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Post und Bahnhof

Proben einer Kritik der "Postmoderne"

von Franz Schandl

"Nichtig ist das Denken, welches Gedachtes mit Wirklichem verwechselt. " (Theodor W. Adorno)1

Das Fassungslose will außer Fassung bringen, nicht aber sich selbst fassen lassen. Etwas zu kritisieren, was es in den Augen ihrer Vertreter gar nicht so richtig gibt, ist ein mühsames Unterfangen. Nichtsdestotrotz wird es, weil notwendig, hier versucht.

Handelt es sich bei der sogenannten Postmoderne also um einen verifizierbaren Epochenbegriff oder handelt es sich um eine Selbstbezeichnung respektive Bezeichnung einer bestimmten Richtung in Philosophie, Architektur, Politik, Design etc. ? Oder aber handelt es sich um einen Jargon, an dessen Phraseologie sich zuerkennen und aberkennen läßt? Tauglich bloß für das Spiel der Abgrenzungen und Eingemeindungen?

Die Postmoderne ist gar nicht erst auf den Begriff zu bringen, da die Kategorie des Begriffs ihr nicht zugehörig ist. So bleibt sie der freien oder — wäre das Wort nicht so strapaziert — der beliebigen Assoziation überlassen. Postmodern ist daher ein Schlagwort, unter dem dieses oder jenes verstanden werden kann, aber eben nichts Genaues. Was selbstredend auch dazu führt, daß die Postmoderne selten wo anzutreffen ist, aber überall vermutet werden kann. Sie ist ein flüchtig Ding.

Selten, daß ein Wort so universell verwendet werden konnte wie dieses. Je möglicher es ist, desto unmöglicher es wird. Es funktioniert wie ein Schwamm, je nach Bedürfnis saugt er auf oder preßt er aus. Die postmodernen Sektoren haben sich vielfach immunisiert. Verallgemeinerungen weisen sie als unzutreffend zurück. Manchmal auch zurecht. Sprechen wir von der Postmoderne, dann ist man bereits in die Falle gegangen. Sprechen wir allerdings nicht von ihr, von der so flott gesprochen wird, dann bleibt sie unbehelligt, dann haben wir uns selbst des Urteils beraubt und sie im Dunkeln gelassen. Also sprechen wir.

Unbegriff Postmoderne

Auch diese Proben changieren zwangsweise mit verschiedenen Vorstellungen. Nicht, weil sie das partout möchten, wohl aber weil ihnen aufgrund des Gegenstandes nichts anderes übrigbleibt. Postmodern quirlt also die Postmoderne selbst, der Brei wird nicht nur von Gegnern angerührt, wobei sowieso nicht immer klar ist, wer Freund und wer Feind ist, und vor allem was dazwischen ist. Der Popanz ist jedenfalls nicht ein primär von außen konstruierter, er hat sich in seinem Daherkommen selbst geschaffen und — so unsere Unterstellung — dies wird auch vielfach gewollt. Es mag daher sein, daß manches, was im Singular trifft, im Plural nicht zutrifft. Versichert sei aber, daß nicht die obskursten Beispiele herangezogen wurden.

Postmoderne macht lediglich dann einen Sinn, wenn die Kategorie der Moderne einen Sinn gemacht hat. Diese ist Ausgangspunkt und Absetzungsbegriff. Aber, so gilt es gleich zu fragen, hat sie einen Sinn? Das Paradoxe der Moderne ist, daß sie immer und doch nie gewesen ist. Als neuzeitlicher Begriff für eine ewige Jetztzeit, ist er als haltbare Kennzeichnung auch nur irgendeiner Periode völlig ungeeignet. Das gilt auch für die zweite Moderne oder die Postmoderne. Schon das Reden von einer Moderne (anstatt einer steten und hier einmal qualitätslos aufgefaßten Modernisierung) zeigte diese Verunsicherung an. Noch klarer kommt dies in der Postmoderne zum Ausdruck.

Postmoderne geriert sich als ein Danach. Gleichzeitig bleibt sie damit aber in der Kategorie der Moderne verstrickt, bietet keine alternierende, sondern vermag sich nur noch deuten als die Befangenheit des sich Auflösenden. Diese hat in ihrer unbestimmten Ziellosigkeit nichts Mobilisierendes mehr an sich, sondern wirkt demobilisierend, demotivierend und dadurch schließlich ideologisch stabilisierend. Sie will nicht voran, ist sie doch schon im Jenseits. Post mortem est post vitam.

Die Postmoderne ist nicht die Antwort auf die Moderne, sondern die unaufgelöste Frage, jene mythologisiert lediglich ihr Zerfallen, das kein Neues mehr erkennen will, ja nicht einmal mehr anstrebt, sondern als große Erzählung diskreditiert. Was im Begriff ist zu kollabieren, ist nicht die Moderne, sondern der kapitalistische Selbstläufer der Modernisierung. Die sogenannte Postmoderne ist als das selbstreferentielle Unbehagen dieser zu verstehen, das sich jedoch sofort nach unmittelbarer Behaglichkeit sehnt, ein Auflösungsphänomen, das ganz in der Gegenwart verhaftet bleibt. Alles andere ist eine Überschätzung. Ihre Potenz reicht nirgendwo über diese hinaus. Auf die Frage, was postmodern sei, antwortet auch Lyotard: "Sicher hat es an der Moderne teil. "2 Dem zumindest ist uneingeschränkt beizupflichten.

