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	<title>Streifzüge &#187; Trang; Ricky</title>
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		<title>Scheiß Arbeit</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 14:28:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ricky</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeit / Arbeitslosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Streifzüge 2011-53]]></category>
		<category><![CDATA[Trang; Ricky]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Post from: <a href="http://www.streifzuege.org">Streifzüge</a>. <strong>Liebe Leute</strong>: Allein hier zu schreiben, dass wir ein Leben ohne Geld wollen, kostet welches. Wer unsere Texte mag, soll dazu beitragen, dass sie hier (ent)stehen können. Wenn wer sich’s leisten kann. Eh klar. Dann aber seid so lieb: Her mit der Marie! <a href="http://www.streifzuege.org/call-for-marie">Löst uns aus! </a><br/><hr><br/<a href="http://www.streifzuege.org/2011/scheiss-arbeit">Scheiß Arbeit</a></p>
Post from: Streifzüge. Liebe Leute: Allein hier zu schreiben, dass wir ein Leben ohne Geld wollen, kostet welches. Wer unsere Texte mag, soll dazu beitragen, dass sie hier (ent)stehen können. Wenn wer sich’s leisten kann. Eh klar. Dann aber seid so lieb: Her mit der Marie! Löst uns aus!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Post from: <a href="http://www.streifzuege.org">Streifzüge</a>. <strong>Liebe Leute</strong>: Allein hier zu schreiben, dass wir ein Leben ohne Geld wollen, kostet welches. Wer unsere Texte mag, soll dazu beitragen, dass sie hier (ent)stehen können. Wenn wer sich’s leisten kann. Eh klar. Dann aber seid so lieb: Her mit der Marie! <a href="http://www.streifzuege.org/call-for-marie">Löst uns aus! </a><br/><hr><br/<a href="http://www.streifzuege.org/2011/scheiss-arbeit">Scheiß Arbeit</a></p>
<p>Streifzüge 53/2011</p>
<p><em>von Ricky Trang</em><br />
<span id="more-10519"></span><br />
Es ist 7:30, die durch das Fenster fallenden Sonnenstrahlen versprechen einen strahlend schönen und heißen Sommertag. Er beginnt für mich mit einem kurzen und kargen Frühstück – mehr verträgt und will mein Magen um die Zeit noch nicht. Noch schnell Zähneputzen, in die Arbeitskleidung schlüpfen und schon kann es losgehen.<br />
Zuerst eine rasche Inspektion der Baustelle, das angestrebte Plansoll für heute steht ohnedies schon fest. Frisch ist es noch um diese Zeit, doch Zementsäcke sind schwer und die Jacke kann ich mir sparen. Mit wenigen routinierten Handgriffen wird das benötigte Material herangeschafft und schon bald läuft die Mischmaschine. Es dauert nicht lange, bis die Muskulatur sich wieder an die vertrauten Bewegungsabläufe erinnert, sie kräfteschonend und effizient ausführt.<br />
Während sich der Putz beständig mit dem Mauerwerk verbindet, fühle ich mich fast als bloßer Beobachter, der seine Tätigkeit nur kurzfristig unterbricht, um die Radioantenne neu einzustellen. Lustig, dass ich früher nie Radio gehört habe. Nun ist es hier mein ständiger Begleiter. Und es ist bei weitem nicht so schlimm, wie ich immer dachte. Der Trailer für „Blöder leben – eine Phänomenologie der Verdummung“ ist sogar ein absolutes Highlight.<br />
Wäre nicht der Radio mit dem Wechsel der ModeratorInnen, könnte ich nur an den leeren Putzsäcken und den sich verändernden Wänden festmachen, wie die Zeit vergeht. Und daran, dass es immer wärmer wird und meinem verdreckten und verschwitzten Körper langsam die Energie ausgeht. So ist ein zeitiges Mittagessen höchst willkommen. Doch es ist nur eine kurze Unterbrechung.<br />
