krisis 33

erscheint im April 2010

Nach dem Platzen der Immobilienblase ist allenthalben von der Krise des Kapitalismus die Rede. Gemeint ist aber zumeist nur die Krise des so genannten Finanzmarktkapitalismus, die auf die „Gier der Banker und Spekulanten“ zurückgeführt wird – verbunden mit der Hoffnung auf eine Rückkehr zum „gesunden Kapitalismus“. Tatsächlich jedoch hat die derzeitige Weltwirtschaftkrise einen viel grundsätzlicheren Charakter. Sie stellt eine weitere Etappe der Krisenverschärfung und -beschleunigung im Verlauf eines langen, säkularen Prozesses dar, der alle Sphären und Ebenen der Warengesellschaft erfasst und deren Grundlagen erschüttert. Verschiedene Aspekte dieses fundamentalen Krisenprozesses stehen im Fokus dieser krisis-Ausgabe.
Inhalt

Editorial
• Karl – Heinz Lewed: Erweckungserlebnis als letzter Schrei. Der Islamismus und die rational-irrationale Subjektivität der Warengesellschaft
• Ernst Lohoff: Die etwas andere Normalisierung. Der Teheraner Frühling und die Krise des warenproduzierenden Weltsystems
• Attila Steinberger: Konservative Restauration und Protest im Iran
• Julian Bierwirth: Streifzüge im Postfordismus. Anmerkungen zu immaterieller Arbeit und General Intellect
• Neil Larsen: Idiom der Krise. Zur historischen Immanenz der Sprache bei Adorno
• Tomasz Konicz: Osteuropa in der Krise. Von der Defizitkonjunktur zur Datschenwirtschaft

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