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Capitalism dies slowly. Der Kongress tanzte nicht

17 Mrz 2009

von Andreas Exner

Vor einer Woche fand von 6.-8. März der Attac-Kapitalismuskongress in Berlin statt. Der Kongress war groß. Soviel vorne weg. Die VeranstalterInnen hatten mit 1.000 Leuten gerechnet. Gekommen waren 2.500. Kurz: Die TU-Berlin war voller Podien, Workshops, Menschen.

Der Eindruck jedoch war zwiegespalten – zwei Pole, die das Eröffnungs- und das Abschlusspodium zum Ausdruck brachten. Am ersten Abend nämlich, da sprach Heiner Flassbeck, Chefvolkswirt der UNCTAD. Ganze 45 Minuten, wenn mich meine innere Uhr nicht betrog, auf jeden Fall zu lang. Mag sein, dass die Otto Brenner-Stiftung – die neben anderen den Kongress unterstützte – Flassbeck zu verantworten hatte. Das Leitmotiv, das Flassbeck formulierte, war jedenfalls grundfalsch. So wie es zu befürchten war, kam es denn auch: Flassbeck betonte, dass nicht der Kapitalismus schuld an der Krise sei, sondern die Gier. (Diese Fassung “Krisenanalyse” führt allerdings zur Frage, was für Flassbeck, der sich ansonsten nahtlos in die “Nieder mit der Gier”- Fraktion der neuen “Kapitalismuskritiker” einreihte, dann Kapitalismus ist – von einem Strukturbegriff kapitalistischer Vergesellschaftung über den Wert ist Flassbeck ja Äonen weit entfernt. )

Weil der Kapitalismus an sich gut ist, gelte es also nicht den Kapitalismus abzuschaffen, sondern neu zu regulieren. Das bedeute heute, so Flassbeck, Liquidität schrankenlos auszudehnen. Wer Cash wolle, solle das auch kriegen. Die Krise zeige, dass es dem neoliberalen Kapitalismus an Ideen gemangelt habe – nur Geld verdienen wollen sei eben zuwenig. Entscheidend sei vielmehr die Steigerung der Produktivität, und die ließ zu wünschen übrig. Als wollte er sich selbst übertölpeln, forderte Chef-Volkswirt Flassbeck frech: “wir müssen das Casino reparieren”. Nachdem er langatmig den Casino-Kapitalismus gescholten hatte, kam das etwas unvermittelt – kurze Atempause im Publikum, Schrecksekunde Flassbecks, dann Lachen im Auditorium. Mein Sitznachbar urteilte kühl und richtig: “Ein Freudscher Versprecher”.

Das Podium danach enthielt Frank Bsirske, Daniela Dahn, Aleksandr Buzgalin und Saskia Sassen. So falsch wie Flassbecks Töne, so mau ging es dann über weite Strecken weiter. Vereinzelt sorgten Buzgalin und vor allem Daniela Dahn für Lichtblicke. Dahn stand aber der positive Bezug auf die Demokratie im Weg. Auch fehlte ihr als Gegengewicht zu ihrem klugen Blick, der aber essayistisch blieb, eine kräftige Begleitung Kritik der Politischen Ökonomie. Sassen bot ihr diese nicht. Auch Buzgalin kam kein Wort der Kritik in Hinblick auf Geld, Ware und Wert über die Lippen. Sein Klassenkampf-Selbstorganisations-Marxismus kam ziemlich witzig rüber – in einigen Punkten richtig, wenngleich einseitig: “I have to be honest with you! We are professors. We have to tell you: this will be open struggle” – der Russe lächelte dazu. Für Bsirske allerdings war solches pures Gift. Der Mann wand und krümmte sich, sodass man im Publikum noch sein Unbehagen spürte. Der große Schwachpunkt Buzgalins war seine Idee der “Sozialisierung des Finanzsystems”. Das, so schien mir, vertrug sich auch reichlich schlecht mit seiner Kritik des Staates, den er, ganz richtig, als positiven Bezugspunkt abservierte.

Beim Abschlusspodium ging es eindeutiger zur Sache. Jutta Sundermann von Attac, die den Kongress mitorganisiert und initiiert hatte, stellte klar: Das ist keine Finanzkrise, auch nicht allein eine Wirtschaftskrise, sondern weit mehr – eine Epochenkrise des Kapitalismus. Frigga Haug formulierte wohltuend die Essentials emanzipatorischer Kapitalismuskritik – der abstrakte Selbstzweck des Profits sei die Wurzel des Sexismus, auch der ökologischen Krise; Geschlechterverhältnisse gälte es verstärkt zu beachten – gerade weil sie untrennbarer Teil der kapitalistischen Produktionsweise sind; einer Staatsfixierung erteilte sie eine Abfuhr; auch der Idee des Masterplans.

Die größte Überraschung war das Duo Heiner Geißler und Hans-Jürgen Ulbrich. Ersterer weil er die Hälfte des Publikums mit sozialer Marktwirtschaft und “neuer Ethik” zu quälen wusste – der Mann ist Attac-Mitglied, was er für einen Freibrief hielt, seine Ansichten in hausbackener Manier in den Hörsaal zu posaunen. Schwer erträglich. Man fühlte sich an Flassbeck erinnert – Politikergewäsch eben.

Ganz anders überraschte dagegen Ulbrich. Nicht nur, dass der Mensch denken kann und rhethorisch brillierte. Was er sagte, eröffnete tatsächlich so etwas wie Perspektive. Wir müssen eine radikale Kapitalismuskritik entwickeln, hielt Ulbrich fest. Die soziale Marktwirtschaft habe ausgedient, sie sei nichts anderes als eben Kapitalismus und deshalb zu bekämpfen. Ein Schlag in Geißlers Gesicht, sozusagen, der den Kapitalismus natürlich böse, die Marktwirtschaft aber ganz niedlich fand. Was Ulbrich damit meinte, skizzierte er an der Autoindustrie. Es könne nicht darum gehen, die Branche zu retten so wie sie existiert. Man muss sie konvertieren, und zwar indem man die vorhandenen Kompetenzen für ein ökologisches, öffentliches Verkehrswesen einsetzt. Strategisch setzte Ulbrich auf eine “Mosaik-Linke”, wie er sie nennt. Sie werde vielfältig bleiben und nicht zu einer gemeinsamen Linie kommen. Doch sie müsse die Frage aufs Tapet bringen, was wir wie produzieren wollen.

Als Ansage klar und eindeutig war das sehr gut, vor allem vor dem Hintergrund, dass Ulbrich seines Zeichens als geschäftsführender Generalsekretär der IG-Metall tätig ist. Problematisch war bei Ulbrich aber, dass er einen “geordneten Übergang” für nötig hielt. Fast als wollte er sich entschuldigen, stellte Ulbrich klar: Er als Gewerkschafter könne nicht einfach zusehen, wenn Betriebe bankrott gehen. Von zunehmendem Elend erhoffe er sich keine Radikalisierung in einem positiven Sinn. So richtig Ulbrichs Ansatz ist, jedem Masterplan von vornherein eine Absage zu erteilen, und den Punkt zu betonen, dass für konkrete Betriebe konkrete Lösungen – etwa der Konversion – gefunden werden müssen, so defizitär bleibt dieses Konzept, wenn nicht mitgedacht wird, dass die Konversion ja keineswegs die bestehenden Industrien und Arbeitsplätze 1:1 in ökologisch saubere Branchen ummodeln kann. Vieles wird stillgelegt werden müssen. Wie aber bei fehlender Verwertung des Kapitals die Wertförmigkeit der Beziehungen auch nur ansatzweise integrierenden Charakter beibehalten kann, bleibt nicht nur unklar, weil sie gar nicht erst thematisiert wird. Eine solche Idee, die wohl 99% des Publikums unhinterfragt vorausgesetzt haben, ist schlicht unmöglich.

Und der Übergang wird kaum nach deutscher Ursehnsucht “geordnet” stattfinden können. Hier deutete sich auch bei Ulbrich – allem Klassenkampf zum Trotz – das Einfallstor der altbekannten Staatsfixierung an.

Und damit eine sehr problematische Tendenz, die Ulbrich bloß diskursiv streifte, nicht wenige Kongressbesucher allerdings mit ganz anderen Obertönen deutlich artikulierten. Da war im Workshop zur Wachstumskritik zum Beispiel des öfteren die Rede davon, dass “wir ja seit 30 Jahren schon alles wissen, wie es richtig geht”, dass man “endlich die Politiker dazu bringen muss, das umzusetzen”. Ein 19-jähriger meinte unverhohlen, und ohne jede Ironie, dafür mit einem Ernst, der erschreckte, er fühle sich existenziell durch den Klimawandel bedroht, und deshalb müssen wir rasch handeln, die “Macht erobern” und “das Richtige” tun, das, so suggerierte er, offenbar alle mit selben Augen sehen. Das Binnen-I hier wegzulassen ist Absicht – denn nur Männer hörte ich in dieses Horn des Alleswissers und Staatseroberers blasen. Zufall? Wohl kaum.

