Apropos „Pandemierevisionismus“

von Andreas Urban

Rezension zu:
Frédéric Valin & Paul Schuberth (Hg.), Die verdrängte Pandemie. Linke Stimmen gegen den Pandemierevisionismus, Unrast, Münster 2025

Im Mai 2023 hat die WHO die sogenannte Corona-Pandemie für beendet erklärt. Seither herrscht das große Schweigen. Freilich: Die Politik inszeniert da und dort nicht einmal halbherzig zu nennende „Aufarbeitungen“, zumeist verbunden mit der gefährlichen Drohung, bei der nächsten Pandemie, die so sicher kommen soll wie das Amen im Gebet, „besser vorbereitet“ zu sein. Und die versprengten, sich tendenziell aus ihren unseriöseren Elementen rekrutierenden Überreste der maßnahmen- und impfkritischen Protestbewegung sind zuweilen mit Rufen nach Strafprozessen gegen die (aus ihrer Sicht) politisch und wissenschaftlich Verantwortlichen des Corona-Wahnsinns zu vernehmen, worin sich der so typische wie bornierte bürgerlich-demokratische Reflex artikuliert, konkret Schuldige dingfest zu machen, anstatt nach den tieferen Ursachen in den zugrunde liegenden und von den Protestierenden selbst blind vorausgesetzten gesellschaftlichen Verhältnissen zu fragen. Bereits ihre Kritik an Lockdowns war in der Regel motiviert durch den Wunsch, zur kapitalistischen „Normalität“ zurückzukehren – ganz so, als sei nicht gerade diese „Normalität“ das eigentliche Problem. In weiten Teilen der Bevölkerung scheint jedoch primär das Bedürfnis vorzuherrschen, den gut drei Jahre währenden Ausnahmezustand einfach zu vergessen – zumal dieser praktisch nahtlos durch das epochale Desaster in der Ukraine und bald darauf durch die Barbarei in Gaza (und inzwischen auch durch den ökonomischen und (geo)politischen Fallout der zweiten Amtszeit von Donald Trump1) abgelöst und in den Hintergrund gedrängt wurde.

Gegen die ubiquitäre Verdrängung der „Pandemie“ argumentiert nun ein Ende 2025 im Unrast-Verlag erschienener Sammelband mit Beiträgen von sich ausdrücklich „links“ verortenden Autorinnen und Autoren unter dem Titel Die verdrängte Pandemie. Linke Stimmen gegen den Pandemierevisionismus. Dies ist auch – so viel sei hier bereits vorausgeschickt – der einzige Konsens, den der Rezensent mit den Herausgebern und Autor/innen jenes Buches herzustellen vermag. Denn es ist in der Tat kritikabel, wenn eine gesellschaftliche Mehrheit nach dem Ende dieses zweifellos zu den „bizarrste[n] Episoden[n] der jüngeren Geschichte“2 zählenden Corona-Ausnahmezustandes einfach beschließt, so zu tun, als sei nichts gewesen. Wie bereits der Titel verrät, sind es aber gerade nicht solche Prozesse der „Verdrängung“, von denen das Buch spricht. Ganz im Gegenteil: Dieses identifiziert und problematisiert in der gesellschaftlichen Rückkehr zur Tagesroutine und in den ohnehin marginalen Ansätzen einer kritischen Aufarbeitung der Corona-Zeit vielmehr den Versuch, die „Pandemie“ als jene (angebliche) historische Jahrhundertseuche zu „revidieren“ – gewissermaßen ein zum gesellschaftlichen Mainstream aufgestiegenes „Corona-Leugnertum“.

