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Schon wieder der Bode!

Miller schlägt Österreicher auch in der Abfahrt

von Franz Schandl

Dass ausgerechnet die Herrenabfahrt nicht zum österreichischen Triumph werden sollte, war denn doch ein herber Schlag gegen die erfolgsverwöhnten Schiälpler. Damit hatten sie nicht gerechnet, dass ihnen auch hier die US-Amerikaner Gold und Silber wegschnappen. Der siegreiche Bode Miller (USA) dürfte überhaupt zum Superstar dieser WM avancieren. Nach dem Super-G letztes Wochenende hat er nun auch die Abfahrt gewonnen. Und die Kombination zwischendurch ging wahrscheinlich nur deswegen an die Österreicher, weil Miller kurz nach dem Start einen Schi verloren hatte.

Dem kleinen Dämpfer zum Auftakt folgte nun also der große Dämpfer am Samstag. Gerade in der Königsdisziplin, der Abfahrt, hatte man schon seit Jahren keine Weltmeisterschaft mehr verloren. Dann gewinnen da die Amerikaner, und unsereiner, in diesem Fall Ex-Weltmeister Michael Walchhofer, wird nur Dritter, oder wie der ehemalige Seriensieger Hermann Maier gar nur Siebzehnter. Dessen Stern dürfte im Sinken sein. Erstmals gab es Diskussionen darüber, ob Maier, da seine Saisonergebnisse recht schlecht gewesen sind, an den Start gehen sollte. Aber da sprachen die Trainer ein Machtwort. Auch ein schwerer Trainingssturz am Vortag des Rennens stellte Maiers Teilnahme nicht in Frage. Er tat die „Brezn“ einfach als „Kindersturz“ ab: „Ich habe mein rechtes Bein einem Test unterzogen. Das Bein hat ihn überstanden“.

Irgendwie wirken die rotweißroten Spitzenleute gerade in den Speed-Disziplinen wie Dinosaurier, die ihre besten Zeiten schon hinter sich haben. Fast alle sind um oder oft weit über die 30 Jahre alt. Das scheint auch den ORF-Moderatoren zu dämmern. Die nationale Bergpredigt begann zwar mit „Aber jetzt, aber jetzt… „, ging dann aber über in ein verwundertes „Jo sag amoi“, bzw. „Wos is denn los? “ und endete in einem resignierten: „I sog das, i bin down“.