Mein Freund dachte offenbar dasselbe wie ich: “Wo wird der wohl in dreißig Jahren sein” – bei den Rechten oder bei den Linken? Es war vielleicht nur ein Fünftel der Besucher, die in dieser Art nach dem Staat und seiner (vermeintlichen) Macht riefen ohne Gedanken an die historischen Erfahrungen staatlicher Krisenbewältigungsstrategien und ohne eigene emanzipatorische Wünsche zu spüren, die ja wohl nicht in berufsrevoplutionären Funktionärskarrieren gipfeln dürften. In Verbindung mit der verbreiteten Angst vor “ungeordneten Verhältnissen” und einem spiegelbildlichen Wunsch nach einem “geordneten Übergang” – wohin auch immer – werden hier die Stränge eines Denkens sichtbar, dass alles nur noch schlimmer machen kann. Ein ökologisch verbrämter Autoritarismus zeichnet sich in diesem Diskurs ganz deutlich ab.

Besser als die vielen Wortmeldungen des Workshops zur Wachstumskritik, in denen sich Zinskritik, der Diskurs der Bevölkerung mit “wir wissen ja schon alles seit 30 Jahren” paarte, gefiel mir, was die Organisatoren der Runde – allesamt von Attac-Mainz – uns erzählten: einerseits zeigten sie nämlich das komplexe Geflecht der “Alternativen” auf, die die Debatten prägen und von allem möglichen, aber sicher nicht von der “großen Lösung” künden; andererseits hoben sie daraus die Solidarische Ökonomie als einen Ansatz, der sich von Staatseroberung deutlich abgrenzt, klar hervor.

Unser Podium, auf dem ich mit Andrew Simms und Bruno Kern diskutierte, fand vor besagtem Workshop statt. Ich fand’s sehr spannend. (Das Podium gibt’s hier als Mitschnitt zu beziehen.) Simms war rhethorisch blendend. Und das im Doppelsinn – so sympathisch er auch ist, er war ein Blender. Und zwar in dem Sinn, als Simms einerseits einer Wachstumskritik á la Herman Daly das Wort redete – die ich im Grundsatz durchaus teile – andererseits aber das Konzept eines “Green New Deal” stark machte. Wie das zusammengehen soll, blieb völlig unklar. Macht den Kern des New Deal auf Grün doch aus, dass man die Effizienz steigern soll und der Arbeit vor dem Einsatz von nicht-erneuerbaren Energien den Vorzu geben soll. Die Schmähs (auf Wienerisch: “Witz”) von Simms waren nett, aber nichts weiter als ein Schmäh war auch sein Konzept.

Effizienzsteigerung ist ein inhärentes Merkmal des Kapitalismus und völlig ungeeignet ihn zu ökologisieren. Menschliche Arbeitskraft statt nicht-erneuerbare Energien einzusetzen mag in bestimmten Bereichen sinnvoll sein. Das taugt aber weder als Generalschlüssel für ein gutes Leben noch für einen “Green New Deal”, der, Vorbild verpflichtet, ja wohl nur ein Wachstumsdeal sein kann und – Simms schien das eher verschämt zu verschweigen – auch sein will. Im Hintergrund stand auch bei Simms – wie so oft in der Debatte – die zwar nicht falsche, aber oberflächliche Kritik des BIP als vermeintlichem “Wohlstandsindikator”. Unterschlagen wird dabei, dass das BIP-Wachstum eine Messgröße ist, die einen viel tieferliegenden Prozess, die Kapitalakkumulation nämlich, widerspiegelt. Durch eine Änderung der Messgröße von “Wohlstand” ändert sich am Kapital selbstredend gar nichts. Herman Daly selbst hat solch einen Ansatz übrigens grundsätzlich problematisiert, und damit auch seinen eigenen Wohlstandsindikator ISEW.

Bruno Kern betonte, dass er über mich “hinausgeht” und “einen ganz anderen Ansatz” vertritt. Hier, so denke ich, hat Bruno über das Ziel der Kontroverse hinausgeschossen. Er betonte, dass das Industriemodell zum Scheitern verurteilt sei, worin ich ihm recht gebe. Weiters meinte er, dass die Produktivität zurückgehen wird, was ich nicht anders sehe.

In der ökologischen Kritik des Kapitalismus sind wir uns also weitgehend einig. Viel eher gibt es Differenzen in der Konzeption dessen, was ein gutes Leben sein soll; so denke ich, dass ein freier Zugang zum Lebensnotwendigen nicht nur machbar ist, sondern das erste Ziel einer befreiten Gesellschaft sein muss; “Arbeit” halte ich – ganz sicher im Unterschied zu Saral Sarkar, mit dem Bruno Kern eng zusammenarbeitet – als kein erstrebenswertes Ziel; es ginge für mich vielmehr darum, die Trennung zwischen Freizeit und Arbeit positiv zu überschreiten durch Rücknahme der Tätigkeit in die kollektive Verfügung, Aufhebung in das “prozessierende Miteinander”, um eine Formulierung von Gerold Wallner aufzugreifen; davon abgesehen bin ich keineswegs davon überzeugt, dass mit Ausfall der fossilen Energien der Einsatz menschlicher Lebensenergie dermaßen zunähme. Mittelalterliche Bauern und Bäuerinnen in England haben häufig wahrscheinlich nur 150 Tage pro Jahr “gearbeitet” – wobei Arbeit als eine separate Lebenssphäre damals nicht existiert und keineswegs der durchrationalisierten, brutalen Lebensenergieverausgabung im Kapitalismus entsprach.

All dies allerdings war am Podium nicht Thema. Die Wortmeldungen aus dem Publikum waren kontrovers und spannend. Besonders wichtig fand ich die Warnung vor technokratischen Lösungen – der Green New Deal zählt sicherlich dazu. Essenziell dagegen sei, so jemand aus dem Publikum, sich an den Praxen und Kämpfen konkreter sozialer Bewegungen zu orientieren.

Der Workshop von Heide Gerstenberger zu nationaler Souveränität als Quelle privaten Profits war ein Lehrstück theoretischer Analyse. Gerstenberger stellte die mangelnde Trennung zwischen Staat und Markt insbesondere in Afrika als Strukturmerkmal der dort existierenden Produktionsweise heraus. Wichtig war ihr zu zeigen, dass der nicht-bürgerliche, afrikanische Staat, wie er im subsaharischen Teil des Kontinents dominiert, nur in enger Wechselbeziehung zum bürgerlichen Staat des globalen Nordens zu verstehen ist. Eine Wechselbeziehung, die sie am Beispiel der “flags of convenience”, also der Ausflaggungspraktiken nicht zuletzt deutscher Reeder, die ihre Schiffe oft unter der Fahne Liberias und anderer afrikanischer Staaten ohne Gesetzeskontrollen fahren lassen, illustrierte.

Korruption, so Gerstenberger, sei ein Wesensmerkmal des modernen Kapitalismus. Die afrikanischen Staaten stünden in einem Korruptionswettbewerb um die Konzerne des globalen Nordens, die ihre Vermögen in Steueroasen anlegten und privilegierte Zugänge zu Ressourcen erhielten. Solange aber der Staat in Afrika keine relative Eigenständigkeit gegenüber der Produktionssphäre erhalte, weil sich keine bürgerliche Öffentlichkeit herausbilde, wie das historisch in Frankreich oder England geschehen sei, die der Herrschaft Grenzen setze, indem sie diese entpersonalisiere, könne sich der Markt nicht freisetzen.

Damit komme es nicht zur bürgerlichen Eingrenzung von Herrschaft, wie Gerstenberger formulierte. Auf meine Nachfrage, ob denn dies ein Ziel sei und überhaupt möglich, lächelte sie: sie sei ja vor sich selbst erschreckt, als sie meinte, “der Markt” könne sich in Afrika “nicht freisetzen”; aber da sei sie Theoretikerin der bürgerlichen Revolution. Schmerzlich-berührende Erinnerungen stiegen in ihr für uns alle sichtbar hoch, als sie ansetzte zu sagen: Hätte man sie in den 1990er Jahren gefragt, ob Südafrika jemals ohne Apartheid sein könne…

Summa summarum: das Medieninteresse am Kongress war sehr groß, das Interesse der BesucherInnen auch. Es dominierte allerdings der Nebel eines Verständnisses von Kapitalismus, das Vergangenes immer nur fortschreibt. Und nach der Krise kommt der Aufschwung. Nur vereinzelt blitzte die Erkenntnis durch, dass es sich, wie Sundermann ganz richtig sagte, um eine Epochenkrise handelt und nichts Weniger als die Überwindung des Kapitalismus ansteht. Dass dies kaum je so klar gesagt worden ist, lässt die Reminiszenz von Frigga Haug, sie fühle sich an 1968 erinnert, ein wenig unglaubwürdig wirken. Entweder war 1968 wirklich so langweilig, oder wir müssen 1968 erst noch vom Kopf auf die Füße stellen.

Immerhin: ein Anfang ist gesetzt.

3 Kommentare

 Kommentare

  1. 1 Sándor Rózsa meinte am 18. November 2012, 01:00 Uhr

    Brief an Saral von Sándor Rózsa, Budapest

    Lieber Saral!

