Just do it! Österreich weiß, wie’s geht

Streifzüge 38/2006

2000 Zeichen abwärts

von Maria Wölflingseder

Ein weißes Plakat, auf dem ein durchgestrichenes „Hätti-wari“ (für unsere norddeutschen LeserInnen: „Hätt‘ ich – wär‘ ich“) steht und durch ein „habi gmacht“ ersetzt wurde. „Hätti-wari“ tönte auch auf allen Radiosendern, flimmerte auf allen Fernsehstationen. Das Austrian Chapter der International Advertising Association (IAA) machte sich auch heuer wieder auf diese Weise für ein „positives Wirtschaftsklima“ starkNach der „Nichtraunzer“-Kampagne wurde mit dem Slogan „Red nicht. Tu was! “ fortgesetzt, um „weitere Impulse für eine optimistische, anpackende Haltung zu setzen und vor allem den Unternehmen Mut für Investitionen zu machen“.

IAA-Vizepräsident Mariusz Jan Demner: „Wir sind vielleicht nicht das , bessere Deutschland‘, aber sicher das nicht so schlechte Österreich. Dennoch gibt es viel zu tun. Einmal mehr packt die IAA daher mit Initiative und positivem Denken ein für alle wichtiges Thema an: mehr Optimismus, mehr Initiative in die Wirtschaft zu bringen. Dementsprechend hat die IAA-Kampagne echte Helden im Fokus: Unternehmer, Entdecker, Erfinder. Und einen richtigen Antihelden: den , Hätti-wari‘. Der , Hätti-wari‘ hätt‘ so gern, wäre da nicht dies oder jenes, und er hätt‘ auch was getan, aber leider war das und das. Der , Hätti-wari‘ hätt‘ gern das Richtige gemacht, aber immer aus der Retrospektive: Weil er immer nur redet, aber nie anpackt, bringt er auch nichts weiter. Sein rückwärts gewandtes Scheitern macht ihn menschlich, aber es zeigt auch die Gefahr des Zerredens. Er macht uns Mut, etwas anzupacken, um nicht so zu enden wie er. “

Legionen von Arbeitslosen hams gmacht – sich hunderte Male beworben, ohne einen Job zu bekommen. Viele ham sich selbständig gmacht – und sind gescheitert, haben vielleicht ihr gesamtes Erspartes verloren oder stehen mit einem Haufen Schulden da. Legionen von Arbeitenden hams gmacht – drei Jobs nebeneinander und können trotzdem nicht davon leben.

Dem goldenen Kalb Wirtschaftswachstum und einer guten Stimmung wird alles geopfert, auch die Arbeitslosen.

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