Pichl Peter (1934-2010)

Nachruf von Franz Schandl

Am 6. März ist unser Freund und Transformationsrat Peter Pichl gestorben. Oder besser Pichl Peter wie er sich zu nennen und zu unterschreiben pflegte. In seinem früheren Leben ist er mal Zeichenprofessor an einem Wiener Gymnasium gewesen, nun war er schon viele Jahre in Pension und lebte in einer geräumigen Wohnung in Wien Gumpendorf.

Peter unterstützte unsere Tätigkeiten in vieler Hinsicht. Er verteilte die Streifzüge unter seinen Bekannten, beriet uns in Layoutfragen, gestaltete die Cover in den Jahren 2006-2008, stand uns immer mit Rat und Hilfe zu Verfügung. Solange er konnte, kam er zu unseren Veranstaltungen, verschleppte uns zum Heurigen oder steckte einem eine Flasche Rotwein aus dem Burgenland oder Weißwein aus dem Traisental zu. Er besuchte mit unsereins das Kunsthistorische Museum, die Kunsthalle in Krems oder machte einen Tagesausflug ins Stift Geras.

Die Gespräche mit ihm waren immer anregend, manchmal auch etwas anstrengend, denn immer wusste er viel und wollte es unbedingt loswerden. Eine Besprechung der jeweils aktuellen Streifzüge gehörte fest zu unserem gemeinsamen Programm. Peter war sehr belesen und an gar vielem interessiert. Über Leute, die er nicht mochte, konnte er ziemlich schimpfen, aber wenn ihm jemand oder etwas gefiel, dann war er sehr zugetan. Vor allem ist ihm das Lachen nie vergangen.

Freilich war Peter von unzähligen schweren Krankheiten verfolgt, die er sich aber akkurat nicht anmerken lassen wollte. Lieber sprach er von etwas anderem, immer hatte er Ideen, für die Ausgabe 47 schrieb er noch einen kurzen Beitrag. In den beiden letzten Jahren hat er, abgesehen von Spitalsaufenthalten, seine Wohnung nicht mehr verlassen. Zuletzt habe ich ihn Mitte Februar besucht und ihn gebeten, den Aufruf „Für eine Linke mit gesellschaftlicher Dimension“ zu unterstützen. Was er nach dessen Lektüre auch getan hat.
Wir danken ihm noch einmal für alles und widmen ihm diese Nummer. In Freundschaft.

Begräbnis

Pichl Peter

image_pdfimage_print