Das Präfix Post sagt eigentlich aus, daß man zugibt, nicht zu wissen, was denn da gerade abläuft oder geschieht. Post sagt, daß man Bahnhof versteht. Wobei da eigenes Schriftgut nicht ausgenommen ist, das Vorankleben, das ständige Präfigieren Ausdruck ist, etwas nicht definitiv festlegen zu können. Das ist nicht so tragisch, nur sollte es benannt, als das Fragile deutlich werden. Positiv verstanden, als Fixierung, wird post zu einer intellektuellen Anmaßung sondergleichen. Wenn sie tatsächlich das "Schlüsselwort unserer Zeit"3 (Ulrich Beck) ist, so ist das ein Schlüssel, der nicht sperrt.

Totalität als Verblendung

Die Marx folgende Gesellschaftskritik war geprägt von der kritischen Kategorie der Totalität. Sie geht von ihr aus, um sich eben gegen das Totale zu wenden. "Daß ohne Beziehung auf Totalität, das reale, aber in keine handfeste Unmittelbarkeit zu übersetzende Gesamtsystem nichts Gesellschaftliches zu denken ist", 4 war weitgehend Konsens gewesen. "Deuten heißt primär: an Zügen sozialer Gegebenheit der Totalität gewahr werden", 5 schreibt etwa Theodor W. Adorno. Oder der ungarische Marxist Georg Lukács: "Nicht die Vorherrschaft der ökonomischen Motive in der Geschichtserklärung unterscheidet entscheidend den Marxismus von der bürgerlichen Wissenschaft, sondern der Gesichtspunkt der Totalität. Die Kategorie der Totalität, die allseitige, bestimmende Herrschaft des Ganzen über die Teile ist das Wesen der Methode, die Marx von Hegel übernommen und originell zur Grundlage einer ganz neuen Wissenschaft umgestaltet hat. "6 Derselbe: "Konkrete Untersuchung bedeutet also: Beziehung auf die Gesellschaft als Ganzes. "7

Der Kapitalismus ist bloß als Ganzes denkbar. Reduziert auf bestimmte ökonomische oder soziale Funktionen (Ausbeutung, Ungleichheit, Profit, Zins) ist er nicht faßbar. Das Kapitalverhältnis ist kein isolierbarer Ort der Gesellschaft, der eben neben anderen besteht, sondern der Wert ist das tendenziell absolutistische Gebot all seiner Formen und Ausdrücke. Alle Sphären, Partikularien und Vergegenständlichungen sind ihm zugehörig. Er fungiert dabei nicht als Zentrum, das irgendwelche Peripherien überfällt und in Abhängigkeit bringt, sondern als apriorische Struktur des Gesellschaftlichen.

Ganz anders sieht das die Postmoderne: Die Frage nach der Totalität ist ihr eine totalitäre. "Das Problem ist die Totalisierung", 8 sagt Wolfgang Welsch, dem zumindest zu verdanken ist, in seinen Schriften immer alles auf den einfachsten Punkt zu bringen. Nicht das objektive Verhältnis, also die kapitalistische Gesellschaftsformation beherbergt die Schrecken des 20. Jahrhunderts, nein, es waren die Meisterdenker, allen voran der vielgehaßte Hegel, der da durch die Totalität den Totalitarismus stiftete. Lyotard schreibt: "Wir haben die Sehnsucht nach dem Ganzen und dem Einen, nach der Versöhnung von Begriff und Sinnlichkeit, nach transparenter und kommunizierbarer Erfahrung teuer bezahlt. (…) Die Antwort darauf lautet: "Krieg dem Ganzen" (…). "9

Wobei dieses ideell desavouiert, reell aber gerade deswegen nicht angekratzt wird. Das Ganze wird nicht kritisiert, sondern eskamotiert. "Die Ignoranz des Postmodernismus besteht gerade darin, daß er dieses Ganze wegblendet und sich nur noch für die diversen , Eigenlogiken‘ interessiert. "10 Wer die Eigenheit einer vergesellschaftlichten Verdichtung nicht als Spezifizierung der Allgemeinheit betrachtet, sondern als ihre krude Erscheinungsweise, also als sie selbst, verengt Erkenntnis auf einen sachlichen Pragmatismus, der nicht unähnlich dem gesunden Menschenverstand sich an den Unmittelbarkeiten hochrankt. Wer im Exemplar nicht die Gesellschaft sieht, sieht jenes nicht. "Alle Gegenstände des Denkens sind Allgemeinheiten. " (Marcuse)11

Es ist jedenfalls ein bezeichnender Taschenspielertrick von der Totalität im Denken auf das Totalitäre im Sollen zu schließen. Ebenso könnte man jene die zentral von Kapitalismus sprechen, Kapitalisten nennen. Es handelt sich um eine billige Ausnutzung der Denkfaulheit. Der Postmodernismus hat jedenfalls einen nicht unerheblichen Beitrag zur Renaissance der schon erledigt geglaubten Totalitarismustheorie geleistet. Die beliebte Gleichsetzung von Kommunismus und Faschismus ist von den Seminaren bis zum Boulevard wieder mehrheitsfähig geworden ist. Von Hegel über Hitler bis zu Honecker wird alles in diese Kategorie gepreßt.

