruch. Verdient es denn das blasierte...

    Leserbrief zum Artikel "Schlimmer als Buridans Esel", Süddeutsche Zeitung vom 20.11.2009

    Wenn Andreas Zielcke den Klimaschutz am modernen Wohlleben und unserer „Verweichlichung durch Wohlstand“ scheitern sieht, dann zeichnet er ein reichlich idyllisches Bild vom Kapitalismus und seinem Wachstumszwang.

    von Peter Klein János Székely, Die Verlockung Eine Entdeckung ist zu vermelden. Der zuerst 1947 in New York erschienene Roman des ungarischen Drehbuchautors János Székely (1901-1958) verdient das Prädikat meisterhaft, das ihm damals zugesprochen wurde, ohne Zweifel auch heute noch. 2005 ist die deutsche Ausgabe neu aufgelegt worden, und es ist dem Buch dringend zu wünschen, dass es nicht in der...

    Eine Demokratiekritik

    Die Demokratie herrscht mit großer Selbstverständlichkeit in den Köpfen der westlichen Menschen. So sehr, dass es kaum noch jemanden gibt, der es für nötig hält, sie zu legitimieren. Die Zeiten, in denen sie sich im Kampf befand, sind lange vorbei.