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Die Zukunft des Endes. Zwischenbilanz der globalen Krise

06 Aug 1700

Krisis-Seminar

25. – 27. September 2009 in der Jugendbildungsstätte Burg Hoheneck, 91472 Ipsheim

Abermilliarden haben die Regierungen weltweit seit dem vergangenen September in die Finanz­märkte gepumpt, um den freien Fall des globalen Banken- und Finanzsystems zu stop­pen. Vorerst scheint dies gelungen zu sein. Doch damit ist die Krise keineswegs überwunden. Denn erstens sind die „faulen Kredite“ und ungedeckten Forderungen der Banken und Finanz­akteure zu einem erheblichen Teil noch gar nicht offen gelegt geschweige denn „bereinigt“. Und zweitens hat der Durchschlag auf die „Realwirtschaft“ und die Arbeitsmärkte gerade erst begonnen. Trotz punktueller Verstaatlichung oder Quasi-Verstaatlichung einiger Schlüssel­industrien steht die große Welle von Unternehmenszusammenbrüchen und Massenentlassun­gen noch bevor. Die Auswirkun­gen auf die Arbeits- und Lebensverhältnisse vieler Menschen werden verheerend sein. In den peripheren Regionen, aber auch im Epizentrum der Krise, den USA, ist dies schon jetzt deut­lich zu spüren.

Angesichts dieser Entwicklung werden nun wieder verzweifelte Hoffnungen in die Politik gesetzt. Umfragen zufolge hat die Angst vor der Krise das Vertrauen der Bevölkerung in Staat und Regierung wieder deutlich gestärkt. Doch bestätigen die Maßnahmen der Krisen­verwaltung in den letzten Monate nur noch einmal überdeutlich, dass Politik im Grunde gar nichts anderes machen kann, als durch einen weiteren gigantischen Verschul­dungsschub die Dynamik der fiktiver Kapitalschöpfung möglichst zu verlängern. An Stelle der geplatzten privatwirtschaftlichen Blasen wird eine neue Staatskreditblase auf­gepumpt. Denn die strukturelle Ursache des säkularen Krisenprozesses, in dessen Verlauf der gegenwärtige Crash zweifellos einen qualitativen Einschnitt und eine Etappe weiterer Ver­schärfung darstellt, lässt sich nicht beheben. Das Abschmelzen der Wert- und Arbeitssubstanz infolge des Produktivkraftschubs der dritten industriellen Revolution geht weiter – und zwar gerade im gegenwärtigen Krisenschub in beschleunigtem Tempo. Alles Gerede von einer neuen sozialen und ökologischen Regulation des Kapitalismus und einer Neuausrichtung auf die „Realwirtschaft“ ist daher haltlos und nicht zufällig jetzt fast schon wieder vergessen.

Das Seminar zieht eine Art Zwischenbilanz des bisherigen Krisenverlaufs. Dabei richtet es den Blick sowohl auf die strukturellen Krisenursachen als auch auf die subjektiven und ideo­logischen Krisenreaktionen. Weiterhin geht es aber auch um die Frage einer gesellschaftlich-oppositioneller Organisierung jenseits neo-regulatorischer Politikillusionen, wie sie unter dem Stichwort des „Green New Deal“ diskutiert werden. Diese Frage lässt sich freilich nur auf der Grundlage einer adäquaten Analyse des Krisenprozesses beantworten.
Ablauf:

Freitag 25.9.
16.30 – 18.00 Uhr: Begrüßung, Einführung in das Seminarthema und Vorstellungsrunde
19.00 – 21.30 Uhr: Die Epoche des fiktiven Kapitals und ihre Krise. Von den „Reaganomics“ zur globalen Notverstaatlichung der Blasenwirtschaft – Referat und Diskussion mit Ernst Lohoff (Nürnberg)

Samstag 26.9.
9.15 – 10.00 Uhr: Profitratenfall, Unterkonsumtion oder Überwuchern der unproduktiven Arbeit? Krisentheorien in der Kritik – Peter Samol (Herford)
10.00 – 10.45 Uhr: Krisenverlauf und Krisenreaktionen in Osteuropa – Tomasz Konicz (Poznan)
11.00 – 12.30 Uhr: Diskussion der Referate in separaten Gruppen
15.00 – 15.45 Uhr: Krisenverarbeitung in den Gewerkschaften und Perspektiven der Organisierung – N.N.
15.45 – 16.30 Uhr: Unser Kapital soll sauber werden! Der „Green New Deal“ als Schimäre – Attila Steinberger (Nürnberg)
16.45 – 18.15 Uhr: Diskussion der Referate in separaten Gruppen
19.00 – 20.30 Uhr: Öffentliche Mitgliederversammlung des Förderverein Krisis und
Besprechung gemeinsamer Aktivitäten

Sonntag 27.9.
9.15 – 11.30 Uhr: Abschied von der Illusion. Warum die Politik die Krise nicht lösen kann und es einer neuen Perspektive sozialer Emanzipation bedarf – Referat und Diskussion mit Norbert Trenkle (Fürth)
11.45 – 12.30 Uhr: Zusammenfassung der Ergebnisse
13.30 – 15.00 Uhr: Abschlussdiskussion und Feedbackrunde

Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung betragen 45 € (Dreibett­- oder Vierbettzim­mer), 60 € (Doppelzimmer) und 70 € (Einzelzimmer). Ermäßigter Beitrag 25 €. Um schnelle Anmeldung wird gebeten, da die An­zahl der Plätze begrenzt ist. Eine Anmeldungsbestätigung verschicken wir nicht. Doppelzimmer stehen nur begrenzt zur Verfügung.
Die Adresse des Tagungshauses: Jugendbildungsstätte Burg Hoheneck, 91472 Ipsheim (zwischen Nürnberg und Würzburg gelegen), Telefon: 09846-9717-0
Anfahrt für Autoreisende: Von Würzburg kommend, Autobahn A3, Ausfahrt Bad Windsheim, Richtung Neustadt/Aisch bis Ipsheim fahren. Dort den Schildern zur Burg Hoheneck folgen.
Bahnreisende: Bis Neustadt/Aisch, dort umsteigen in die Bahn Richtung Steinach (oder bis Steinach und dort umsteigen in Richtung Neustadt/Aisch), aussteigen in Ipsheim. Bis zur Burg sind es ca. 3 km zu Fuß (ausgeschilderter Wanderweg), es wird aber auch ein Abholdienst organisiert.

Anmeldung zum Seminar „Die Zukunft des Endes“
An Förderverein Krisis e.V., Postfach 81 02 69, 90247 Nürnberg oder krisisweb@yahoo.de
Ich möchte mich zum Seminar Die Zukunft des Endes vom 25. – 27.9.2009 anmelden. Die Kosten für Unterbringung und Verpfle­gung überweise ich bis spätestens zwei Wochen vor dem Seminar auf das Konto des Förderverein Krisis 300114-859, Postbank Nbg. BLZ 760 100 85.
Ich möchte im Dreibettzimmer/ Zweibettzimmer/ Einzelzimmer übernachten (Bitte unterstreichen).

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Adresse: ………………………………………………………………………………………………………………………

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