Schon bald läuft wieder die Mischmaschine und während das Werk vorangeht, beginnen die Gedanken zu wandern. Längst Vergangenes nimmt wieder Gestalt an, Träume und Begierden verlangen gelebt zu werden. Kaum zu glauben, wie emotional es sein kann, feuchten, grauen Putz gegen alte Ziegelmauern zu klatschen. Und wie schnell dabei die Zeit vergeht. Schnell, aber nicht spurlos. Bei den 19 Uhr Nachrichten funktioniert die Kommunikation zwischen Gehirn und ausführenden Organen zwar immer noch, die Ausführung selbst ist jedoch schon höchst mangelhaft. Das war’s dann wohl für heute.<br />
Noch schnell das Werkzeug versorgen, ein letzter Blick auf das, was heute alles geschafft wurde, und dann zum Essen hinsetzen. Der Moment, in dem sich die große Müdigkeit breit macht und die Gabel genau so schwer wie die Kelle samt Mörtel erscheint. Irgendwie schaffe ich noch den Weg in die Dusche. Auf dem Sofa wird es dann nicht mehr lange dauern, bis mir das Buch aus der Hand fällt.<br />
Und morgen geht es weiter. Was für ein geiles Wochenende!<br />
Nur schade, dass ich montags wieder arbeiten gehen muss.</p>
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		<title>AUSlauf: Das gute Leben&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Apr 2011 15:41:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ricky</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gutes Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Streifzüge 2011-51]]></category>
		<category><![CDATA[Trang; Ricky]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Post from: <a href="http://www.streifzuege.org">Streifzüge</a>. <strong>Liebe Leute</strong>: Allein hier zu schreiben, dass wir ein Leben ohne Geld wollen, kostet welches. Wer unsere Texte mag, soll dazu beitragen, dass sie hier (ent)stehen können. Wenn wer sich’s leisten kann. Eh klar. Dann aber seid so lieb: Her mit der Marie! <a href="http://www.streifzuege.org/call-for-marie">Löst uns aus! </a><br/><hr><br/<a href="http://www.streifzuege.org/2011/auslauf-das-gute-leben">AUSlauf: Das gute Leben&#8230;</a></p>
<p>Streifzüge 51/2011<br />
<em><br />
von</em>  <em>Ricky Trang</em><br />
<span id="more-9366"></span><br />
&#8230;liefert 747.000 Google Hits. Das Glück ist keine neue Idee in Europa – doch blieb es über 200 Jahre um sie eher still. Nun wird sie wieder entdeckt, wird en vogue und es macht den Eindruck als wüchse das Verlangen nach mehr. Auch beim Mann oder der Frau die neben dir sitzt. Und doch gehören sie nicht zur Angry Brigade, haben keine Pistole in der Tasche und sind auch nicht zornig.<br />
Eine Idee, in Beschlag genommen und zum Dogma erhoben von den Extremisten der radikalen Mitte. Jeder Klick führt zu einem weiteren Stein in der Mauer, die das bestehende für alle Zeit festschreiben will. Jede gelesene Zeile macht noch müder, abgestumpfter, zufriedener ob der einfachen Lösungen. Nestchenbauen in der Idylle des Elends, in der sich nie etwas ändert und das Überleben nie aufhört.<br />
Sie alle, die vom guten Leben sprechen, ohne sich ausdrücklich auf das Alltagsleben zu beziehen, ohne zu begreifen, wie untrennbar jenes mit dem Ende des Tausches und der Universalität des Geschenkes verbunden ist und wie positiv die Ablehnung jedes Zwanges sein kann, bauen weiter an dieser Mauer.<br />
Das gute Leben als Fortschreiben des Bestehenden, als Bewahren der Werte in einer Welt, die plötzlich zu zerbröseln droht. Das kleine bekannte Glück, in dem das Wahre nicht einmal als Moment des Falschen existiert, als einzig erstrebenswertes Ideal.<br />