    Ich studiere Deine Broschüre „Die aktuelle Weltwirtschatskrise verstehen” (die dank Bruno Kraus zugeschickt bekommen habe), nachdem ich im Internet „Ökosozialismus oder Barbarei” entdeckt hatte.

    Du erörterst die krisenauslösende Umstände 2008 einwandfrei, besonders die Fantomdollars, die e-Gelder, die nicht durch Waren gedeckt sind. („Buchgeld”, wie wir 1986 von den Aachener Helmut Creutz gelernt haben). Kein Haus, kein Auto ist verschwunden (S.7) – bloß etliche ihr Heim verloren hatten? (Wie jetzt hier in Ungarn, wegen Schweizer-Frank-Krediten).
    Jürgen Zenke schreibt, Kapitalismus ist unschlagbar, weil auf unseren niedrigsten Instinkten baut. (Habgier, Neid… – die sieben Hauptsünden, wie auch Peter Kafka 1989 sagt /Der Grundgesetz vom Aufstieg/). Er wird auch die ökologische Krise überleben.
    Die Mittelschichten werden ihren konfortablen Lebesstil bis zum bitteren Ende verteidigen – bis hin zu Kriegen.

    Das System paßt sich an (wir haben es ja geölt), die Verteuerung von Rohstoffen und damit der Wandel kommt nur langsam, sehr langsam. Millionen werden arbeitslos, aber wollen so leben, wie bisher. Oktoberrevolution 2.0? Die Menschen gehen heute nicht mehr so leicht auf die Barrikaden. (Jürgen verweist auf 40% Jugendarbeitslosigkeit in Spanien). Du schreibst auch: „Lange, kontinuierliche Schrumpfung”. Die Menschen werden nur in höchstem Not handeln.
    Die extreme Wetterereignisse (S.14) sind nur Klimaschwankungen (die es immer gab), kein Klimawandel. Aber die ökologische Katastrophe kommt gewiß – bloß nicht in 10-20 Jahren. Wir haben mit dem Alarmschlagen unrecht gehabt, Gott sei Dank!
    Das Ende kommt, wo wir es nicht erwarten.
    Hier ein Menü (von Jürgen und mir, 2003), bitte wählen!

    33 Risikofaktoren
    1. Kollaps d. Geldsystems
    2. Zinsversprechen
    3. Wachstumsfalle
    4. Überproduktion
    5. Panikkäufe
    6. Kapitalvernichtung
    7. Überbevölkerung
    8. Ölweltkrieg
    9. Trinkwasserkriege
    10. Terrorismus
    11. Religionskrieg
    12. USAdiktatur
    13. Nanoroboter
    14. Klonsoldaten
    15. Schlafende Genminen
    16. Peak Oil
    17. Lebensmittelmangel
    18. Arbeitseinstellung
    19. Arbeitsunfähigkeit
    20. Armenaufstand
    21. Überalterung
    22. Jung-Alt-Bürgerkrieg
    23. Yuppiediktatur
    24. Lebensraummangel
    25. Klimaflüchtlinge
    26. Aufgescheuchte Viren
    27. Freikommende Gene
    28. Resistenz, Superbakterien
    29. China-Syndrom
    30. Nuklearwinter
    31. Meeresströmungsänderung
    32. Hochwasser, Hurrikane, Erdbeben,
    Vulkane, Meteorit, Gamma-Ausbruch
    33. Stille Verblödung

    Trotz Doppelzählungen, wenn nur die Hälfte wahrscheinlich, das Kollapsrisiko Jahr zu Jahr wächst und ähnelt einem russischen Rulett! Von den 33 Kugeln welche wird uns abschießen? 70 Jahre Frieden, wo gab’s? Die Militärs werden ungeduldig.

    Wer die meisten Energie verbraucht, bestellt die größte Umweltzerstörung. (Persönlicher Energieverbrauch, als Maß für Schäden, s. unsere Broschüre Energiemenü, Köln 1993). Ein Hammer für den Villenviertelbewohner kostet genauso viel, wie für den Stahlhütten-Anwohner. J. Zenke: Umweltschädigung nimmt proportional zum Einkommen zu. Kennst Du das Stück von Imre Madách (1860): Die Tragödie des Menschen? Da steht: Mehr Eskimos, als Robben. Reicht’s der Verbrauch nicht, hilft der Krieg: Kapitalvernichtung, Neubau, neuer Wohlstand. So wird auch der Sparer zum Kriegsauslöser.

    Wer zu einem Euro greift, bringt das System dem Kollaps ein Schritt näher. Das Kredit-Euro verbraucht zehnmal mehr Energie.
    Wer über Peak Oil redet, bringt es näher. Die Umweltverbände, die mit viel Geld arbeiten, bestellen mehr Umweltzerstörung, weil die Gelder von umweltzerstörenden Produktionen stammen. Wir haben ein Land rein gefegt, aber den Dreck bloß in die Länder exportiert, die sich nicht wehren können.

    Wissenschaftskritik teile ich mit Dir, absolut!
    Peter von Dohlen kam erst darauf, daß seine Forschungen militärisch mißbraucht wurden. Danach kamen Reihe nach: Klaus Traube, Imre Kerner, Peter Kafka, Hans-Peter Dürr, Robert Jungk, Klaus Meyer Abich (der die Wissenschaftler einsperren wollte), schließlich Thomas Kuhn und Paul Feyerabend.
    Erwin Chargaff zeigte, wie die beschreibende Wissenschaft in zerstörerische umschlägt. Hier zwei Gleichungen, die als zwei ökologische Umschlagspunkte gelten:

    N2 + 3H2 = 2NH3 (Stickstoff aus d. Luft, Kunstdünger)
    N(14,7) + He(4,2) = O(17,8) + H(1,1) (Atomumwandlung, AKW, A-Bombe) .

    Du hast uns 1988 in der H2-Konferenz in Köln gezeigt, daß die Solarindustrie ein parasitäres Ding ist: steht und fällt mint der Grundindustrie, was nur mit Kohle und Öl geht.

    Die Wissenschaft ist am Ende. Alles ist entdeckt, was jetzt kommt, ist überflüssig oder schädlich. Forschung der Einzelheiten der Einzelheiten. Die Paradigmen werden von den Multis gemacht. Wahr ist, was Profit bringt. Die Wissenschaft löst ein Problem und schafft zwei. Die Krankenhäuser sind voll mit Zivilisationskrankheiten – dank der Wissenschaft! Sie produziert Krüppel und ist danach auf Krücken stolz, die für sie erfindet. Wir sind von Sammlerjäger nicht glücklicher geworden: das Privateigentum brachte die Sklaverei, die Städte die Seuchen, Salz/Zucker bringt Bluthochdruck und Zuckerkrankheit. Die Wissenschaft ist unfähig eindeutige Antworte geben bezüglich GMO, Lebensmittelzusatzstoffe, Handys, Strahlungen, Umweltchemikalien. Der Gesetzgeber kann mit den Verboten von neuen Chemikalien der Chemiker kaum mithalten.
    -Je größer der Teilchenbeschleuniger, desto mehr Teilchen.
    -Je größer das Teleskop, desto Mehr Sterne.
    -In der Raumfahrt, in der Energetik seit 40 Jahren: nichts.
    -Nach 20 Jahren Internet wo ist die welterlösende Erfindung?
    Welche Erfindung bringt mehr Einsicht und Solidarität?
    Je mehr Wissenschaft, desto weniger Gott. Was der weißer Mensch mit seinen Riesenraketen, 27 km langen Maschinen nicht erreicht, schafft es ein buddhistischer Mönch mit einem handvollen Reis. Die Wissenschaft kann es voraussagen, was geschieht in 300 Millionen Jahren, aber nicht, was nächstes Jahr kommt. (zB. in der EU).

    Heute ist jede Arbeit zerstörerisch geworden. Selbst die des Herzchirurges, weil er leicht zu vorbeugende Zivilisationskrankheiten operiert, die ihrerseits durch Aufbringen von zur Operation notwendigen Materialien und Energien sowie Chirurgsgehaltes entstanden sind.

    Unsere Infos beziehen wir in Form von elektronischen Zeichen – können aber nicht mehr gesund essen, tanzen, singen, Briefe schreiben, uns unterhalten; dies alles bestellen wir bei unseren Lieferanten und schnappen nach Luft, wenn die Lieferung aussetzt. Wer 2020 zwanzig ist, dessen Großvater war bereits Großverbraucher. Alte Wissensträger, die noch etwas vom Leben verstehen, sterben aus. Dann gibt’s bald keine mehr, der sich an Kriege und Nöte erinnert. Bald laufen nur noch lauter Knopfdrücker herum. Ihr Wissen ist in einer Krise wertlos. Wenn alle Computer auf die Straße geworfen werden, wird sich zeigen, wovon man verstehen sollte: Nahrung und Wärme schaffen. Der gottlose Bürger mit seinen 10 000 Dingen in seinem Haushalt ist nicht glücklicher geworden. Keine Fabrik kann produzieren, was er wirklich braucht: Vertrauen, Anerkennung, Freundschaft, Familie, Liebe.