Broniowskis Überblendungen

Wir sagten es bereits. Postmoderne ist ein sinnloser Begriff. Es ist schon erstaunlich: Eigentlich sagt Stefan Broniowski das auch. Umso mehr ist er angetreten, die Postmoderne zu verteidigen. Man sollte sich aber nicht so eilfertig aus der Verantwortung stehlen, wie Broniowski das in seiner „Volksstimme“-Serie durch Zuspitzungen gemacht hat, die vorschnell Beifall heischen. Er fragt: "Ist Haider in demselben Sinne postmodern, wie sagen wir mal, Umberto Ecos Roman , Der Name der Rose‘ oder eine Kaffeekanne von Alessi? "12 Na, woher denn! Der Lacherfolg sei ihm gegönnt.

Fragen wir was anderes: Ist Stalins Politik in demselben Sinne realsozialistisch wie Brechts Gedichte oder Eislers Kompositionen oder Eisensteins Filme? Bei aller Differenz gibt es hier doch (und nicht nur) merkwürdigerweise auch einiges an Übereinstimmungen, die nicht einfach abgetan und unterschlagen werden können. Sie erlauben ähnliche Begrifflichkeiten, ein ähnliches Vokabular der Beschreibung und der analytischen Beurteilung. Es mag nicht das Selbe sein, aber es drückt sich das Gleiche aus.

Nur vordergründig sind solche Fragen als sinnlos zu desavouieren, hintergründig sind sie hinterhältig, vor allem wenn sie partout beantwortet werden. Sollte ähnliches für Broniowski gelten? Voilà! Zurück zu seiner Ausgangsfrage. Die Kaffekanne lassen wir mal beiseite, auch deren Tassen haben wir nicht im Schrank, wohl aber die ebenfalls von Broniowski angeführten Streichquartette. Gerade die sogenannten postmodernen Streichquartette eines Michael Nyman oder eines Philipp Glass bezeugen Vergleichbares wie die postpolitischen Politiker in ihrem kulturindustriellen Treiben: ständiges Repetieren, das kaum noch Entwicklung kennt, unablässiges Paraphrasieren, das sich und ihre Zuhörer am penetranten Wiederholungszwang aufgeilt. Sie versichern sich Sicherheit.

Diese Töne sind gefällig, ja selbstgefällig. Ihnen ist außerordentlich leicht zu folgen, sie sind eingängig, ja zu eingängig, sie gehen andauernd ein und hören doch nicht auf. Diese Musik ist natürlich nicht anstrengend, weil sie sich auch nicht angestrengt hat. Sie ist leicht, läuft runter wie nix. Da pendelt etwas auf der Ebene einer vermeintlich wesenslosen Erscheinung, stets zwischen Untergehen und Auftauchen, aber nie richtig oben und unten. Diese Musik hat nichts mehr Ausbrechendes an sich, sie bricht fortwährend in sich ein. Sie überfällt einen nie, sie unterfällt laufend. Sie kommt nie zu sich, weil sie immer bei sich ist. Mehr als eine Parodie der Romantik ist nicht drinnen. Dort, wo der Kapitalismus galoppiert, glauben sie, daß die Reprise, das leicht variierte Selbstzitat, das Um und Auf künstlerischer Leistung darstellt. Nymans Quartette (Nr. 1-3) zu hören, und nicht an Haiders Aufdringlichkeiten zu denken, ist manchen laut Eigenberichten schier unmöglich.

Über die musikalische Ärmlichkeit und die freiheitliche Synergie der aktuellen Popmusik, das heißt, die Herrschaft des Schlages der abstrakten Zeit in ihren banalen Rhythmen gäbe es ebenfalls viel zu sagen. Diese erhebt sich in der beschränkten und sich selbst beschränkenden Form ihrer Struktur kaum über den Musikantenstadel. Daß Jörg Haider gerade im "modernen" Bierzelt und in der "postmodernen" Diskothek so heimisch ist, hier bevorzugte Rekrutierungsfelder besitzt, ist kein Zufall. Worüber Broniowski sich lustig macht, ist gar nicht lustig.

Wenn Haider von uns als postmoderner Politiker im Sinne als ein adäquater "Politiker" der postmodernen Karnevalisierung, somithin als postpolitischer Politiker ausgewiesen wird, dann nicht, weil er sich auf die Postmoderne beruft (obwohl auch das noch passieren wird), sondern weil er den Zersetzungsprozeß der Politik durch die geschickteste Simulation am besten anzuwenden und zu inszenieren versteht. Das Spielerische, das die Postmoderne da des öfteren einfordert, niemand hat das so gut drauf wie Jörg Haider. Ja, er ist geradezu der Prototyp des postmodernen Rechten, wobei die Beliebigkeit freilich ihren Boden hat, namentlich in der Volksgemeinschaft und im Wirtschaftsstandort sich fest verortet fühlt. Über Demokratie und Markt, Volk und Staat läßt Haider nichts kommen, sie sind substantiell, Bestandteil jedes postmodernen Cocktails. Doch es ist dieser scharfe Mix, der das von der Kulturindustrie stimmungsmäßig trainierte Publikum entsprechend abholt.