Gelähmt von 2000 Jahren christlicher Tradition des Erduldens und Kriechens, in froher Erwartung dessen, was kommt, wenn nichts mehr kommt. In frommer Hoffnung auf das gute Leben im Bestehenden, über das nicht hinausgedacht werden kann.<br />
So ersetzt das Warten und Hoffen auf diesen oder jenen Erlöser den millenaristischen Willen zum irdischen Paradies. Den Willen, etwas Besseres zu entdecken und umzusetzen. Hier und Jetzt.<br />
Im Jetzt der abstrakten und unbarmherzig gleichförmig verlaufenden Zeit. Der Zeit als Ware, in der wir nichts mehr sind als ihre bloße Verkörperung. Ihr wollen wir entkommen, sie falten und mit Wurmlöchern durchbohren. <em>Time is the enemy – pleasure is the aim</em>  ist daher nur eine Erkenntnis derer, die sich auf die Suche nach dem guten Leben machen, ohne sich nach dem Bestehenden umzudrehen.<br />
Ihr Weg ist die Revolte, die sich keiner bestimmten Sache mehr verschreibt, sich lustvoll dem systematischen Infragestellen der Arbeit und unserer gesamten Gesellschaft hingibt.<br />
Eine Revolte, die erst durch die totale Kritik dieser Gesellschaft und insbesondere ihrer Idee des guten Lebens zu sich findet und diese Kritik durch Taten ausdrückt. Die leichten Herzens im Krieg mit der ganzen Welt ist und nur das unterstützt, was sie selbst zu ihrer Sache erklärt.<br />
Sie verbreitet nicht deliriöse Verzweiflung, sondern agiert als unwiderstehliche Verführerin. Ohne Multitude und ohne Führer entwirft sie eine neue Praxis des permanenten Spieles, entfremdet die modernen Kommunikationswege, um sie mit einer Masse unbekannter Begierden und unverschämter Forderungen zu überfluten, die nicht etwa unverwirklichbar sind, sondern nur jenseits der bekannten Formen der sozialen Organisation liegen. Sie gibt sich mit nicht weniger als Allem zufrieden. Sie weiß, dass im geschlossenen Kreis praktizierte Freiheit allzu leicht als bloßer Traum endet, als Repräsentation ihrer selbst, während der Alltag wieder die Kontrolle übernimmt. Dementsprechend duldet sie keine Trennungen mehr und wird einzig von Lust und Verlangen getrieben und behauptet: <em>Mir geht nichts über Mich.<br />
</em> Dann mag das gute Leben beginnen.</p>
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		<title>Michèle Bernstein: All The King’s Horses</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Apr 2010 10:26:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ricky</dc:creator>
				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur, Sprache, Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension – Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Streifzüge 2010-48]]></category>
		<category><![CDATA[Trang; Ricky]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Post from: <a href="http://www.streifzuege.org">Streifzüge</a>. <strong>Liebe Leute</strong>: Allein hier zu schreiben, dass wir ein Leben ohne Geld wollen, kostet welches. Wer unsere Texte mag, soll dazu beitragen, dass sie hier (ent)stehen können. Wenn wer sich’s leisten kann. Eh klar. Dann aber seid so lieb: Her mit der Marie! <a href="http://www.streifzuege.org/call-for-marie">Löst uns aus! </a><br/><hr><br/<a href="http://www.streifzuege.org/2010/michele-bernstein-all-the-kings-horses">Michèle Bernstein: All The King’s Horses</a></p>
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<tr>
<td><img src="http://www.streifzuege.org/wp-content/data/4_trang_all-horses_cover.jpg" alt="" width="90" /></td>
<td style="padding-left:5pt">
<h3>Semiotext(e) 2008, 128 pages, £9.95</h3>
<p>Streifzüge 48/2010</p>
<p><em> von Ricky Trang </em> <span id="more-6472"></span></td>
</tr>
</table>