    Nat Geo zeigt die Doomsday Preppers TV-Serie, Du mußts es sehen! Amerikaner hamstern Konserven, Waffen für 20 Jahre, entwickeln Überlebensstrategien! (Ich habe auch 200 Konserven in meinem Robinson-Landhaus mit Tretgenerator, Speicherkollektor, Brunnen, Garten).

    Diese Wissenschaft hat die 40 000 Jahre alte menschliche Kultur am Rande der Vernichtung gebracht. Der Mensch hat sich selbst mit seinem Gehirn aus der Tierwelt herausgezogen und jetzt dieses Gehirn wird ihm zum Verhängnis.

    Technikfeind bin ich nicht! Die Sanfte Energie Heftreihe (Budapest 2004-2010) zeigt, wieviel Technik dürfen wir in unser Leben reinlassen.

    Deine Visionen mit Planwirtschaft und Sozialismus hört sich schlecht in einem Land an, das alles schon 40 Jahre erlitten hat. Den kurzlebigen Wohlstand in den Siebzigern unter Kádár, (noch heute nicht wieder erreicht!) ist nur den westlichen Krediten zu verdanken. Mögen es die Chinesen besser machen!
    „Ein ökologischer Ansatz”, so Dein Untertitel, aber wo ist er? Ganze 10 Zeilen (S.32) schreibst Du über deiner Ökovision! Im „Ökosozialismus oder Barbarei?” ebenfalls fehlt nur der Titel.

    Ökodörfer scheitern auch in Ungarn, weil auf ökologischer Basis läßt sich keine Gemeinschaft bauen. Und keine Stimmen! (Die Ökopartei LMP, jetzt im Parlament, steht bei 2%). Stärkste Gemeinschaft ist die Familie, was gerade jetzt zerfällt. Ich gebe Dir recht: nur Gemeinschaft würde helfen! Sie bringt die Streckung der Ressourcen, bessere Wirkungsgrade, aber vor allem: seelisches Wohlbefinden. Bloß dazu müssten wir die 7 Hauptsünden eliminieren!

    Meine Antwort:
    Rückzug in die Regionen (Euch vorgetragen 1990, Zukunftsvision „Köln 2020”).
    Bauen in der Stadt ist sinnlos, weil die Baubewohner während der hunderjähriger Hauslebzeit wahrscheinlich ohne Versorgung bleiben. So werden in einer Krise alle großstädtische Betonprojekte (U-Bahn, Kläranlagen, MVAs) samt Kapital um Handumdrehen zunichte gemacht.

    Das Reisen geht zu Ende:
    -Es wird keinen Treibstoff geben (Transport von Öl und Gas nur mit Militärschutz, Pipelinenbau unsinnig, wird hochgejagt),
    -der Nachbar läßt dich nicht durch (Grenzen werden wieder dicht gemacht),
    -es wird kein Ziel geben, überall Müll und unberechenbare Menschen,
    -du kannst zwar wegreisen, kommst aber nicht zurück.

    Schluß mit wahnsinniger Waren- und Personenverkehr! Lebe in und von der Region! Das Land gleichmäßig bewohnen, so gibt es bei Einschlägen weniger Opfer.
    Arbeite im Ort, kaufe örtliche Produkte, nimm örtliche Energien, örtliches Geld!
    Es gibt bereits 28 deutsche Regionsgelder (www.regiogeld.de), in Ungarn das Kék Frank, Mosoni Tallér, Zöld Forint. (Besser gesagt: gab es, Orbán zerstört Restvertrauen.)

    Der Ökologist freut sich immer:
    – Wenn die Sonne scheint, arbeitet seine Solaranlage.
    – Wenn der Wind weht, dreht sich sein Windrad.
    – Wenn es regnet, sein Garten wird gegossen.
    – Wenn es kalt ist, schaltet sein Kühlschrank aus.

    Es wird so lange über Globales diskutiert, daß für Lokales keine Energie mehr bleibt.
    Wer es ernst meint, fängt bei sich an. (Anleitung zur Berechnung persönlicher Energieverbraucht, s.Energiemenü).
    Intellektuelle Arbeit ist minderwertig anzusehen.
    Der Mensch sollte sein Gehirn zügeln und seine Hände entdecken!
    Auf deine Instinkte sollst du hören, nicht auf dein Gehirn!
    Auf dem Land kannst du dein eigenes Brot essen, gärtnern, Wein anbauen, Bienen züchten, Tiere pflegen.
    Wer Selbstgebautes ißt, sieht alles anders. Großstadt schafft nur Neurotiker, der Evolutionsmensch kann ohne Natur schwer normal bleiben.
    Globales diskutieren verboten! Warum solltes du alle Sorgen der Welt auf dich nehmen?
    Wenn alle für sich sorgen, kommt auch global alles in Ordnung.
    Die Welt können wir nicht erlösen, aber unser Gewissen schon!
    Der Revoluzioner von heute hackt in seinem Garten oder spielt mit seinen Kindern.
    Kein Tag sollte ohne Tanz und Gesang vergehen!
    Zu so einem Leben braucht man bloß ein wenig Gefühl und Menschenmaß.
    Bibel-Kohelet sagt: Trink dein Wein und ehre Gott, ehe die Tage kommen, von denen sagen wirst: Ich mag sie nicht!

    Üdvözli Saralt a magyar Budapestről :
    Rózsa Sándor
    2012. okt. 13.

    P.S.
    Du, als Schreibmensch, siehst Du den Trend nicht?
    Computer inflationiert und entwertet Wort und Schrift. Gutenberg ist passé. Das Buch ist tot. Schwarze Zeichen auf weißer Basis kann man nicht aufessen. Wissen wird kostenlos, die Wissensträger arbeitslos.

    Es nimmt kein Ende mit dem vielen Bücherschreiben und viel Studieren ermüdet den Leib. (Kohelet 12,12)
    Windhauch, alles ist Windhauch. (Kohelet1,2)

    Die 7 Haupsünden
    (Papst Gregor I., um 540)

    Superbia rHochmut

    Avaritia rHabgier

    Luxuria eWollust

    Ira rZorn

    Gula eVöllerei

    Invidia rNeid

    Acedia eTrägheit

  2. 2 Sándor Rózsa meinte am 7. November 2014, 08:45 Uhr

    S a n f t e E n e r g i e H e f t e 5
    ==============================================================

    ENERGIEBILANZEN DER LANDWIRTSCHAFT
    UND DER ERNäHRUNG

    -Energetische Wirkungsgrade verschiedener Landwirtschaften
    -Der reelle Wirkungsgrad
    -Wirkungsgrad der Pflanzenproduktion
    -Wirkungsgrad der Fleischproduktion
    -Wirkungsgrad der Gesamtlandwirtschaft
    -Wirkungsgrad der Ernährung
    -Wirkungsgrad der Pflanzenesser (Vegetarier)
    -Wirkungsgrad der Fleischesser
    -Wirkungsgrad der Durchschnittsesser (40% Fleisch)

    ==============================================================

    S a n f t e E n e r g i e S t i f t u n g Budapest 2014

    VORWORT ZUM ENERGIEMENÜ (Heft 8)

    Steigender Energieverbrauch, schrumpfende Ressourcen, drohende Ölkriege, Klimaveränderung machen die Energie Jahr zu Jahr aktueller und zur Überlebensfrage der Menschheit.
    Das Jahr 1993 war für Energiebilanzen die Wasserscheide: davor und danach konnte man keine solche Berechnungen aufstellen. Bis 1993 waren die Daten zusammen und danach waren die Energieflüsse wegen Wiedervereinigung und Globalisation nicht mehr zu verfolgen. Nationale Energiebilanzen heute zu berechnen ist nicht mehr möglich.
    Die Energiedaten seitdem änderten sich wenig, die sind noch heute meistens zutreffend. (Input/Output-Verhältnisse). Energieverbrauch und Umweltzerstörung hängen eng zusammen. Wer die meiste Energie Verbraucht, verursacht die größte Umweltzerstörung.
    Die deutsche Energieausnutzung ist miserabel: 70% der Primärenergie geht verloren.
    Wir möchten nicht wegen dieser vergeudeten Ressourcen angeklagt werden.

    Wenn wir den Gesamtenergieverbrauch der BRD auf ihre Einwohner umlegen, kommen 50 000 kWh/Kopf/Jahr aus. 5000 Liter Öl/Kopf/Jahr (BRD 1989) sind fünfmal mehr, als der Grundbedarf. Das haben wir an uns geprüft, als wir statt 50 000 kWh/Kopf/Jahr nur 25 000 kWh verbraucht haben. (Davon ein beachtliches Teil Staatsverbrauch, auf den wir keinen Einfuß gehabt haben). Ob fünfmal mehr Energie auch fünfmal mehr Wohlstand bringt, ist fraglich – daß aber diese Energien für allemal verloren sind, steht fest.

    Alle üblichen Darstellungen erfassen nur ein Teil dieser Pro-Kopf-Energie (Auto, Heizung, Warmwasser, usw.) Wo bleibt die andere Hälfte?