Die entscheidende Frage, ob Haider nun ein postmodernes Phänomen — ein Exponat wohlgemerkt, kein Exponent — ist oder nicht, ob wir da falsch liegen, die beantwortet Broniowski erst gar nicht. Er diskriminiert einfach die Frage. Unsere Aussage findet sich dann als eine unter vielen "grotesken Fundstücken". 13 Indes, gerade die Auseinandersetzung darüber wäre von Interesse, doch da fühlen sich die Verteidiger der Postmoderne verunglimpft und reagieren beleidigt. Es sei Stefan Broniowski daher versichert, wir wollten ihn in keine Schachtel mit dem F-Führer stecken. Daß die Mängel des Begriffs (Epoche, Richtung, Jargon) sich an seinen Exponenten rächen, dafür kann der Autor dieser Zeilen wirklich nichts.

Eco und die Freude

Und Eco? Auch Haider und Eco haben mehr gemeinsam als man denkt. Beide sind hervorragende Ausdrücke des Zerfalls großer bürgerlicher Formen, beide simulieren noch einmal kräftig nach. Bei Haider ist es der regressive Versuch, Politik durch Marodieren als solche zu inszenieren; bei Eco ist es der ebenfalls regressive Versuch, die Form des Romans nach dessen Ende zu reinkarnieren. Sie konzedieren dem Publikum alles. Es soll kriegen, was es will.

Das sagt Umberto Eco auch selbst, und will damit wohl nicht nur sich als Romancier legitimieren: "Typisch für die Postmoderne war es indes, den großen Epen neues Leben einzuhauchen: in eigenwilliger, nicht geradliniger und wiederum ironischer Weise, aber imstande, die Freude zurückzugeben an einer umfangreichen und ausgedehnten Erzählkunst und an den neuen Mythologien. "14 Böswillige könnten nun unterstellen, daß Mythen je nachdem verworfen werden, ob sie einem genehm sind oder nicht. Der Kommunismus oder der melting pot (sic! , F. S. ) werden abgekanzelt und als "letzte Mythen" bezeichnet. 15 Es ist schon eigenartig, daß jene, die das Ende der großen Erzählung ausgerufen haben, sich als große Erzähler geradezu wieder einführen wollen. Aber so will es die Ironie und jeder ernsthafte Angriff wird wohl auf sie verwiesen.

Wobei auch das Plädoyer an die Freude kein unproblematisches ist. Freude ist kein unschuldiges Gefühl, das so resultatslos durch die Geschichte geistert, gleich der Schillerschen Ode ein unschuldiges Dasein frönt, somit bloß ein Dafür-Sein angebracht erscheint. Kein Affekt ist ohne seinen Effekt zu diskutieren. "Hauptsache, wir haben Spaß" ist eine zwiespältige Forderung, in den schlimmsten Fällen wird er soweit getrieben, daß aus der Hetz die Hetze wird, daß gar manchen der Spaß endgültig vergeht.

Was sich als Freude darstellt, ist eine bestimmte Ausdrucksform in einer bestimmten historischen Situation. Jene ist immer sozial gesetzt, kann also nicht als positive Größe unabhängig von der gesellschaftlichen Struktur gesehen werden. Was gefordert ist, ist eine Selbstreflexion derselben durch ihre Träger. Was Eco und andere hier bedienen, ist hingegen die Verallgemeinerung der dem Individuum sowieso abgeforderten Identifikation durch Affirmation. Die Unmittelbarkeit der Freude mag an sich "echt" sein, aber jene Konstellation ist es nicht. Das Unmittelbare ist das gesellschaftlich geformte, und erst wenn wir uns dessen bewußt sind, können wir uns an der Freude auch wirklich erfreuen.

"Freude ist der Übergang des Menschen von geringerer zu größerer Vollkommenheit", 16 schrieb einstens Spinoza. Mithin Übereinstimmung. Es soll voll kommen. Man muß, ja will drauf sein. Somit gleich die Frage gestellt werden muß, womit da konkret übereingestimmt werden soll. Wir müssen nach der Beschaffenheit der Vollkommenheit fragen. Freude ist ein Grundaffekt, der den Grund allerdings nicht spontan in sich trägt, sondern als reell Gefangener und ideell Befangener sich in seinen Verhältnissen bewegt. Was einen freut, freut einen nicht grundlos. Diesen Grund gilt es stets zu hinterfragen, ansonsten kann Freude als vorbestimmter und somit in der Person unbestimmter Affekt gleich einem Trieb sich nach den Regressionen des Gesellschaftlichen aufladen und destruktiv werden. Sollte das unter Pluralität verstanden werden, dann gilt es diese Pluralität und ihre Grundlagen entschieden zu bekämpfen.

Kritik ist auch ein Desillusionierungsprogramm, in sondierter Hinsicht will sie einem wirklich die Freude an den Unmittelbarkeiten der sinnlichen Gewißheiten austreiben. "Vergnügt sein heißt Einverstandensein", 17 schreiben Horkheimer und Adorno. Was mitnichten als Verbot übersetzt werden kann, auch wenn es gelegentlich notwendig sein wird, sich dies oder jenes zu verbieten. Kein bürgerliches Subjekt kann ohne solches Einverstandensein existieren. Hingebungen haben aber gesichtet und reflektiert zu sein. Kritik schließt somit Kritik der Affekte und Leidenschaften mitein, die ja selbst — auch wenn sie aus einem biologischen Urschleim rühren sollten — gesellschaftliche Determinanten sind. Man hat seine Freuden kritisch zu beäugen, notfalls auch Abstand zu nehmen. Und das meint keinen kruden Asketismus, sondern postuliert einen bewußteren Umgang, auch wenn Momente der Unbewußtheit nie gänzlich ausgeschlossen werden können.