<p>The book everyone interested in the Situationists has heard about, but no one has actually read, is finally available in English. Like most parts of Situationist history the origin of this book is hidden in myth and selfhistorification. The story goes that it was solely written to fill the SI’s war chest. Bernstein’s concern about practising a dead art was resolved by Debord who declared it an act of detournement.<br />
And indeed, it’s a slippery rewrite of Laclos’ „Dangerous Liaisons“ that recounts episodes from the lives of Geneviève and Gilles, a young bohemian couple that move in the intellectual and avant-garde circles of the late 50ies. Although the names have been changed, it’s clear that it’s Debord playing the role of the cold libertine with Bernstein as his cohort. „We’re all characters in a novel, haven’t you noticed? You and I speak in dry little sentences. There’s even something unfinished about us.“<br />
They engage in games of seduction, joyful games that are fuelled by a conception of love that is open, playful and influenced by the idea of the potlatch so vital to the early SI.<br />
The Book itself isn’t groundbreaking. It’s just a Situationist trash novel- charming, frivolous and humorous. But it’s an inspiring read, even if you are not familiar with Situationist history. And if you can decipher all the hidden hints it becomes absolutely amazing.<br />
Adornits beware: This is also a book about revolutionaries love of real life.</p>
<p>*It seems that you can’t mention this book without quoting it’s most famous dialog. So will find it packed in a comic strip (again) somewhere in this issue.</p>
<p>.</p>
<p><img src="http://www.streifzuege.org/wp-content/data/4_trang_all-horses_comic.jpg" alt="" width="750" /></p>
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		<item>
		<title>Unfreundliches zu real existierender linker Theorie und Praxis</title>
		<link>http://www.streifzuege.org/2010/unfreundliches-zu-real-existierender-linker-theorie-und-praxis</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Apr 2010 10:20:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ricky</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideologiekritik]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik der Linken: Klassenkampf etc.]]></category>
		<category><![CDATA[Streifzüge 2010-48]]></category>
		<category><![CDATA[Trang; Ricky]]></category>

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Post from: Streifzüge. Liebe Leute: Allein hier zu schreiben, dass wir ein Leben ohne Geld wollen, kostet welches. Wer unsere Texte mag, soll dazu beitragen, dass sie hier (ent)stehen können. Wenn wer sich’s leisten kann. Eh klar. Dann aber seid so lieb: Her mit der Marie! Löst uns aus!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Post from: <a href="http://www.streifzuege.org">Streifzüge</a>. <strong>Liebe Leute</strong>: Allein hier zu schreiben, dass wir ein Leben ohne Geld wollen, kostet welches. Wer unsere Texte mag, soll dazu beitragen, dass sie hier (ent)stehen können. Wenn wer sich’s leisten kann. Eh klar. Dann aber seid so lieb: Her mit der Marie! <a href="http://www.streifzuege.org/call-for-marie">Löst uns aus! </a><br/><hr><br/<a href="http://www.streifzuege.org/2010/unfreundliches-zu-real-existierender-linker-theorie-und-praxis">Unfreundliches zu real existierender linker Theorie und Praxis</a></p>
<p>Streifzüge 48/2010</p>
<p><em>von Ricky Trang<br />
</em> <span id="more-6461"></span><br />
