Streifzüge 78 – Einlauf

Seltsam ratlos hinterlässt einen ein Büchlein von Hans Kelsen. Darin schreibt er völlig zu Recht: „Ich habe diese Abhandlung mit der Frage begonnen: Was ist Gerechtigkeit? Nun, an ihrem Ende, bin ich mir wohl bewusst, diese Frage nicht beantwortet zu haben. Meine Entschuldigung ist, dass ich in dieser Hinsicht in bester Gesellschaft bin.“ (Was ist Gerechtigkeit, (1953), Stuttgart 2000, S. 52.) Aber vielleicht ist die Frage auch gar nicht, was Gerechtigkeit ist, sondern, was die Formel bezweckt. Wir haben es mit keiner irgendwie gearteten Realität zu tun, sondern mit einem Postulat. Ideologisch freilich handelt es sich um einen Leitwert oder eine Lenkkategorie rationalisierter Bürgerlichkeit. Als solche sollten wir sie, unabhängig von unseren Impressionen, auch behandeln. Dazu und einiges mehr in dieser Ausgabe, die einen zwar nicht ratlos, aber doch fragend hinterlassen soll.

Das Layout der Printausgabe wird neuerdings mittels freier Software erstellt. Im Zuge dieses Umbaus haben wir den Texten mehr Raum gegeben und die Buchstabenwüste aufgelockert.

Ansonsten sind auch wir während der Produktion des Heftes in die Corona-Krise geschlittert. Die Streifzüge wurden daher einige Wochen später als geplant ausgesandt. Betreffend Thema Nummer Eins verweisen wir auf den EU-Artikel von Lorenz Glatz, weiters auf unsere Website und auf die nächste Ausgabe.

Von unseren Autoren Alfred Noll, Eske Bockelmann, Karl Kollmann und Dieter Braeg gibt es aktuelle Bände. Dieter ist dieser Tage übrigens Achtzig geworden. Nicht nur für die tätige Hilfe und als Publizist sei er bedankt und beglückwünscht. Alles Gute, lieber Dieter.

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