Autor: petra
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Chronologisch
Das massenhafte Sammeln und Extrahieren von Daten aus verschiedenen digitalen Quellen, oft mithilfe automatisierter Technologien wie Web-Scraping oder Tracking-Tools, ist an die Stelle des Pflückens und Erntens in einem ehemaligen landwirtschaftlichen Anbaugebiet getreten.
Anmerkungen zur Misere der Vokabulatur (II)
Geht’s der Wirtschaft nicht gut, wird sie ungut. Dann erregen sich ihre Gemüter und predigen ihre Formeln. Schwer medikamentiert drehen sie an der Phrasenorgel ihrer Vokabulatur.
Großes Getöse verkündet die nahende Rettung. Eine riesige Branche bietet Koffer voller Tools an zur Erlangung von Achtsamkeit, Selbstfürsorge, Me-time, Herzverstand, Gedankenhygiene, Selbstermächtigung, nachhaltig ökologischem Verhalten und einem gesunden Lebensstil.
Die derzeit gängigste Regung ist die Aufregung. Wir leben in hochnervösen Verhältnissen und in brandgefährlichen Zeiten. Immer wieder droht etwas zu explodieren, und seien es nur die erhitzten Gemüter.
Mit einer restriktiven Asylpolitik will Österreich einmal mehr zu den Vorreitern gehören
Wer nach „Verschärfung“ ruft, hat die Debatte bereits gewonnen. Zwölf- oder mehrköpfige Syrerfamilien mit „luxuriösen“ Sozialzuschüssen sind gerade das Lieblingsfeindlbild in Wien. Das bringt die Volksseele abermals auf Temperatur. Konsens besteht darin, Flüchtlinge zu drangsalieren und auszuhungern, kurzum zu piesacken.
Die Strategen des Silicon Valley haben ihren Produkten den Stempel der Herrschaft eingeprägt und sie als soziale Technologien maskiert – ausgerichtet auf Wettbewerb, Effizienz und Selbstoptimierung.
Vor 500 Jahren, am 27. Mai 1525, wurde Thomas Müntzer, geistlich-geistiges und politisches Haupt der Bauernaufstände, im thüringischen Mühlhausen gefangengenommen, gefoltert, enthauptet, sein Kopf auf einen Pfahl gespießt, der Leib bis zur Verwesung öffentlich ausgestellt.
Was das Defizit am Papier verringern mag, wird eins zu eins im Wirtschaftskreislauf fehlen. Sieht nach einem veritablen Eigentor aus.
Notizen zu einem Dauerbrenner
Gegen die sprachliche Phalanx kommt man kaum an. Wie ein Schleier legt sie sich über alles: „Nichtstuer“, „durchfüttern“, „auf unsere Kosten ein bequemes Leben“, „Geschenke für Sozialtouristen“, „Findest Du das in Ordnung, wenn jemand, ohne einen Beitrag geleistet zu haben …“, „Wie kann jemand, der illegal hier lebt …“
Das völlig unkritische Bekenntnis zur Politik gehört immer noch zum guten Ton, obwohl die sich doch stets in allen Varianten blamiert.