Anerkennung als Abblendung

"Real ist, was Menschen als real definieren", 18 paraphrasiert Max Preglau einen Konsens der Postmoderne. So weit war der Idealismus auch schon mal gewesen. Das objektiv sich durchsetzende, somit das herrschende Bewußtsein wird zum Um und Auf dieser Realität. Kriterien wie Wirklichkeit und Wahrheit verschwinden hinter dieser Gleichsetzung von Erscheinung und Wesen. Medienkompatibilität als Affirmation der Kulturindustrie ist damit vorgegeben. Nur noch verkorkste und lustfeindliche Kulturpessimisten können mit ihren antiquierten Einwänden das Publikum nerven. Die wollen das absolut nicht anerkennen.

Viel ist überhaupt vom Anerkennen die Rede. Das hat was für sich, aber nicht zweifellos. "Lyotard setzt eine Strategie dagegen, die von der Anerkennung der Individualität und Heterogenität auszugehen versucht (…). "19 Das klingt immer gut, nur was heißt es? Die zivilgesellschaftliche Heterogenität ist die durch die kapitalistischen Verhältnisse hervorgebrachte. "Das Allgemeine sorgt dafür, daß das ihm unterworfene Besondere nicht besser als es selbst ist", 20 schreibt Adorno. Die anzuerkennende Individualität der Subjekte ist Schein, sie sind Charaktermasken ihrer sozialen Rollen. Wird Anerkennung rigoros und nicht spezifisch verstanden, ist sie Legitimationsideologie. Die eingeforderte Anerkennung des Bestehenden war seit jeher das Programm jeder Herrschaft gewesen.

Anerkennen ist noch kein Erkennen, doch setzt ein emanzipatorisches Anerkennen ein Erkennen voraus, will es nicht willenlos und inhaltslos, das heißt abstrakte Form werden. Wenn ein postmoderner Positivist wie Robert Menasse zum Beispiel schreibt, es sei bei aller Ablehnung des Antisemitismus ein "Fortschritt an politischer Rationalität", 21 daß man nun offen Antisemit sein dürfe, dann wären freilich auch Übergriffe ehrliche Ausdrücke einer gewissen Rationalität. Bei soviel Verständnis bleibt einem schon die Spucke weg, aber man kann doch erfahren, was es bedeutet, wenn der Demokratismus mit einem durchgeht. Solange bürgerliche Zustände herrschen, ist die Unterdrückung bestimmter Regungen progressiver als ihre Realisierung.

Kurzum, nicht alles, was existiert, ist uns (gleich) anerkennenswert. Die Toleranz hat dort einen Sinn, wo in ihr nicht die Ignoranz vorherrscht. Unbedingte Toleranz und reine Ignoranz sind nämlich eins. Die Definition unzähliger Zumutungen als Lebensstil gehört genau hier vermerkt. Manches ist ganz einfach schlichtweg zu beseitigen. Wirksam.

Es geht auch gar nicht nur darum, das Andere als das Andere, als Es-Selbst anzuerkennen, sondern das Andere als ein Sich-Selbst zu erkennen. Nur im und mit dem Anderen akzeptiert und relativiert man das Ich auch selbst als Veränderliches. Im Gegensatz zu Hegel22 könnte das lauten: Ich ist die Ungewißheit seiner selbst. Das Authentische könnte möglich werden, wenn das Identische sich als Differenz auch zu sich selbst faßt. Das Identitätsdenken kann durch Differenzdenken nicht überwunden werden, da dieses nur eine Multiplikation des erstgenannten ist. Ausgrenzung und Ausweitung sind lediglich zwei verschiedene Ausdrücke ein und desselben Feldabsteckens.

Differenz als Indifferenz

Gemeinhin wirft die Postmoderne dem Marxismus vor, aus Unterschieden Widersprüche zu machen. Das ist teilweise berechtigt, man müßte das aber spezifizieren. Generalisiert ist es Unsinn, da sich doch laufend (ganz ohne marxistisches Zutun) Widersprüche unterschiedlichster Qualität (von der Konkurrenz bis zum Antagonismus) manifestieren, die auch theoretisch entzifferbar sind.

Umgekehrt gilt es aber festzuhalten: Solange Kapitalismus ist, ist das kategorische Beharren auf Differenz als bloße Unterscheidung nichts anderes als das Einebnen der Widersprüche durch Nebeneinanderstellung. Jeder Unterschied ist als bestimmte Konstellation von Beinhaltungen zu sehen, jede Differenz allein als prozessierende Größe der Dynamik zu haben. Differenz meint daher Differenzierung, sie ist nie alleine krude Verwirklichung, sondern geht mit Entwirklichungen Hand in Hand. Nichts ist unbeschädigt oder unbescholten.

Die Charaktermaske des Arbeiters oder des Unternehmers ist eine kapitalistisch festgelegte Zwangsrolle, keine zu erhaltende soziale Funktion, sondern eine abzuschaffende. Die Menschen so zu nehmen wie sie sind, ist eine Verachtung der Menschen sondergleichen. Sie meint Erhebung der Erniedrigung. Nicht jede Möglichkeit ist zu ermöglichen. Anerkennung als unbestimmter Reflex ist blanke Affirmation. Sollte das Verhungern einmal Vergangenheit sein, dann werden wir diesen Verlust der Vielfalt nicht bedauern. Sollte gar der Krieg verschwunden sein, werden wir nicht im Zeichen der Pluralität für ihn demonstrieren. Aber vielleicht ist das schon totalitär?