Eine Besprechung des Buches auf inhaltlicher Ebene ist schon deshalb weder sinnvoll noch lohnend, da es argumentatorisch – soweit es eine realitätsgerechte Einordnung und Einschätzung der „Pandemie“ betrifft – kaum etwas beiträgt, das man nicht schon aus den Corona-Debatten der letzten Jahre zu Genüge kennt. Man kann im Grunde eine beliebige Buchseite aufschlagen und wird dort die altbekannten, längst durch die Realität widerlegten Mythen über die „tödliche Pandemie“ ausgebreitet finden, aus denen sich das offizielle Pandemienarrativ bis heute speist. So wird etwa – um nur ein Beispiel zu nennen – immer noch gegen jede Evidenz behauptet, eine Corona-Infektion sei in der Akutphase der „Pandemie“ nicht nur für „vulnerable Gruppen“ wie Alte und Hochbetagte, sondern für die gesamte Bevölkerung außerordentlich gefährlich gewesen. Erst heute habe sich das Virus so weit abgeschwächt, dass nunmehr tatsächlich überwiegend alte Menschen daran erkranken und versterben. Es wäre ausufernd und schlicht ermüdend, solche Behauptungen einem umfassenden „Faktencheck“ zu unterziehen, und obendrein müßig, zumal die mittlerweile überwältigende wissenschaftliche Evidenz bereits vielerorts (u.a. auch in Beiträgen des Rezensenten3) dokumentiert ist. Man müsste eigentlich nur das seit langem etablierte „Grippe-Monitoring“ des Robert Koch-Instituts (RKI) konsultieren, das während der „Pandemie“, unbeeindruckt von den öffentlichen Verlautbarungen der Behörde, weitergeführt wurde, und in dessen Daten selbst die Autoren des Buches Mühe hätten, die „Pandemie“ zu finden.4

Wissenschaftliche Evidenz ist aber ohnehin nicht deren Sache noch deren Anliegen. Im Gegenteil: Dergleichen ist, worauf noch einzugehen sein wird, geradezu verpönt. Evidenz wird daher – auch das kennen wir nur zu gut vom öffentlichen Diskurs während der „Pandemie“ – ersetzt durch Emotionalisierung und Moralisierung. Statt wissenschaftlicher Fakten werden anekdotische Evidenz vom Oberarzt einer Wiener COVID-19-Station oder „Fallgeschichten“ über den Leidenszustand von Long-Covid-Betroffenen aufgeboten. Die Schilderungen aus den jeweiligen Beiträgen brauchen dabei nicht per se in Zweifel gezogen zu werden. Es ist nicht ungewöhnlich, sondern Normalzustand, dass in Krankenhäusern, zumal auf Intensivstationen, sehr kranke Menschen liegen, die nicht selten an ihrer Erkrankung versterben – das ist bei jeder saisonalen Grippewelle so und wird wohl auch in Zukunft nicht anders sein. Auch dass es in Krankenhäusern punktuell zu Überlastungssituationen kommt, ist weder neu noch erstaunlich. (Wer erinnert sich nicht an die periodischen Medienberichte über Gangbetten, die vor wenigen Jahren noch so ziemlich jede Grippewelle begleiteten – und wovon man während Corona praktisch nie gehört hat, dafür von einer „historisch niedrigen Bettenauslastung“?5) Neu und historisch einzigartig waren hingegen die gesellschaftliche Reaktion auf das Virus und die dagegen ergriffenen Maßnahmen, und ein Großteil dessen, was sich in den Krankenhäusern abspielte, war wohl primär darauf und nicht (nur) auf das Virus zurückzuführen: so etwa auf das nachweislich unnötige, dafür extrem aufwendige und die Arbeit enorm erschwerende Tragen von Schutzkleidung, oder auf den zusätzlich verschärften Personalmangel aufgrund der Quarantänisierung von positiv getestetem, aber häufig gesundem Krankenhauspersonal. Dass darüber hinaus das Sterben der vornehmlich Alten und Hochbetagten6 an einer Covid-Erkrankung bei vielen Ärztinnen und Ärzten einen außeralltäglichen Eindruck hinterlassen hat, ist ebenfalls verständlich, wenn man bedenkt, dass es vor Corona eher unüblich war, alte, schwer vorerkrankte Menschen und insbesondere Bewohner von Alten- und Pflegeheimen mit Grippe oder anderen saisonalen Atemwegserkrankungen ins Krankenhaus einzuliefern, geschweige denn sie einer Intensivbehandlung mit invasiver Beatmung zu unterziehen, die sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht überleben. Man mag Letzteres aus einer linken, gesellschaftskritischen Perspektive als „sozialdarwinistisch“ kritisieren, weil alten Menschen dadurch eine medizinische Behandlung vorenthalten werde. Wer für das argumentativ nur allzu gerne beanspruchte Leiden von Menschen während der „Pandemie“ wirklich sensibel ist, sollte sich allerdings eingestehen können, dass gerade die Behandlung von Alten in der Corona-Zeit – wozu nicht zuletzt die als „Schutz“ legitimierte, jedoch in hohem Maße schädliche und oft tödliche Zwangsisolierung von Menschen in Pflegeheimen gehörte – weitaus inhumaner war als alles, was bis dahin den medizinischen Regelfall darstellte. Der „Schutz“, zu dem die Gesundheitspolitik die Alten und Pflegebedürftigen verdonnerte, hatte nichts, aber auch gar nichts „mit Menschlichkeit zu tun, sondern mit einem abstrakten ‚body count‘ im Krieg gegen einen unsichtbaren Feind“.7 Wichtig war nur, dass sie nicht „an oder mit Corona“ starben, alles andere war irrelevant. Und so ist es eine gleichermaßen folgerichtige wie von Verfechtern rigider Corona-Maßnahmen bis heute beharrlich negierte Tatsache, dass zahlreiche alte Menschen zwar nicht an Corona, dafür aber an Einsamkeit und an Vernachlässigung infolge der massiven, durch die Maßnahmen verursachten Verwerfungen in der Pflege starben.8

