Homophober Moslem, toleranter Westen?

Vortrag und Diskussion mit Georg Klauda

Zeit: Mittwoch 22. April 2009, 20.00 Uhr
Ort: Nürnberg, DESI, Brückenstr. 23

Islamische Staaten geraten durch die Verfolgung Homosexueller immer wieder in den Blickpunkt der westlichen Medien, die solche Vorfälle gern als Zeichen kultureller Rückständigkeit interpretieren. Einige Bundesländer schlugen deshalb vor, Muslime im Einbürgerungsverfahren nach ihrer Einstellung zu Homosexuellen zu befragen. Zeigen sich deklassierte Halbstarke aus Migrantenfamilien aggressiv gegenüber Schwulen, werden reflexhaft religiöse Motive unterstellt. Anhand zahlreicher historischer und aktueller Quellen belegt der Referent, dass die Schwulenverfolgung in Ländern wie Iran und Ägypten weniger das Relikt einer vormodernen Vergangenheit ist. Vielmehr handelt es sich um das Resultat einer gewaltsamen Angleichung an die Denkformen ihrer ehemaligen Kolonialherren, die Homosexuelle im Prozess der Modernisierung erstmals identifiziert, benannt und zum Objekt staatlichen Handelns gemacht haben. Homophobie ist eine Erfindung des christlichen Westens, die im Zuge der Globalisierung in die entlegensten Winkel dieser Welt exportiert wird.

Über den Referenten
Georg Klauda, Dipl. Soz., geb. 1974, ist Autor des im Okt. ‘08 im Männerschwarm-Verlag veröffentlichten Buches „Die Vertreibung aus dem Serail: Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt“. ( Rezension auf krisis.org) Er lebt und arbeitet in Berlin. http://lysis.blogsport.de

Veranstalter: Förderverein Krisis

Weitere Veranstaltungen:

Hannover: Di, 14. April ‘09, 18:00 Uhr, Institut für Soziologie (AStA), Im Moore 21, Raum A 310

Berlin: Mo, 20.April ‘09, 20:00 Uhr, Tristeza (Veranstalter), U-Bhf. Hermannplatz

Hamburg: Di, 5. Mai ‘09, 19:30 Uhr, Werkstatt 3 (Veranstalter), Nernstweg 32

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