Möglichkeit nennt sich in der Postmoderne die Zumutung, die sich als solche nicht mehr erkennt. Die oft gepriesene Flexibilisierung des postmodernen Individuums etwa ist primär eine Zwangsveranstaltung der Gesellschaft an ihren Mitgliedern. Die Arbeitskraftverkäufer sind diesen Anforderungen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Ökonomie in Zeiten der Globalisierung giert nach der Entsicherung sozialstaatlicher Maßnahmen, um Fluchtpunkte und Rettungsnetze zu minimieren. Die Zerlegung des fordistischen Arbeitsplatzbesitzers — sein Aufmachen an allen Ecken und Enden — ist eine destruktive Veranstaltung, wenngleich daraus diese Figur nicht als positiver Gegenpol zum Flexi-Individuum fungieren soll.

Unterscheidungen sind keine unentscheidbaren Daseinsgrößen. Jede Unentschiedenheit gegenüber ihnen, kann sich als fahrlässig, ja als gemeingefährlich erweisen. Der Eindeutigkeit ist keine Unbestimmtheit entgegenzuhalten, sondern der Versuch die Varianz möglicher Bestimmungen am Gegenstand zu erläutern. Gehalt und Inhalt zu erkennen und wiederzugeben sind eine stete Aufgabe.

Dativ wie Akkusativ. Sie stehen auf dem und auf den Pluralismus. Doch worauf steht der Pluralismus? Kann er mehr sein als der Markt (in) der Politik? Die Vielfalt der Postmoderne gleicht einem indifferenten Demokratismus. Diese Pluralität ist, wie Günther Anders sagte, "warenhausartig". 23 Was uns mißfällt, ist das demokratische Flanieren des Geistes, das ähnlich dem Käufer im Geschäft aussucht, was gefällt und das Ganze dann auch noch als Selbstbestimmung und Befreiung mißversteht. Analog zu Marx könnte man sagen: Der Reichtum der Postmoderne erscheint als eine ungeheure Ansammlung von Gefälligkeiten. Die einzelne Gefälligkeit ist ihre Elementarform. Der Eklektizismus ihre Methode. Daß der postmoderne Duktus inzwischen allseitig verwendbar geworden ist, ist Zufall nicht. "Der Jargon ist praktikabel auf der ganzen Skala von der Predigt bis zur Reklame", 24 schrieb gegen Heidegger gewandt der gleich Anders dort unbeliebte Adorno.

Konventionelle Rückblendungen

Einerseits wird so das Ende der Ideale ausgerufen, andererseits wimmelt es in den Texten geradezu vom Modernisierungsvokabular, daß man unweigerlich an eine bewußte Reinkarnation der guten alten Aufklärung in neuem Jargon denken muß. Die Postmoderne wäre demnach keine "Reaktion gegen die Aufklärung", 25 sondern eine Überreaktion der Aufklärung: "Postmoderne bedeutet nicht Inhaltslosigkeit oder Beliebigkeit, wie ihre Gegner gern behaupten. Postmoderne, so könnte die paradoxe Formulierung lauten, bedeutet inhaltlich die Wiederaufnahme der Grundideen der Moderne. Postmoderne wäre dann ein erneuter Anlauf zur Durchsetzung und Weiterführung des politisch-gesellschaftlichen Kerngedankens der Moderne, des Prinzips der Freiheit des Individuums, und des Bemühens um eine gesellschaftliche Ordnung auf dieser Basis. "26 Das ist nicht paradox, genau das ist der Fall, und das paßt auch zusammen.

"Postmodernes Denken entspricht darin einer Haltung, für die Demokratie verbindlich wurde. Die Postmoderne bedroht nicht — wie manche, von Irrationalismus redend, ihr unterstellen wollen — die demokratische Tradition der Moderne, sondern entwickelt eine grunddemokratische Vision. Denn in ihr wird Pluralität grundsätzlich anerkannt und freigegeben. Und erst unter der Bedingung solch grundsätzlicher Pluralität macht Demokratie eigentlich Sinn. "27 Rekonstruktion würden wir das nennen, nicht Dekonstruktion. Die ausgetrampelten dritten Wege lassen grüßen.

Der Postmoderne ist nicht vorzuwerfen, daß sie zuwenig traditionsverhaftet ist, nein sie ist es viel zu viel des Guten. Während die Postmoderne also an nichts mehr glauben will, glaubt sie umso frenetischer an Politik, Demokratie und Gerechtigkeit. Das Dekonstruieren hat seine Grenzen an den Grundparametern der bürgerlichen Gesellschaft. Derrida sagt das auch explizit, wenn er bezüglich Gerechtigkeit von einer "gewissen Nichtdekonstrurierbarkeit"28 spricht. 29 Daß Gerechtigkeit nichts anderes ist als der ideelle Reflex des Rechts, ohne einen positiven Begriff desselben gar nicht gedacht werden kann — aber woher denn.

Gegen Fukuyma gewandt, profiliert Derrida sich schließlich als der bessere Demokrat, wenn er schreibt "daß weder die Vereinigten Staaten noch die Europäische Gemeinschaft die Vollendung des universalen Staates oder der liberalen Demokratie erreicht haben, ja daß sie sie, wenn ich so sagen darf, noch nicht einmal von ferne berührt haben". 30 Die Konventionalität dieser Zeilen ist himmelschreiend. Einmal mehr wird in abgeschmackter Manier eine ideelle Demokratie gegen die reelle zu Felde geführt.