    Diese stecken in den Produkten und Dienstleistungen. Das ist der indirekte Energieverbrauch oder die graue Energie.
    Die Energieschule Köln berechnet die restlose Verwendung von diesen 50 000 kWh, in dem sie die indirekte Energieverbräuche wie Ernährung, Bekleidung, Staat auf die Haushalte umlegt. (Industrie und Staat arbeiten für die Haushalte).

    Die Graphik „Energiemenü” hilft jedem sein persönliches Energiekonto zusammenzustellen. Hier kann sich jeder als Energiesparer oder Energieverschwender einordnen und Sprünge planen. Einfache Umstellungen können viel bringen, so zB. eine Umstellung auf 2x Fleisch die Woche bringt etwa doppelt so viel (ca. 4000 kWh), wie eine 30 000 DM-Solaranlage! (Wobei der Energieverbrauch bei der Erwirtschaftung dieser Summe nicht berücksichtigt wird, ebenso nicht die eingesparte Energiemengen durch Krankenhausentlastungen der Gesundernährten).

    WIR ESSEN – SOLANGE BIS ÖL REICHT’S!

    Der Steinzeitmensch hat die Energie 25mal besser ausgenutzt, als der heutige „moderne” Farmer: mit Einsatz von 1 kcal holte er ca. 50 kcal raus.

    Während die Energiebilanz der Pflanzenproduktion heute bestenfalls neutral ist, alles, was danach kommt (Fleischproduktion, Lebensmittelindustrie, Transport, Kühlung, Kochen) drückt das
    Energiesaldo ins Negative. Besonders die Fleischproduktion frißt enorme Mengen an Energien. Wer statt 40% Fleisch nur 20% verzehrt, kommt dem Vegetarier nahe.
    Wieviel Energie bedarf die Ernährung?
    Weizen in Getreidelagern ist erstmal für uns nutzlos. Lang ist der Weg, bis die Körner als gebackenes Brot auf unseren Tischen landen.

    Obwohl einige Kulturpflanzen positive Energiebilanzen aufweisen können (output/input Zuckerrübe 8:1, Mais 6:1), die gesamte Landwirtschaft ist weitgehend verlustreich. Das Land mit Mais-, Rüben-, und Rapsmonokulturen zu bedecken wäre tödlich.

    Keine Pflanzenproduktion ohne Tierhaltung – deshalb ziehen die Zuchttiere die gute Pflanzenausnutzung herunter.
    Die richtige Frage ist also nicht, wie hoch ist der Wirkungsgrad der Pflanzenproduktion, sondern wie hoch ist der Wirkungsgrad der Menschenernährung?

    VORGABEN

    PE: Primärenergie, Rohenergie
    Um korrekte und vergleichbare Werte zu bekommen, wir rechnen mit Primärenergie-Mengen. Als Einheit wird für die Verbraucher zugängliche kWh gewählt. (kW ist nur die Leistung, „Stärke”; kWh ist dagegen die Arbeit, der Verbrauch). Maß für Energieverbrauch eines Landes ist die TWh, Terrawattstunde, 10 hoch 12 kWh.

    Primärenergie ist die Energie der ungeförderter Energieträgern. Förderung schluckt auch Energie. Bei Gas und Öl sind das 14%. Soviel müssen wir also der Endenergie der Statistiker addieren (bei Strom 200%) um vergleichbare PE-Werte zu bekommen.

    Hätten wir es leicht, wenn wir ein autarkes Inselland hätten, wo Energie nicht rein, nicht raus. BRD ist Ende der 80er Export-Weltmeister, nach Schließung der Kohlemienen (werden wieder eröffnet?) fast alles Energie wird importiert.
    Durch die deutsche Grenzen kommen Rohstoffe, halbfertige Produkte, Menschen rein – raus gehen vor allem Made in W-Germany Produkte; Energie- und Stoff-Flüsse zu erfassen macht die Weltmarkt unmöglich.
    Annahmen
    Um überhaupt eine Energieberechnung anfangen zu können, mußten wir einige Annahmen machen:
    1. Der Agrarexport der BRD 1991 ist größenordnungsgemäß gleich dem Agrarprodukten-Einfuhr.
    2. Wir können nur von Daten der Datengeber und Statistiker ausgehen, unser Ergebnis also kann nicht genauer sein, als diese Datenbasis.
    3. Wenn die Endberechnungen der schweizerischen und den USA-Werten vergleichbar sind, sie sind akzeptabel.

    Die Ungenauigkeit liegt in der Natur der Sache. So unser Ziel exakte Zahlen zu bekommen konnte nicht sein. Wir wollten nur Hintergründe der heutigen Landwirtschaft und Ernährung besser zu verstehen und die Folgen bedenken.

    FORTSCHRITT IN DER ENERGIEAUSNUTZUNG?

    Der Steinzeitmensch arbeitete nur 2 Tage in der Woche (Jagen und Sammeln), mit 100W investierte er 2 x 8 x 100 = 1,6 kWh, das war aber ausreichend für die Deckung des Nährwertbedarfes seiner vierköpfiger Familie:
    4 x 24 x 100 = 67,2 kWh.
    Im Supermarket von Wildpflanzen und Wildtiere schaffte er also mit Einsatz von 1 kcal ganze 42 kcal Nahrung. Danach faulenzte er 5 Tage, oder dekorierte seine Höhlenwände.

    Der heutige Landwirt setzt dagegen 25 kcal ein um 1 kcal Nährwert zu holen. Mit der Mechanisierung gerät die Lanwirtschaft immer tiefer in die Außenenergienutzung. Mein Vater mähte noch Weizen mit Sense, wie die Menschen 10 000 Jahre lang. Unser kleiner Bauernhof kam ohne Fremdenergie aus – wir haben nicht einmal Kohle gekauft! Heute um ein Glas Milch zu produzieren muß man ein halbes Glas Öl kaufen. In der EU werden die Agrarprodukte sinnlos hin und her kuschiert. In Köln kann man Alpenmilch kaufen, während die Kölner Milch landet als Milchpulver in Afrika. Aus der Milch wird mit großem Energieeinsatz das Wasser hinausgetrieben um anderswo wieder – mit Wasser vesetzt – als Tierfutter zu verwenden. Und das alles deshalb, weil Öl und Umwelt noch immer so billig ist.

    Wir müssen aber zugeben, daß kcal der Nahrung nicht alles ist. Der Mensch benötigt daneben Vitamine, Spurenelemente, Ballaststoffe – Vollwerternährung. So können wir die Glashausgemüsen (besonder die ökologischen) nicht alle kritisieren. Warum aber frische Erdbeeren, Paprikaschotten im Winter? Jahrtausende kam der Mensch mit Angesäuertes, Eingemachtes aus.

    „GETREIDEVEREDELUNG”
    Das ist der Ausdruck für den Vorgang, bei dem Menschennahrung wird als Tierfutter zwecks Fleischproduktion mißbraucht.
    Das Tier aber arbeitet mit sehr schlechtemWirkungsgrad. Ein beträchtliches Teil verbraucht es für sein eigenen Stoffwechsel. Freilandtiere weiden und verwerten für Menschen unverdauliche Zellulose. In der Massentierhaltung dagegen werden die Tiere mit großem Energieeinsatz hergestellten Futter gemästet, mit Medikamenten behandelt; es wird geheizt, belichtet. Das Ergebnis: 10 kWh eingesetzt, 1 kWh Nährenergie herausgeholt.

    Wenn wir Körner (Müssli) essen, verwerten wir sechsmal mehr Energie und Eiweiß. Das intensive Fleischerzeugnis beruht auf Soya und Getreideimport, vor allem aus der dritten Welt. Einst selbstversorgende brasilianische Kleinbauer produzieren heute vorwiegend für Export. Sie sind völlig den Händlern und Pflanzenschutz-Multis ausgeliefert.
    Übermäßiges Fleischkonsum ist also nicht nur ein energetisches, gesundheitliches sondern auch ein ethisches Problem. Die Fleischesser verursachen Elend, weit weg am Anfang der Nahrungskette.
    Die Folgen des extremen Fleischverzehrs:

    1. Die Übergewichtige erleiden unerträgliche Schmerzen infolge Tumoren, Infarkte, Strokes, Rheumatismus.
    2. Getreide wird an Tieren verfüttert.
    3. Mit Hühnerfleisch kann man 8 Menschen satt werden lassen, mit den dabei verfütterten Getreide 100 Menschen.
    4. In der EU werden riesige Mengen an Lebensmitteln auf den Müll geworfen.
    5. Soyapreis geht in der dritten Welt hoch – die Hungernden konkurrieren mit Zuchttieren in der EU.