Auch das Leiden von Long-Covid-Betroffenen steht nicht infrage, sehr wohl aber seine Ätiologie. Und auch hier ist es so bezeichnend wie symptomatisch, dass nichts, was zu einer differenzierten Betrachtung des Phänomens gehören würde, auch nur ansatzweise an irgendeiner Stelle des Buches seinen Niederschlag findet – sei es die extreme Diffusität der Diagnose „Long Covid“ (zeitweilig umfasste dieses Krankheitsbild über 200[!] Symptome), seien es mögliche psychosomatische Zusammenhänge (übersteigerte Angst vor COVID-19, Stress durch Lockdowns und mediale Pandemie-Panikmache etc.)9, sei es die beharrliche und offensiv betriebene Vermengung von Long-Covid-Symptomen mit Impfschadensbildern („Post-Vac-Syndrom“), von denen abermals vor allem linke Adepten der Corona-Religion schlicht nichts wissen wollen.

Einige der im Buch angesprochenen Themen sind freilich durchaus konsensfähig. Dass etwa der Kapitalismus behinderten- und altenfeindlich und von einem „Hass auf alles Schwache“ (S. 210ff.) geprägt ist, ist so zutreffend wie bekannt. Und ohne Frage konnte einiges davon auf spezifische Weise auch während der Corona-Krise besichtigt werden – so etwa das zu Beginn der „Pandemie“ in sozialen Medien herumgeisternde Framing des Coronavirus als „boomer remover“ oder die impliziten und expliziten Aufforderungen an Alte während der ersten Lockdowns, sich ggf. für Wirtschaft und Gesellschaft zu „opfern“.10 Auch dass nirgendwo Rücksicht auf sozial Schwache genommen wird und viele Menschen aufgrund miserabler Arbeitsbedingungen höhere Risiken für alle möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen tragen, ist unabhängig von „pandemischen“ Bedrohungslagen zutreffend und zweifellos ein würdiger Gegenstand linker Kritik. Im Kontext dieser „Pandemie“ handelt es dabei jedoch mindestens um halbe Themenverfehlungen, da Corona eben keineswegs jene außergewöhnlich gefährliche Seuche war, für die sie manche Teile der Gesellschaft, inkl. der Herausgeber und Autor/innen des Buches, immer noch halten wollen, um sie zum Anlass und Gegenstand einer Sozialdarwinismus-Kritik zu machen. Erst recht ist es unzulässig und vielmehr Symptom einer verzerrten Wahrnehmung, wenn – was der Subtext des ganzen Buches ist – Kritik an einer irrationalen Corona-Politik und an einem destruktiven Maßnahmenregime pauschal mit Sozialdarwinismus gleichgesetzt und als „Hass auf alles Schwache“ denunziert wird.