Immer schon errichtet der Besitz der Wahrheit Scheiterhaufen, verlangen heilige Bücher nach der Inquisition, schürt Ideologie blanken Vernichtungswillen. Der proklamierte Tod des alten Mannes tat dem keinen Abbruch. Real existierende Theorie hat ihn begraben – und seinen Thron bestiegen.<br />
Es ist nicht die Theorie, die zur Wirklichkeit drängt, es sind ihre Vertreter auf Erden, die Theoretiker. In dem Gedränge bleibt die geschichtliche Aufgabe der Theorie unerledigt: radikal jede Ideologie als eine von den Ideen getrennte Macht und als Ideen der getrennten Macht zu kritisieren, zur gleichen Zeit also jedes Fortleben der Religion sowie das heutige soziale Spektakel, welches von der Masseninformation zur Massenkultur jede Kommunikation zwischen den in ihrer entfremdeten Tätigkeit gefangenen Menschen monopolisiert, zu demontieren, die Fehler der Vergangenheit nicht nur zu verdammen, sondern auch zu verstehen und dementsprechend jede revolutionäre Ideologie als die Unterschrift des Scheiterns des Projekts der Emanzipation aufzulösen. Stattdessen bleibt Theorie als Wahrheit das Privateigentum der neuen Spezialisten der Macht, die sich über das wirkliche Leben erhebt, auch wenn ihr Einfluss nur bis zum Denken und Vorstellen ihrer Jünger reicht. Anstatt die Ideologie aufzuheben, ist ihr einziges Bestreben, ihre Theorie zu ebendieser zu erheben. Und sich selbst zu ihren Hohepriestern. Theorie wird so im Handumdrehen zur Religion, zur einzig wahren Lehre. Und Unduldsamkeit gegen jede Form der Häresie zur obersten Pflicht ihrer Priester und Adepten. Es gilt nicht Differenzen auszuloten, vom Differenten zu lernen und mit Wissbegier zu diskutieren, sondern Ketzer zu eliminieren oder, da Scheiterhaufen – erfreulicherweise – nicht mehr in Reichweite der eigenen Impotenz sind, sie zumindest zur Unperson zu erklären, aus dem eigenen Leben zu tilgen und sie bei jeder Gelegenheit persönlich zu attackieren; einzig zwischen Freund und Feind kann noch unterschieden werden. Reale Gemeinsamkeiten und emanzipatorische Möglichkeiten sind nicht annähernd so verlockend wie ein neuer Kreuzzug. Es entsteht die paradoxe Situation, dass es gerade zwischen all denen, die Gemeinsames anstreben, schärfste Trennungslinien gibt, und dies bis zur Selbstzerfleischung.<br />
Die Geschichte der Linken ist ganz wesentlich auch eine Geschichte der Grabenkämpfe und Schauprozesse. Von Kronstadt nach Barcelona nach &#8230; ach! Dass sich im Vergleich dazu die heutigen Auseinandersetzungen – glücklicherweise – nur noch als erbärmliche Farce darstellen, ist dabei weniger dem mangelnden Vernichtungswillen als den fehlenden Möglichkeiten und den geschichtlichen Umständen zuzuschreiben.<br />
Gefangen in der Überzeugung, den Weg, die Wahrheit und das Leben zu bringen oder zumindest zu kennen, sehen sie großteils auch heute, trotz der Erfahrungen der Vergangenheit, in den Kämpfen, denen sie und ihresgleichen immer wieder selbst erlagen, noch immer nicht die theologischen Zänkereien, die sie waren und sind. Ideologen sind eben leichtfertig genug, alle Illusionen für bare Münze zu nehmen, die sie sich über sich selbst machen. Und sollte sich wer erdreisten nicht mehr mitmachen zu wollen, bleibt immer schon und immer noch die Maxime: Drumb sol hie zuschmeyssen, wurgen und stechen heymlich odder offentlich, wer da kan, und gedencken, das nichts gifftigers, schedlichers, teufflischers seyn kan, denn eyn auffrurischer mensch, gleich als wenn man eynen tollen hund todschlahen mus.<br />
So viel zur Freundschaft.</p>
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		<title>Die Spezialisten des Überlebens</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 10:38:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ricky</dc:creator>