    Heute Menschenmassen zu ernähren in einer mechanisierten Landwirtschaft nur mit Massenproduktion möglich. Paar Prozent der Bevölkerung ist in der Lage die ganze Gesellschaft mit Lebensmitteln zu versorgen. Das ist die Entscheidung der Menschen: sie sind in der Arbeitsteilung für eine bequemere Lebensweise. Sie wählen eine bewegungsarme Schreibtischarbeit und den Lebensmittelanbau überlassen wenigen Farmern in einer völlig mechanisierten, automatisierten und chemisierten Landwirtschaft.
    Die Folgen: absurder Sport zwecks Ausgleichs oder das Erleiden zivilisatorischer Krankheiten. Dieser Komfort wird also kurzfristig mit entsetzlichen Tragödien bezahlt, langfristig droht der völliger Kollaps. Wenn die Energieversorgung der Landwirtschaft ausbleibt, die Mehrheit der Menschen erleiden Hungerstod. Für Energie-und Lebensmittel-Selbstversorgung sind nur wenige Länder fähig (Australien, Kanada, Venezuela).

    WIRKUNGSGRADE VERSCHIEDENER LANDWIRTSCHAFTEN
    Wieviel Nährwert schafften verschiedene Kulturen mit einer Einheit eingesetzter Energie?

    Kultur Energie gewonnener Nährwert
    ======================================
    Primitiver Ackerbau 1 50
    Jäger und Sammler 1 30
    Reis, China 1930 1 20
    Reis, Thailand 1 17
    —————————————————————–
    Extensiv Weizen 1 17
    Kartoffel 1 16
    Mais 1 10
    Intensiv Weizen 1 5
    Mais 1 4
    Kartoffel 1 4
    Soya 1 2
    ———————————————————-
    Rind, Freiland 1 2
    Eier 1 1,5
    Milch, Weiden 1 1
    Küstenfischerei 1 1
    ————————————————————
    Ö k o l o g i s c h e r U m s c h l a g
    ————————————————————
    Weißbrot 3 1
    intensiv Schweinefleisch 3 1
    Eier 4 1
    Milch 5 1
    Fischmehl 8 1
    Rindfleisch 10 1
    Geflügel 12 1
    Fischerei 250 1
    Glashaus-Gemüse 600 1

    (Bachofen et al. 1981/World Bank 1980)

    I. DER REELLE WIRKUNGSGRAD DER WESTDEUTSCHEN LANDWIRTSCHAFT

    Der Wirkungsgrad eines Systems ergibt sich aus output : input Verhältnis, dh. gewonnene Energie zu reingesteckten Energie. Alle bisher ermittelten Agrar-Wirkunggrade sind bloß t h e o r e t i s c h e Wirkungsgrade. Weizen ungemäht auf dem Acker hat noch keinen output! Die Landwirtschaft hört nicht auf mit der Ernte, Essen ist noch lange nicht auf dem Tisch, bloß Getreide in Silos und die Zuchttiere vor dem Schlachten.
    Wir dürfen also nicht beim Wirkungsgrad der Landwirtschaft aufhören. Wir müssen den
    reellen Energiebilanz der Landwirtschaft bzw. den Wirkungsgrad der Ernährung zu ermitteln versuchen!
    Der r e e l l e Wirkungsgrad verfolgt die Agrarprodukte bis zum Ende und berücksichtigt die Energien jeder Stufe – vom Saat bis zum Tisch (Life-Cycle). Um die Geamtenergie der ganzen Ernährung zu berechnen, wir müssen den Weg der Roh-Nahrungsmitteln weiter folgen (Lebensmittelindustrie, Verpackung, Transport, usw.) und alle eingesetzten Energien summieren.

    1. D e r r e e l l e W i r k u n g s g r a d d e r P f l a n z e n p r o d u k t i o n

    O u t p u t : Nährwert v. Pflanzen vor d. Lebensmittelindustrie
    Pflanz. f. Mensch: Getreide + Garten-+Weinbau

    Getreideernte: 26 Mio t/BRD 1991
    (Statistisches Jahrbuch für Ernährung 1991; Bundesministerium für Landwirtschaft, Tabelle 2, Landwirtschaft und Ernährung)

    Nährwert: 4 kWh/kg Getreide
    TWh=10 hoch 12 Wh, 1 Mrd kWh
    Futter-Verwertung bei Tieren: 0.14
    Primärenergie PE:
    Gas, Öl kWh + 14%
    Strom kWh + 200%
    1 Btu = 0,000293 kWh

    verfüttert: 13 Mio t
    bleibt:
    Getreide: 26 – 13 = 13 Mio t x 4 kWh/kg = 52 TWh PE
    ===========
    Garten- + Weinbau

    Mio t Nährwert (kWh/kg PE) Mio kWh PE
    ===================================================
    Kartoffel 7,5 1.00 7,50
    Zuckerrübe 20,8 .70 14,56
    Obst 3,0 .62 1,86
    Gemüse 2,4 .33 0,80
    Wein 1,1 .85 0,94
    34,8 Mio t 25,66 TWh PE

    Garten+Wein 26 TWh PE
    ==========

    O u t p u t : 52 + 26 = 78 TWh PE
    =========
    I n p u t : direkte + indirekte Energieaufwendungen bei der Pflanzenproduktion

    Getreide:
    direkt 264 kWh/t
    indirekt 1058 kWh/t
    + 14% PE
    —————————
    1507 kWh PE/t Getreide

    (KTBL: Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft, Darmstadt: Energie und Agrarwirtschaft 1991)
    Getreide 13 Mio t x 1 507 kWh PE/t = 20 TWh PE
    ==========

    Garten + Wein (KTBL):

    Ernte: 34,8 Mio t

    direkt 287 kWh/t
    indirekt 1150 kWh/t
    ————————–
    1437
    +14% PE 201
    ———————–
    1638 kWh/t

    34,8 Mio t x 1638 kWh/t = 57 TWh PE
    ==========
    I n p u t : 20 TWh PE (Getreide) + 57 TWh PE (Garten-Wein) = 77 TWh PE
    =========
    o u t p u t : Nährwert Pflanzen f. Menschen 78
    ———— = ————————————— = —- = 1,0 1 : 1
    i n p u t : Energieaufwand f. Pflanzen 77

    Der reelle Wirkungsgrad der Pflanzenproduktion: output/input = 78/77 = 1,0 1 : 1

    Also der echte Wirkungsgrad der westdeutschen Pflanzenproduktion 1991 ist neutral, mit 1 kWh Primärenergie wurde 1 kWh Nahrungenergie hergestellt.

    2. W i r k u n s g r a d d e r F l e i s c h p r o d u k t i o n

    O u t p u t : Lebendgewicht-Nährwert, Gesamtprod. (Stat. Jb. F. Ernährung 1991)

    Verfüttert: 50 Mio t GE (Getreideeinheiten, auf Gerste bez.)
    50 Mio t GE x 4 kWh/kg Gerste = 200 TWh PE
    Nährwertminderung durch Verfütterung: 86% (0,14)
    (Strahm 1976, Bickel et al. Ernährung/Nutrition 3, 1979, 12, 566)

    67% Rindfutter .12
    25% Schweinefutter .28
    6% Geflügelfutter .18

    Output, Nährwert vor d. Schlachten: 200 TWh x .14 = 28 TWh PE
    ==========
    Andere Näherung:
    Fleischverzehr im Jahr: 87 kg/Kopf
    Einwohner BRD 1991: 61 Mio
    87 kg x 61 Mio EW = 5307 Mio kg Fleisch x 4 kWh/kg = 21,2 TWh

    I n p u t : Herstellungsenergie des Futters
    + elektrische Energie auf d. Bauernhof (PE Wirkungsgrad 0,3)
    verfüttert:
    50 Mio t GE x 1507 kWh/t Getreide = 75 TWh PE

    elektrische Energie : 5 TWh (KTLB)

    5 x 3 PE = 15 TWh PE

    Gebäude, Veteriner, Medikamente 10 TWh PE
    _________

    100 TWh PE
    ==========
    o u t p u t 28 TWh PE (vor dem Schlachten)
    ———– = ——————————————————————
    i n p u t 100 TWh PE (Energieaufwand Tierfutter + Haltung)

    Wirkungsgrad der Fleischproduktion: output / input = 28 / 100 = 0,28 1 : 3,6

    Die westdeutsche Fleischproduktion 1991 benötigte also um 1 kWh Fleisch-Nährwert zu produzieren 3,6 kWh Primärenergie.