Interessant ist das Buch vor diesem Hintergrund, wenn überhaupt, aufgrund seines symptomatischen Charakters: Es ist Symptom eines allgemeineren, die spätkapitalistische Gesellschaft – und hier auf spezifische Weise linke und liberale Milieus – prägenden Realitätsverlusts, der bereits eine wesentliche Voraussetzung jener historisch beispiellosen Pandemie-Farce bildete und ohne den der im März 2020 anhebende gesellschaftliche Irrsinn in dieser Form kaum möglich gewesen wäre.11 Diejenigen, die heute von „Pandemierevisionismus“ sprechen, sind daher nicht zufällig dieselben, die seit Jahren alle Fakten abseits der Zahlenakrobatik von den seinerzeitigen Corona-Dashboards und abseits der medialen Berichterstattung von Tagesschau und Co. beharrlich ignorieren und es nun schwer ertragen können, dass sich mittlerweile eine zwar keineswegs adäquate und fraglos durch diverse politische Interessen instrumentalisierte, aber allemal realitätsgerechtere Sicht auf die „Pandemie“ durchsetzt und ein größerer Teil der Bevölkerung inzwischen begriffen zu haben scheint, dass in der Corona-Zeit so einiges schiefgelaufen ist. Was hier als „Revisionismus“ erscheint, ist das Zerschellen eines Narrativs an einer Realität, die man seit Jahren mit aller Kraft negieren möchte, die sich aber immer schwerer und nur mit immer umständlicheren Verrenkungen negieren lässt.