				<category><![CDATA[Emanzipation / Perspektive]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik der Linken: Klassenkampf etc.]]></category>
		<category><![CDATA[Streifzüge 2009-47]]></category>
		<category><![CDATA[Trang; Ricky]]></category>

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Post from: Streifzüge. Liebe Leute: Allein hier zu schreiben, dass wir ein Leben ohne Geld wollen, kostet welches. Wer unsere Texte mag, soll dazu beitragen, dass sie hier (ent)stehen können. Wenn wer sich’s leisten kann. Eh klar. Dann aber seid so lieb: Her mit der Marie! Löst uns aus!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Post from: <a href="http://www.streifzuege.org">Streifzüge</a>. <strong>Liebe Leute</strong>: Allein hier zu schreiben, dass wir ein Leben ohne Geld wollen, kostet welches. Wer unsere Texte mag, soll dazu beitragen, dass sie hier (ent)stehen können. Wenn wer sich’s leisten kann. Eh klar. Dann aber seid so lieb: Her mit der Marie! <a href="http://www.streifzuege.org/call-for-marie">Löst uns aus! </a><br/><hr><br/<a href="http://www.streifzuege.org/2009/die-spezialisten-des-ueberlebens">Die Spezialisten des Überlebens</a></p>
<p>Streifzüge 47/2009</p>
<p><em>Von Ricky Trang<br />
</em> <span id="more-5572"></span><br />
Dem Kapital ist es egal, wenn Wüsten entstehen, die Polkappen schmelzen, die Ressourcen zu Ende gehen, den Menschen die Lebensgrundlagen entzogen werden. Der Kapitalismus stößt an seine Grenzen, eine Krise jagt die andere, jede schlimmer als die zuvor. Zeit für eine radikale Wende. Wann, wenn nicht jetzt!<br />
Die Litanei ist endlos und die Schlachtlämmer geraten in Bewegung, wollen bewegen und alles neu gestalten. Auf dass nur nichts geschieht und alles so bleibt, wie es immer war. </p>
<p>Zur falschen Zeit am falschen Ort aus all den falschen Gründen. Die störenden Symptome beseitigen, um weiter dem Spektakel des Überlebens zu frönen.</p>
<p>Dem Spektakel, dem schlechten Traum der gefesselten Gesellschaft, der schließlich nur ihren Wunsch zu schlafen ausdrückt; als solches nicht länger nur Wächter dieses Schlafes, sondern Beschützer und Verbündeter. Garant des Fortbestehens des sedierten Vor-sich-hin-Dämmerns, aus dem niemand mehr erwachen will. Ein Traum, der sogar von Zeit zu Zeit die Illusion erweckt, wach zu sein. Besonders in Krisenzeiten, erfordern diese doch spektakuläre Veränderungen zur Aufrechterhaltung des Schlafes. So ist das Spektakel als konkrete Verkehrung des Lebens die autonome Bewegung des Leblosen. Und „it’s time for a change“ als die perfekte Waffe des Spektakels, welches es zu nichts anderem bringen will als zu sich selbst.</p>
<p>All ihr Spezialisten des Überlebens, es gilt nicht aufgrund der Not, der Gefährdung des vertrauten Schlafes, zu kämpfen, sondern für unsere Begierden, für die Umkehrung des Verkehrten. Wir wollen nicht den Mangel an Leben prolongieren, sondern die Welt verändern und das Leben neu erfinden. Dies ist von einer gewissen hedonistischen Berechnung nicht zu trennen. Irgendwann ist der Augenblick da, in dem die Leidenschaft und das Bewusstsein, dass eine andere Welt möglich ist, wieder zu wachsen beginnen. Nicht aufgrund der Not der Unterdrückten, sondern aufgrund unseres unwiderstehlichen Verlangens nach Leben.</p>
<p>Bis dahin schlafwandelt weiter zu euren bewegenden Veränderungen, damit das Überleben weitergeht wie bisher!<br />
Ihr könnt mich mal!</p>
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		</item>
