Kategorie: Lebensweise

Dieses Leben und seine Perspektiven sind zum Abgewöhnen. Wir sind ja nicht nur im Großen, sondern ganz alltäglich in den ganz kleinen Dingen gegeneinander aufgestellt in der Ordnung der Herrschaft und der Konkurrenz, die längst in unser Denken, ja unser Fühlen eingedrungen ist. Sich behaupten können bei „Jeder ist sich selbst der Nächste“ und „Nimm, was du kriegen kannst“ ist heute nicht einmal mehr „das schlecht entworf’ne Skizzenbild des Menschen, den es erst zu zeichnen gilt“ (Jura Soyfer). Es ist schlicht zum Ekeln.

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Chronologisch

    Eindrücke eines Unbeteiligten

    Gleich vorweg: Ich boykottiere die WM und hoffe, standhaft zu bleiben. Der Grund dafür: zuerst einmal die FIFA.

    Rezension zu: Karl Banghard, Die wahre Geschichte der Germanen. Propyläen: Berlin 2025, 269 S.

    Aber wer waren diese Germanen eigentlich? Dieser Frage geht Karl Banghard in seinem Buch nach, das auf dem neusten Stand der Germanen-Forschung ist. Der Autor ist Prähistoriker, dazu Direktor des Archäologischen Freilichtmuseums im Teutoburger Wald.

    Interessant ist das Buch vor diesem Hintergrund, wenn überhaupt, aufgrund seines symptomatischen Charakters: Es ist Symptom eines allgemeineren, die spätkapitalistische Gesellschaft – und hier auf spezifische Weise linke und liberale Milieus – prägenden Realitätsverlusts, der bereits eine wesentliche Voraussetzung jener historisch beispiellosen Pandemie-Farce bildete und ohne den der im März 2020 anhebende gesellschaftliche Irrsinn in dieser Form kaum möglich gewesen wäre.

    Widerwärtige Überlegungen zu den Betriebsstörungen der Normalität

    Ob etwas ein Skandal wird oder nicht, entscheidet sich am medialen Nutzen. Aufdecken ist inzwischen zum medialen Porno geworden. Auch die Ausbildung der Youngsters ist ganz darauf programmiert. Stierln statt denken ist angesagt. Ein Grundproblem bürgerlicher Medien ist, dass die Welt an Skandalen abgehandelt wird und nicht die Welt als Skandal. Skandal, Affäre, Korruption inszenieren Systemmedien vielmehr als Abweichungen, die inkriminierten Handlungen werden als wider die Logik bürgerlicher Werte behauptet.

    Warum die bürgerliche Gesellschaft sich in ein Irrenhaus verwandelt und auch verwandeln kann

    Sobald die Logik des Systems einmal außer Kraft gesetzt ist – und das ist mit den systeminduzierten Automatisierungstendenzen innerhalb der Sphäre der Produktion sowie, neuerdings, auch innerhalb der Sphäre der Konsumtion durchaus der Fall -, kann es ein rationales Agieren im Rahmen des Systems gar nicht mehr geben. Wenn die Maschinerie durcheinandergerät, wenn die Systemzusammenhänge auseinanderbrechen, wenn das „Regelwerk“ auf den Kopf gestellt ist, wenn das Konsequens somit aus dem Antezedens nicht mehr hervorgeht, dann sind Strategien, die aus der Funktionsweise des bürgerlichen Systems, wie sie bisher gegeben war, abgeleitet sind, offenbar gegenstandslos, und es kann nur mehr ein ad-hoc-Verhalten geben: ein volatiles, spontanes, und daher in der Tendenz irrationales und absurdes Agieren. Denn dann ist es ohnedies schon egal, was ins Werk gesetzt wird. Und das haben wir jetzt vor unseren Augen.

    Betrachtet man die Technologien der Menschheit historisch, so ist es bis jetzt immer darum gegangen, durch das Dazwischenschieben von Artefakten der verschiedensten Art zwischen Hand und Werkgegenstand, durch den Einsatz von selbst wieder fabrizierten Instrumenten im Arbeitsprozess, den Wirkungskreis der manuellen Tätigkeiten immer mehr auszuweiten.

    Das Epstein-Netzwerk: Zwar für sich genommen ein eigenes Netzwerk; andererseits völlig integriert und aufgegangen in die real existierende „Macht- und Wirtschaftselite“ der politökonomischen Konkurrenzhierarchie mit dem Staat und seinen „politischen Entscheidungs- und Verantwortungsträgern“ als dem entscheidenden Subjekt, in dem „die Mittel der Information und der Macht zentralisiert sind.“ (C.Wright Mills)

    Anmerkungen zur Misere der Vokabulatur (III)

    Worte steigen auf und Worte steigen ab. Gelegentlich steigen sie auch um, verlassen ihren Rayon, ufern aus, erhalten neue Bedeutungen. Gelegentlich vollziehen sie wahrhaft monströse, ja abwegige Verwandlungen.

    Wie sich Antisemitismus heute zeigt und welche Verantwortung Hochschulen in Forschung, Lehre und akademischer Kultur tragen, waren die Fragestellungen des Workshops „Antisemitismus und Universität“, der im Dezember 2025 an der Bauhaus-Universität Weimar stattfand.

    Oder: Was ist mit unseren Sinnesfreuden geschehen?

    Dass es um unser menschliches Miteinander nicht gut bestellt ist, wird zwar bemängelt, aber selten werden die Ursachen genauer ergründet. Welche Rolle spielt dabei unter anderem der modifizierte Gebrauch unserer Sinnesorgane?