In denselben Zusammenhang gehört die im Buch entfaltete Kritik an „Wissenschaft als Ideologie“ (zentral hierfür, wie auch für den Begriff des „Pandemierevisionismus“, ist ein über hundert Seiten langer, quasi das Kernstück des Bandes bildender Beitrag des Mitherausgebers Paul Schuberth; S. 57-143). Auch diese Kritik wäre berechtigt und zutreffend, wenn sie auch die intellektuell wie methodisch abgehalfterte, gleichsam eine postmoderne Verfallsform des Positivismus repräsentierende „Wissenschaft“ beinhaltete, welche die stillschweigende Grundlage der im Buch ausgebreiteten Wahrnehmung und Einschätzung der „Pandemie“ bildet – so etwa die unseriösen und zum Teil schlicht absurden Methoden, mit denen über Jahre hinweg eine „Pandemie“ regelrecht herbeigetestet und, als Höhepunkt der ganzen Farce, eine in Windeseile, unter Umgehung aller sonst üblichen Sicherheitsstandards auf den Markt geworfene genetische Impfung als „wirksam und sicher“ erklärt wurde, um sodann auf dieser Basis eine ans Faschistoide grenzende öffentliche Hetze gegen Personen zu legitimieren, die aus welchen Gründen auch immer von einer Impfung lieber Abstand nahmen. Gerade davon wollen jedoch die Autor/innen des Buches partout nichts wissen. Ihre im Grunde selbst eine Verfallsform darstellende „Wissenschaftskritik“ zielt vielmehr und allein auf jene inzwischen zuhauf vorliegende – keineswegs zu verabsolutierende, sondern immer kritisch zu prüfende – wissenschaftliche Evidenz, die deren Sicht auf die „Pandemie“ von Grund auf infrage stellt. Man will am Glauben an die „historische“ und „tödliche“ Pandemie festhalten, egal was die „wissenschaftlichen Fakten“ sagen. Solcherart Wissenschaftskritik ist freilich selbst ideologisch und erfüllt den Tatbestand dessen, was in der Dialektik der Aufklärung „Rückfall der Aufklärung in den Mythos“ genannt wird. Als solche ist sie nicht weniger regressiv als die Weltsicht von heute gerne so genannten und in der Tat oft genug in maßnahmen- und impfkritischen Kontexten ihr Unwesen treibenden „Wissenschaftsleugnern“ und „Verschwörungstheoretikern“, die beispielsweise jeden Krebsfall oder Herzinfarkt mit Todesfolge („plötzlich und unerwartet“) ohne irgendeine valide wissenschaftliche Evidenz für eine Nebenwirkung der Corona-Impfung halten wollten und auf dieser Grundlage die Impfkampagne mitunter gar zu einem „genozidalen Bevölkerungsreduktionsprogramm“ erklärten. Was für solche regressiven Erscheinungsformen gilt, gilt für den Corona-Mainstream und damit auch für die Autor/innen des Buches schon lange: Kaum irgendwo war und ist der Rückfall von Aufklärung in nackten Aberglauben eindrucksvoller zu beobachten als an der Stupidität, mit der bis heute unverstandene und inkonsistente Corona-Zahlen, Statistiken und Modellierungen als unwiderlegbare „Fakten“ und als Beleg für die „tödliche Pandemie“ identifiziert werden; im geradezu magischen Glauben an die unbedingte und niemals zu hinterfragende Notwendigkeit von Maßnahmen (Lockdowns, Masken, Impfung), deren Wirksamkeit niemals wissenschaftlich belegt wurde und in vielen Fällen wohl auch gar nicht belegbar ist; in der Blindheit, mit der in der Öffentlichkeit gegen jedes seriöse Verständnis von „Wissenschaftlichkeit“ (von Wissenschaftskritik ganz zu schweigen) dekretiert wird, man müsse „der Wissenschaft“ vertrauen; oder in der bodenlosen Ignoranz, mit der unterstellt wird, die wissenschaftlich „richtige“ Sicht der Dinge seit identisch mit der leitmedialen Berichterstattung und alles davon Abweichende sei „Coronaleugnung“, „Querdenkerei“ und „Verschwörungstheorie“, ohne dass jemals auch nur ein Blick auf die massenhaft vorliegenden, im Widerspruch zum herrschenden Pandemienarrativ stehenden wissenschaftlichen Befunde geworfen worden wäre.

Das vorliegende Buch fügt sich damit nahtlos in eine Reihe anderer „linker“ Publikationen zur Corona-Krise. Erinnert sei in diesem Zusammenhang etwa an das Buch Gekränkte Freiheit von Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey12, das sich durch eine besonders aufreizende Selbstgefälligkeit auszeichnete, mit der alle möglichen autoritären und regressiven Tendenzen ausschließlich aufseiten der Maßnahmenkritiker lokalisiert und ein bedingungsloser Konformismus im Angesicht des Corona-Ausnahmezustandes ernsthaft zu einer Form von Gesellschaftskritik umgebogen wurden. Auch in dieser Hinsicht ist der Sammelband von Valin und Schuberth symptomatisch. Zur Lektüre empfohlen sei er daher (abgesehen von Angehörigen jener linken Corona-Blase, die darin allemal ausreichend Gelegenheit zur Selbstvergewisserung finden werden) primär Leserinnen und Lesern, die sich gerne ärgern oder ein Interesse daran haben, sich ein weiteres Dokument des Verfalls kritischen linken Denkens zu Gemüte zu führen.

1 Dazu Andreas Urban, „Was Trump 2.0 über das aktuelle Stadium des Krisenkapitalismus aussagt“, 2025, wertkritik.org; Franz Schandl, „Der ehrliche Lügner. Von einem, der nichts kaschiert, aber alles faschiert“, in: Streifzüge, Nr. 92, 2025, S. 5-13.