Gewünscht wird die "Re-politisierung". 31 Der Globalisierung und dem Monetarismus gelte es, "ein entschieden politisches Projekt entgegen(zu)setzen". 32 Hier trifft sich die Postmoderne geradewegs mit dem von ihr wenig geschätzten Linkstraditionalismus. Beide wünschen sich in geradezu rührender Weise den Wiederaufstieg der Politik. Sie sind einfach dafür, ohne freilich die Bedingungen einer solchen Möglichkeit benennen zu können. Lyotard beschert uns auch gleich einen ontologischen Politik-Begriff, der jede Genese des Formprinzips ausläßt, so als wäre die Dekonstruktion niemals postmodernes Programm gewesen. Dafür schöpft er tief aus dem Bottich der Ewigkeit und verkündet: "Politik ist dort, wo ein Konflikt droht, zwischen den diversen, in jedem Moment möglichen Verkettungen. "33 In der Politik möchte er "so wenig Unrecht wie möglich". 34 Ja, wenn das nicht gar mehrheitsfähig ist. Wahrlich, wir sagen Euch, das ist die Auflösung der Politik im Gewäsch.

Und Wolfgang Welsch, der postmoderne Professor mit den plastischen Formulierungen assistiert gleich einem Politmanager: "Denn in der Postmoderne wurde die bislang eher latente Pluralität vordringlich und unübersehbar. Daher braucht es jetzt eine Politik, die diese Situation nicht mehr überspielt, sondern sich ihr stellt. Eben das tut die von Lyotard konzipierte philosophische Politik. Sie ist nicht, wie die konventionelle , pluralistische‘ Politik, auf die Buntheit von Varianten, sondern auf den Widerstreit elementarer Differenzen bezogen. "35

Die dümmsten Vorurteile über die aktuelle Politik werden da zusammengetragen, um sodann eine ordentliche Politik einzufordern. Endlich wird das Staatsbürgerkundelehrbuch auch wirklich eingelöst. Anstatt der großen Erzählung werden die bürgerlichen Gute-Nacht-Geschichten, eine nach der anderen aufgetischt: Die Fabel von der Demokratie, das Märchen von der Gerechtigkeit, die Sage von der Politik. Anschließend wird gestritten, wie die Zimmer ausgemalt oder tapeziert werden. Da sollte man doch gleich die Positivisten ranlassen, die verstehen mehr vom Handwerk.

Etwa Joschka Fischers Grüne oder so. 36 Einer ihrer postmodernen Zudenker, der Hamburger Sozialwissenschafter Joachim Raschke, hat bereits vor Jahren explizit ausgesprochen, daß Postmodernisierung und Realpolitisierung eins sind. Was er rät und vorschlägt, liest sich wirklich wie ein Bilderbuch antipostmoderner Vorurteile über die Postmoderne. Es ist keine Persiflage, die hier verbreitet wird: Ausgegangen wird von der originellen und überhaupt nicht ideologischen Gegenüberstellung von "FundamentalistInnen und Vielfalts-Protagonisten". 37 Erstere haben einen wesentlichen Anteil an der "Beschneidung postmoderner Potentiale". 38 Da findet sich der "Abschied von den letzten Wahrheiten"39 ebenso wie das "Lob des Partikularen". 40 Gefordert wird eine "Gelegenheitsvernunft", 41 ein "Pluralisierungsschub", 42 und selbstverständlich "ahistorisches Zitieren von Geschichte". 43

Ausblendung

Ein zentraler Vorwurf an die Postmoderne ist, daß dort, wo stets die Post abgeht, natürlich viel zu wenig Post ist. Sie sitzt im Knast der Modernisierung. Gitter und Mauern nimmt sie zwar wahr, aber erkennt sie nicht. Was folgt ist eine Philosophie der Stäbe, eine Phänomenologie der Ziegel, eine Epistemologie des Mörtels. Postmodernes Theoretisieren ist trotz einiger Meriten ein äußerst beschränktes, nicht weil es zu radikal ist, sondern umgekehrt, weil es sich viel zu wenig von den Prämissen bürgerlichen Denkens gelöst hat. Daß die Postmoderne, vor lauter Pluralität und Offenheit der Richtungen nicht mehr wahrnehmen kann, daß sie in dieser indifferenten Vielfalt zur Getriebenen des Kapitals wird, ist traurig, aber wahr.

Ihr Post ist impertinent, ihr Posten ein pragmatisierter. Gerade deswegen wirkt der Jargon als akademisches Eintrittsticket heute ähnlich nützlich wie vor zwanzig Jahren die marxistische Terminologie. Als intellektuelle Bürokraten der Ohnmacht haben die Postmodernen zwar einiges durcheinandergebracht, aber letztlich den Anspruch auf transvolutionäre Gesellschaftskritik in ihrem partikularen Wahn unterlaufen und hintertrieben.

Die Postmodernen sind die letzten Wiedergänger der Aufklärung. Ihre Post ist ein Prae. Es ist die Vorzukunft, die sich hier anschickt, was meint, daß einerseits die Modernisierung zu Ende geht, aber keine positive Aufhebung derselben in Sicht ist. Die Postmoderne ist kein Transformator, sondern ein Oszillator, das heißt eine Bewegung schwingender Teilchen, mal da, mal dort, stets aber abhängig vom Kraftfeld, das sie umschwirren.