    3. D e r r e e l l e W i r k u n g s g r a d d e r G e s a m t l a n d w i r t s c h a f t

    Weil die Pflanzen- und die Fleischproduktion nur zusammen die Landwirschaft ergeben, der gesuchte Wirkungsgrad der westdeutscher Agrarwirtschaft ergibt sich:

    output Nährwert Pflanz.. + Nährwert Tiere 78 + 28 106
    ———– = ——————————————— = —————- = ——— = 0.6 1 : 1,6
    input Energieaufwand Gesamtlandw. 77 + 100 177

    (So 167 TWh PE input ist vergleichbar mit – umgerechnet – 154 TWh PE in d. Schweiz; KTBL berechnet für input : 105 TWh EE – Endenergie)

    Der reelle Wirkungsgrad der westdeutschen Landwirtschaft: output/input = 106/177 = 0,6 1 : 1,6

    Die Energiebilanz der westdeutschen Landwirtschaft ist also leicht negativ. Um 1 kWh Nährwert zu erzeugen 1991 verbrauchte sie 1,6 kWh Primärenergie.
    (Andere Institute berechnen neutrale /1:1/ oder positive /2:1/ Energiebilanzen. Gewinn berechnete Heyland 1974/78 4,75:1 ; Bickel 1,2:1 für Futter, Schweiz, 1975/76)

    II. ENERGETISCHER WIRKUNGSGRAD DER ERNäHRUNG

    Input TWh PE/BRD/Jahr (Pflanz.+Tier.)
    LANDWIRTSCHAFT 177 (77+100)
    + LEBENSMITTELINDUSTRIE 167 (125+42)
    + VERPACKUNG 74 (37+37)
    + TRANSPORT 35 (18+18)
    + HANDEL + KÜHLUNG 187 (14+173)
    + MENSA + KÜCHE 186 (47+139)
    ____________
    826 TWh PE

    (HIRST, E.: Food –Related Energy Requirements, Science 184, 1974, USA;
    CANNING, P. et al.:Energy Use in the US. Food System, Economic Research Service, 2010)

    USA 2002 umger. BRD BRD 1991
    288 Mio EW 61 Mio EW TWh PE (eigene Zahl)
    ======================================================================
    Landwirtschaft 615 TWh 130 TWh 177 TWh PE
    Lebensmittelindustrie 791 TWh 167 TWh 167 TWh PE
    +Verpackung 264 TWh 56 TWh 74 TWh PE
    Transport 190 TWh 40 TWh 35 TWh PE
    Handel 659 TWh 140 TWh 187 TWh PE
    Mensa, Haushalt 524+1143 TWh 111+242 TWh 186 TWh PE
    Gesamt-En.aufw. Ernähr. 4186 TWh 746 TWh 826 TWh PE

    Pro Kopf 14 535 kWh/EW/a 12230 kWh/EW/a 13 540 kWh/EW/a

    (D. Spreng: Wieviel Energie braucht die Energie? vdf 1988, Schweiz)
    Schweiz umgerechnet BRD
    MJ/Kopf/Tag GJ/Kopf/Jahr kWh/Kopf/Jahr 61 Mio EW
    ========================================================
    Agrochemie 7 MJ 2,6 GJ 710 43 TWh PE
    Landwirt.. 18 MJ 6,6 GJ 1825 111 TWh PE
    Lm-Ind. 20 MJ 7,3 GJ 2028 74 TWh PE
    Verpack. 12 MJ 4,4 GJ 1217 124 TWh PE
    Transp./Lag. 18 MJ 6,6 GJ 1825 111 TWh PE
    Koch./Kühl. 30 MJ 1 1,0 GJ 3042 186 TWh PE
    ================================================
    105 MJ 38.3 GJ 10639 kWh 650 TWh PE

    LANDWIRTSCHAFT
    i n p u t = 177 TWh PE (77 + 100)
    =========

    LEBENSMITTELINDUSTRIE
    (Stat. Jb. Ern. BML, 1991)
    Direkt
    Pflanzen Tiere
    Kohle, Öl, Gas : 41 TWh PE (32 8,7)
    Strom: 24 TWh PE (17,3 6,5)
    Direkt 65 TWh PE (49,3 TWh PE + 15,2 TWh PE)
    ========= —————— ——————
    130 TWh PE

    Indirekt: Gebäude, Ausbess., Zusatzstoffe: keine Angabe

    Nach Spreng : 76 + 38 = 114 TWh PE/BRD
    pflanz. tier.

    Besserer Wert:

    US-Wert, umgerechnet auf 61 Mio EW BRD 167 TWh PE
    ==========
    VERPACKUNG
    Spreng, Schweiz 12 MJ / Kopf / Tag
    1200 kWh PE/Kopf/Jahr x 61 Mio EW
    74 TWh PE/BRD
    ============
    TRANSPORT
    (H. Schäfer, U. Wagner: Energiespar im Strassenverkehr. Dtsch. Verkehrswiss. Ges.
    1987; Zahlen in Verkehr 1991, Bundesanstalt f. Güterverkehr 1991)

    Kamion: 2916 kWh PE/ km
    Gewicht : 3,8 t x km / km
    Transportierte Lm.
    nah + fern (38 Mrd t + 7,5 Mrd t) = 45,5 Mrd t km
    Entfernung: 45,5 : 3,8 = 12 Mrd km x 2,926 kWh/km
    35 TWh PE
    =========
    HANDEL/KÜHLUNG
    Spreng, Schweiz

    Transport + Lager 35 TWh PE + 76 TWh PE = 111 TWh PE

    Kühlung 70,5 TWh PE + 5,5 TWh PE = 76 TWh PE
    tier. pflanz.
    187 TWe PE
    ===========
    MENSA + KÜCHE
    (Saarbrücker Energie Sparbuch, Stadtwerke, 1988)
    Mrd kWh/BRD
    Küche:
    Elektroherd 8,6
    Kühlschrank 8,2
    Tiefkühltr. 7,8
    Kühler/Frier. 2,7
    Warmwasser 3,8
    Kleine Geräte 3,6
    Gesch.spüler 4,3
    —————————————
    38,9 x 3 PE = 117 TWh PE
    ==========

    Spreng: Kochen und Kühlen

    30 MJ/Kopf/Tag 61 Mio EW x 365 Tage 186 TWh PE/BRD

    MENSA 69 TWh PE + KÜCHE 117 TWh PE = 186 TWh PE/BRD
    ==============

    WIRKUNGSGRAD DER ERNäHRUNG (BRD 1991)

    TWh PE (pflanz.+tier)
    LANDWIRTSCHAFT 177 (77+100)
    + LEBENSMITTEL-IND. 167 (125+42)
    + VERPACKUNG 74 (37+37)
    + TRANSPORT 35 (18+18)
    + HANDEL 187 (14+173)
    + MENSA + KÜCHE 186 (47+139)
    ============================================
    826 TWh PE

    O u t p u t Ernährung (Brot + Bratfleisch) 78 + 28 = 106 TWh PE
    ==========

    I n p u t Ernährung (Gesamt-Energieaufwand Ernährung) 826 TWh PE
    ===========

    Wirkungsgrad der Ernährung: output/input 106/826 = 0,13 1 : 7,7

    Danach ist der Wirkungsgrad der menschlichen Ernährung in West Deutschland 1991 stark negativ.
    (0,13), d.h. um eine Einheit Nahrungsenergie zu produzieren verbrauchte man 7,7 Einheiten Primärenergie.
    (Weber in /6/ gibt als Gesamt-Energieinput Nahrung 396 TWh PE an)

    ENERGIEBILANZE VERSCHIEDENER ERNäHRUNGSWEISEN

    WIRKUNGSGRAD DER PFLANZENESSER (VEGETARIER)

    Output NäRWERT DER GESAMTPFLANZENPRODUKTION FÜR MENSCHEN
    Brot auf dem Tisch
    ——— = ————————————————————————————————
    Input LANDW.+LM-IND+VERPACK.+TRANSPORT+KÜHLUNG+KÜCHE
    pflanz.:tier 1:1 3:1 1:1 1:1 1:12 1:3

    78 TWh PE 78
    = ————————————————————- = —— = 0,25 1 : 4
    77 + 125 + 37 + 18 + 14 + 47 TWh PE 318

    Wirkungsgrad der Vegetarier = 0,25 1 : 4

    Danach, wer nur Pflanzen ißt, verbraucht 4 kWh Primärenergie primer um 1 kWh pflanzlichen Nährwert zu herstellen, wenn er gewöhnliche, chemisierte Agrarerzeugnisse nimmt.
    WIRKUNGSGRAD DER NUR-FLEISCHESSER

    Output NäHRWERT DER GESAMT SCHLACHTTIERE + ERZEUGNISSE
    ——— = ——————————————————————————————-
    Input LANDW.+LM-IND+VERPACK.+TRANSPORT+KÜHLUNG+KÜCHE
    pflanz.:tier 1:1 3:1 1:1 1:1 1:12 1:3

    28 TWh PE (Bratfleisch auf dem Tisch) 28
    = ————————————————————- = ——- = 0,06 1 : 18
    100 + 42 + 37 + 18 + 173 + 139 TWh PE 509

    Wirkungsgrad der Nur-Fleischesser = 0,06 1 : 18

    Danach, wer nur Fleisch ißt, verbraucht 18 kWh Primärenergie um 1 kWh Nährwert zu bereitstellen.

    WIRKUNGSGRAD DER ERNäHRUNG

    Brot + Bratfleisch 78 + 28 106
    ——————————- = —————– = ——- = 0,13 1: 7,7
    Gesamtenergieaufw. Ern. 318 + 509 827

    WIRKUNGSGRAD DER DURCHSCHNITTSESSER (40% FLEISCH)

    47 (60%) + 11 (40%) 58
    ————————————- = ——– = 0,15 1 : 6,7
    191 (60%) + 204 (40%) 395

    Wirkungsgrad der Durschnittsesser = 0,15 1 : 6,7

    Jetzt schauen wir uns an, was passiert, wenn wir um die Hälfte weniger Fleisch essen pro Woche?