2 Andreas Urban & F. Alexander von Uhnrast, „Corona als Krisensymptom – eine Einleitung“, in: A. Urban (Hg.), Schwerer Verlauf. Corona als Krisensymptom, Promedia, Wien 2023, S. 20

3 Vgl. Andreas Urban & F. Alexander von Uhnrast, „Corona als Krisensymptom?“ (Artikel in 2 Teilen), 2022, wertkritik.org; Andreas Urban, „Im Jahr 4 n. C. – Ein vorläufiges Resümee über die Corona-Krise“, 2024, wertkritik.org

4 Siehe einen beliebigen „ARE-Wochenbericht des RKI“ (abrufbar unter rki.de), insbesondere unter dem Abschnitt „Daten aus dem SARI-Krankenhaus-Sentinel“, der jeweils die Hospitalisierungsinzidenz schwerer akuter Atemwegserkrankungen wiedergibt. An dieser Stelle sei exemplarisch auf den Bericht der Kalenderwoche 48/2024 verwiesen, der Daten über die Saisonen 2018/19 bis 2024/25 aufbereitet.

5 Reinhard Busse & Ulrike Nimptsch, „COVID-19-Pandemie: Historisch niedrige Bettenauslastung“, in: Deutsches Ärzteblatt 118(10), 2021, S. 504-510.

6 Das Durchschnittsalter der in der Statistik als „Corona-Tote“ geführten Sterbefälle lag hierzulande in allen Phasen der „Pandemie“ signifikant über der allgemeinen Lebenserwartung.

7 Silja Samerski, „‚Kontraproduktiv‘ und ‚todfeindlich‘. Zur Aktualität von Ivan Illichs Nemesis der Medizin angesichts der Corona-Krise“, in: A. Urban (Hg.): Schwerer Verlauf. Corona als Krisensymptom, Promedia,Wien 2023, S. 232

8 „Alten- und Pflegeheime: ‚Die Einsamkeit tötet‘“, sueddeutsche.de, 19.10.2020; „Pflegeheimbewohner und Corona: ‚Menschen sind aus Einsamkeit gestorben‘“, deutschlandfunk.de, 1.4.2021; „‚Bei der Corona-Bekämpfung wurden Menschenrechte verletzt‘“, faz.net, 28.1.2023

9 Dies wird beispielweise nahelegt durch Studien, die zeigten, dass Kinder ganz unabhängig von einer durchgemachten Corona-Infektion unter Long-Covid-Symptomen leiden – was auf die Diffusität der Diagnose ebenso verweist wie auf mögliche andere Ursachen für die Long-Covid-Symptomatik, z.B. die psychische Belastung durch Lockdowns (Radtke et al., „Long-term Symptoms After SARS-CoV-2 Infection in Children and Adolescents“, in: JAMA 326(9), S. 869-871). Oder durch Studien, deren Ergebnissen zufolge subjektive Annahmen oder Ängste bezüglich einer möglichen Corona-Infektion verlässlichere Prädiktoren von Long-Covid-Symptomen sind als eine nachgewiesene Corona-Infektion (Joane Matta et al., „Association of Self-reported COVID-19 Infection and SARS-CoV-2 Serology Test Results With Persistent Physical Symptoms Among French Adults During the COVID-19 Pandemic“, in: JAMA Internal Medicine 182(1), S. 19-25).

10 Andreas Stückler, Kritische Theorie des Alter(n)s, Mandelbaum, Wien 2024, S. 182f.

11 Andreas Urban, Realitätsverlust und suizidale Drift. Corona, Ukraine-Krieg und die Krise des Westens, krise + kritik, Wien 2025

12 Carolin Amlinger & Oliver Nachtwey, Gekränkte Freiheit. Aspekte des libertären Autoritarismus, Suhrkamp, Berlin 2022. Kritisch zu diesem Buch siehe: Hendrik Wallat, „Vom Abdriften in die konformistische Theorie. Kritische Anmerkungen zu Gekränkte Freiheit: Aspekte des libertären Autoritarismus von Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey“, in: Kritiknetz – Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft, 2022, kritiknetz.de