    Franz Schandl ist Historiker und Publizist.

Anmerkungen

    1 Theodor W. Adorno, Negative Dialektik (1966), Frankfurt am Main 1992, S. 385.

    2 Jean-Francois Lyotard, Beantwortung der Frage: Was ist postmodern? , in: Peter Engelmann (Hg. ), Postmoderne und Dekonstruktion, Stuttgart 1990, S. 45.

    3 Ulrich Beck, Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne, Frankfurt am Main 1986, S. 12.

    4 Theodor W. Adorno, Einleitung in ders. u. a. , Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie, Darmstadt 1972, S. 42.

    5 Ebenda.

    6 Georg Lukács, Geschichte und Klassenbewußtsein (1923), Darmstadt und Neuwied 1970, S. 94.

    7 Ebenda, S. 125.

    8 Wolfgang Welsch, Unsere postmoderne Moderne, Weinheim 1987, S. 180.

    9 Jean-Francois Lyotard, Beantwortung der Frage: Was ist postmodern? , in: Peter Engelmann (Hg. ), Postmoderne und Dekonstruktion, Stuttgart 1990, S. 48.

    10 Norbert Trenkle, Brothers in arms. Über die heimliche Verwandtschaft von Traditionsmarxismus und Postmodernismus, „Krisis“ 21/22 (1998), S. 196.

    11 Herbert Marcuse, Der eindimensionale Mensch, Neuwied und Berlin 1967, S. 154.

    12 Stefan Broniowski, Die sogenannte Postmoderne, Teil 3, „Volksstimme“ 19, 12. Mai 1999, S. 13.

    13 Ebenda.

    14 Umberto Eco, Was heißt eigentlich postmodern? , „Format“ 19/99, S. 160.

    15 Ebenda.

    16 Baruch de Spinoza, Die Ethik nach geometrischer Methode dargestellt (1677), Hamburg 1989, S. 168.

    17 Max Horkheimer/Theodor W. Adorno, Dialektik der Aufklärung (1944/47), Frankfurt am Main 1971, S. 130.

    18 Max Preglau, Zum Begriff "Postmoderne", in: Max Preglau/Rudolf Richter (Hg. ), Postmodernes Österreich? Konturen des Wandels in Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Kultur, Wien 1998, S. 15.

    19 Peter Engelmann, Einleitung, in: ders. (Hg. ) Postmoderne und Dekonstruktion, Stuttgart 1990, S. 13.

    20 Theodor W. Adorno, Negative Dialektik, S. 306.

    21 “Falter“ 41/95

    22 Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Wissenschaft der Logik I (1813/16), Werke 5, Frankfurt am Main 1986, S. 76: "Ich hingegen ist die einfache Gewißheit seiner selbst. "

    23 Günther Anders, Ketzereien, München 1982, S. 131.

    24 Theodor W. Adorno, Jargon der Eigentlichkeit (1964), Gesammelte Schriften 6, Frankfurt am Main 1997, S. 442.

    25 Manfred Prisching, Die Illusion der Politik. Politiksoziologische Aspekte einer postmodernen Gesellschaft, in: Preglau/Richter, Postmodernes Österreich, S. 107.

    26 Peter Engelmann, Einführung, in: ders. (Hg. ), Postmoderne und Dekonstruktion, Stuttgart 1990, S. 12.

    27 Wolfgang Welsch, Unsere postmoderne Moderne, S. 182.

    28 Jacques Derrida, Marx’ Gespenster, Der verschuldete Staat, die Trauerarbeit und die neue Internationale, Frankfurt am Main 1995, S. 11.

    29 Zur "Dekonstruktion" der Gerechtigkeit siehe Franz Schandl, Jenseits der Gerechtigkeit, „Weg und Ziel“ Nr. 2/1997, S. 68-72.

    30 Jacques Derrida, Marx‘ Gespenster, S. 107.

    31 Ebenda, S. 124. Zur unzureichenden Wert-Terminologie Derridas siehe: Stephan Grigat, Neologismus contra Marxismus. Derridas Kritik des Marxschen Gebrauchswert- und Fetischbegriffs, „Weg und Ziel“ Nr. 1/1998, S. 48-51.

    32 Jacques Derrida, Ich mißtraue der Utopie, ich will das Un-Mögliche (Interview), „Die Zeit“, 5. März 1998, S. 47.

    33 Jean-Francois Lyotard, "Le Nom et l’exception"; hier zit. nach Wolfgang Welsch, Unsere postmoderne Moderne, S. 242.

    34 Zit. nach: ebenda, S. 243.

    35 Wolfgang Welsch, Unsere postmoderne Moderne, S. 242.

    36 Des Frontgrünen Generalabrechnung mit dem Sozialismus verfährt übrigens in einem den Postmodernen ganz ähnlichem Vokabular. Vgl. Joschka Fischer, Die Linke nach dem Sozialismus, Hamburg 1992.

    37 Joachim Raschke, Die Grünen. Wie sie wurden, was sie sind. Köln 1993, S. 856.

    38 Ebenda.

    39 Ebenda.

    40 Ebenda.

    41 Ebenda, S. 857.

    42 Ebenda.

    43 Ebenda.