Auf die Spur kommen

Streifzüge 50/2010

von Herbert Schindler

Der Fremde. Die Fremde. Das Fremde. Also fremd ist das für mich nicht. Wenn mir denn nun die verschiedenen Varianten und Verwendungen des Begriffes „Fremde“ durchaus nicht fremd sind, was ist dann eigentlich das Fremde am Fremden?

Nun ja, fremd ist nichts, Nichts ist fremd und so war das eigentlich schon immer. Das Nichts zu umschreiben soll nicht Gegenstand meines Kommentars sein, und das Fremde entfaltet sich bei näherer Betrachtung eigentlich als weniger fremd, als noch davor, und deshalb ist es wohl eher die Wahrnehmung des Neuen als unbekannt, die uns befremdet, und wieder zum Gewohnten, Vertrauten führt, oder derartiges hervorbringt.

Dem Fremden auf die Spur zu kommen und es besser verstehen zu lernen ist sowohl interessant, als auch gesellschaftlich relevant und macht neugierig.

So manch einer könnte bei neugieriger Betrachtung der oft fremd anmutenden Begriffe Ökonomie und Politik auf Marx und seinen Gebrauch des Begriffes Entfremdung stoßen.

Da mir dies nicht fremd zu sein scheint, fühle ich mich gerade fast schon ein bisschen entfremdet, und beende nun lieber diesen literarischen Arbeitsprozess, um weiterhin das Fremde kennen zu lernen, den Fremden, oder die Fremde, unentfremdet und doch stets Fremdes hervorbringend.

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