    WIRKUNGSGRAD DER GEMäßIGTEN VERBRAUCHERN (20% FLEISCH)

    62 (80%) + 6 (20%) 68
    ——————- —————– = ——– = 0,19 1 : 5,2
    254 (80%) + 102 (20%) 356

    Wirkungsgrad der gemäßigten Verbrauchern = 0,19 1 : 5,2

    Weil die Gewichtung des tierischen Teils riesig ist, schon die Halbierung des Fleischkonsums verringert unseren Energieverbrauch um 4000 kWh!

    Literatur
    1. CREMER, H.-D. – Oltersdorf, U.: Energieaufwand und Nahrungsproduktion, Ernährungsumschau, 26 (1979) 7
    2. SCHÜRCH, A.: Das Haustier als Glied der Umwandlungskette zwischen Sonnenenergie und Nahrungsenergie, Kraftfutter, 1980/
    3. MARCHETTI, C.: Wieviel Öl kostet unser täglich Brot? bild der wissenschaft, 1980/2
    4. SCHUSTER, G.: Endstation Hunger, natur 1982/3
    5. BORN, P.: Biomassenkonversion, VDI Fortschrittsberichte Nr. 265, 1991
    6. VOGTMANN: Ökologische Landbau, 1985
    7. KRAUTH, W. – LÜNZER, I.: Ökolandbau und Welthunger, Hamburg 1982
    8. WEBER, A.: Energieiensatz und –umwandlung in der deutschen Landwirtschaft, Münster-Hiltrup 1979
    9. KRIEG, P.: Der Mensch stirbt nicht am Brot allein, Lesebuch zum Film Septemberweizen, Wuppertal 1981
    Europäische gemeinschaft (Hrsg): Landwirtschaft und Energie, Probleme von Heute – Perspektiven von Morgen, Brüssel 1983
    10. AUBERT, C.: Eine Landwirtschaft, die Energie und Rohstoffe vergeudet; in Organischen Landbau, Stuttgart 1981
    11. GRUHL, H.: Landbau heute, Frft 1987
    10. WILSON, Sci. Amer. 228, 8/1973
    11. BOHN, T.J.: Einfluss der Nutzung der Energieträger auf die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft, VDI-Berichte 793, Darmstadt
    12. CANNING, P. et al.:Energy Use in the US. Food System, Economic Research Service, march 2010
    13. GALAMBOS, Csilla: A magyar mezőgazdaság energiamérlege 2011, BCE (Agrar-E.bilanz Ungarn)

    Literatur (Energiemenü, Sanfte Energie Hefte, Nr. 8.)

    1. ARBEITSGEITSGEMEINSCHAFT ENERGIEBILANZEN Essen: Energieflussbild der Bundesrepublik Deutschland, 1992
    2. SEIFRIED, D.: Gute Argumente : Energie, C.H. Beck, München, 1991
    3. HARTMANN, D.: Simulation der energierelevanten Daten, Ife Schriftenreihe 20, Universität München
    4. SCHAEFER, H.: Kumulierte Energieverbrauch von Produkten, Brennstoff-Waerme-Kraft, 34, Nr.7, 1982
    5. GEIGER, D., MAUCH, W.,: Energieaufwand für den Privatbereich spektrum der wissenschaft, 10/92
    6. SPRENG, D.,: Wieviel Energie braucht der Energie? Vdf Zürich, 1991
    7. VOLKMER, M.: Elektrische Energie aus Solarzellen, HEW 1988
    8. IFEU-BERICHT 48: Schadstoffemissionen und energieverbräuche von PKW …, Heidelberg, 1988
    9. AG ENERGIEBILANZEN
    36. BML: Statistische Jahrbücher über Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Landwirtschaftsverlag, 1991
    37. KTBL 320: Energie und Agrarwitschaft, Landwirtschaftsverlag 1991
    38. Statistische Jahrbücher f.d. Bundesrep. Deutschland 19921

    Dieses Heft wurde 2013 gemacht, zum Nulltarif, nachdem bei allen vorherigen Heften alle Staatlichen Behörden und „Unterstützer” uns zum Tölpel gemacht haben. Zusammengestellt von: Dr. Sándor Rózsa Korrektur: Mihály Földi Sanfte Energie Hefte:1.Test Kessel, 2.Hormonaktive Stoffe (BUND-Berlin) 3.Test Waschpulver, 4.Heizung, 5.Energiebilanzen d. BRD-Landwirtschaft, 6.Waschmaschinen, 7.Ökolabor aus Abfall–25 Experimente, 8.Energiemenü(deutsch: www), 9.Sanfte Energie Pfad Wegweiser,10. Solar Batch Collector, 11.Experimente mit PETflaschen,12.Robinson-Haus; Wie waschen?(Ökoszolgálat, 2001), vergriffen;Kleinlexikon für Körperpflege – 1100 Inhaltsstoffe bewertet.Wer für uns einen, für sich selbst adressierten und frankierten A5-Umschlag schickt, bekommt ein Heft zugeschickt Unsere Stiftung (1992) ist k e i n e G e l d stiftung, vielmehr eine Arbeit-u.Stoffstiftung. Szelíd Energia Alapítvány (Sanfte Energie Stiftung), H-1118 Budapest, Sasadi út 24. vils@freemail.hu
    Fast alle Hefte auf d. Internet, der Staatsbibliothek MEKSzéchenyi u. ÉlőfaluHálózat (Dorfnetz) besten Dank!
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  3. 3 Sándor Rózsa meinte am 12. Februar 2017, 07:31 Uhr

    WISSENSCHAFTSKRITIK BUDAPEST
    – Es ist „ausgeforscht”: alle grundlegende Erfindungen sind da. Was jetzt kommt: überflüssig oder schädlich. Detailforschung wird in unseren Namen bestellt, weit von unserem Alltagsleben, abstrakt, nicht nachvollziehbar, teuer, unbezahlbar.
    – In der Raumfahrt seit 50 Jahren nichts (die letzten Mondsteine wurden nicht einmal ausgepackt), in der Energetik – seit Atomkraft und Photovoltaik 1960 – genauso. Nach 30 Jahren Internet – angesichts der nähernder ökologischer Katastrophe – wo ist die revolutionäre Erfindung?
    – Die Technik schreitet nicht voran, sie vermehrt sich bloß. Groß ist der Unterschied zwischen nichts und einer Wachswalze, aber klein zwischen Schallplatte, CD oder Pendrive – parallele Konstruktionen. Schau dich in deiner Küche um: Was für ein Gerät fehlt noch? Alles schlichte Technikvermehrung – mit erheblicher ökologischer Belastung.
    – Kuhn’s Paradigmenwechsel trifft jetzt Einstein selbst: die Quantenverschränkung hebt Einstein‘ instantane Wirkungsverbot auf; das Graviton, Higgs-Teilchen, dunkle Energie, Stringtheorie, Branen, parallele Universen, usw. zeigen, dass das Spiel nie endet. Je mehr Fernrohre, desto mehr Sterne, je größer die Beschleuniger, desto kleiner die Teilchen. Die Natur macht uns zum Narren – oder wir uns selbst, wenn wir dies alles hineindeuten.
    – B. Russel fragt: Gibt es Naturgesetze wirklich, oder schafft sie bloß die menschliche Ordnungliebe? I. Kant sagt, die Physik ist nur deshalb so erfogreich, weil die Bedingungen für ihre Erfolge legt sie selbst fest.
    – Wir sind nicht glücklicher geworden, als die Urgemeinde: das Privateigentum brachte die Sklaverei, die Städte die Seuchen; das Salz, der Zucker die Hypertonie und die Zuckerkrankheit.
    – Die Krankenhäuser sind voll mit Zivilisationskrankheiten, Dank der Wissenschaft. Sie macht uns krank und nachher sie ist auf die Krücken stolz, die sie erfindet.
    – Kenntnissen beziehen wir in Form von elektronische Zeichen, alle zum Knopfdrücker geworden, aber sich richtig ernähren, Briefe schreiben, tanzen, Feuer anlegen, Lebensmittel und Wärme anbauen können wir nicht – dies alles lassen wir uns anliefern, und schnappen nach Luft, wenn die Versorgung abbricht.
    Überlege genau, was für eine Technik willst du in deine Wohnung reinlassen!
    Der Ökologist freut sich immer:
    -wenn die Sonne scheint, arbeitet seine Solaranlage,
    -wenn der Wind weht, dreht sich sein Windrad,
    -wenn es regnet, sein Garten wird gegossen,
    -wenn’s kalt wird, schaltet sein Kühlschrank aus.
    Es nimmt kein Ende mit dem vielen Bücherschreiben und viel Studieren ermüdet den Leib. Viel Wissen, viel Aerger/wer das Können mehrt, der mehrt die Sorge. Iß freudig dein Brot, und trink vergnügt deinen Wein. Fürchte Gott und achte auf seine Gebote! (Kohelet 12,13)
    Laß uns Garten anlegen, Bäume pflanzen, Wein anbauen, mit den Kindern spielen, spazieren!
    Kein Tag soll ohne Tanz und Gesang vergehen!
    Sanfte Energie Stiftung Budapest
    http://www.okobetyar.blog.hu

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