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		<title>Frühstück mit Debord</title>
		<link>http://www.streifzuege.org/2008/fruehstueck-mit-debord</link>
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		<pubDate>Sat, 01 Nov 2008 00:40:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lorenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Streifzüge 2008-44]]></category>
		<category><![CDATA[Trang; Ricky]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Post from: <a href="http://www.streifzuege.org">Streifzüge</a>. <strong>Liebe Leute</strong>: Allein hier zu schreiben, dass wir ein Leben ohne Geld wollen, kostet welches. Wer unsere Texte mag, soll dazu beitragen, dass sie hier (ent)stehen können. Wenn wer sich’s leisten kann. Eh klar. Dann aber seid so lieb: Her mit der Marie! <a href="http://www.streifzuege.org/call-for-marie">Löst uns aus! </a><br/><hr><br/<a href="http://www.streifzuege.org/2008/fruehstueck-mit-debord">Frühstück mit Debord</a></p>
Post from: Streifzüge. Liebe Leute: Allein hier zu schreiben, dass wir ein Leben ohne Geld wollen, kostet welches. Wer unsere Texte mag, soll dazu beitragen, dass sie hier (ent)stehen können. Wenn wer sich’s leisten kann. Eh klar. Dann aber seid so lieb: Her mit der Marie! Löst uns aus!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Post from: <a href="http://www.streifzuege.org">Streifzüge</a>. <strong>Liebe Leute</strong>: Allein hier zu schreiben, dass wir ein Leben ohne Geld wollen, kostet welches. Wer unsere Texte mag, soll dazu beitragen, dass sie hier (ent)stehen können. Wenn wer sich’s leisten kann. Eh klar. Dann aber seid so lieb: Her mit der Marie! <a href="http://www.streifzuege.org/call-for-marie">Löst uns aus! </a><br/><hr><br/<a href="http://www.streifzuege.org/2008/fruehstueck-mit-debord">Frühstück mit Debord</a></p>
<p>Streifz&uuml;ge 44/2008</p>
<p><em>von Ricky Trang</em> <span id="more-926"></span></p>
<p>War, wie h&auml;tte es anders sein k&ouml;nnen, immer etwas Besonderes. Trotzdem, es gibt Vormittage, wie er sagte, die ergreifend, aber m&uuml;hsam sind. Denn, wenn ihm nichts blieb als die Pflicht, allen seinen Vorlieben ohne Einschr&auml;nkungen nachzugehen, so erf&uuml;llte er diese getreulich. Von Anfang an im Bewusstsein, dass wir nie wieder so jung trinken w&uuml;rden, sagte er. Und so ging unsere Jugend so unwiederbringlich verloren, sagte er, als wir einige Gl&auml;ser tranken und es gewiss war, dass wir niemals etwas Besseres tun w&uuml;rdenWeder er noch die, die mit ihm tranken, haben sich auch nur einen Augenblick lang ihrer Exzesse gesch&auml;mt. Wir hatten an der Festtafel des Lebens Platz genommen, sagte er.</p>
<p>Was ich, sagte er, von den wenigen Dingen, die ich mochte und auch beherrschte, am besten beherrschte, war das Trinken. Obwohl ich ausgesprochen viel gelesen habe, habe ich noch mehr getrunken. Ich habe zwar viel weniger geschrieben als die meisten, die schreiben, sagte er, aber viel mehr getrunken, als die meisten, die trinken. So sagte er, der auch sagte, was nun dieses Ding, die Gesellschaft des Spektakels, betrifft, so wird man, wenn man es zu lesen geruht, sehen, dass ich die f&uuml;nfzehn Jahre, die ich mit dem Studium &uuml;ber die Vernichtung des Staates zugebracht habe, weder verschlafen noch vert&auml;ndelt habe. Es ist eine Tatsache, sagte er, dass ich oft mehrere Monate lang st&auml;ndig betrunken war und auch in der &uuml;brigen Zeit viel trank.</p>
<p>Er war es auch, der vom unausweichlichen Zusammenbruch der St&auml;dte der Illusion sprach. Die Tage dieser Gesellschaft sind gez&auml;hlt; sagte er, ihre Gr&uuml;nde und Verdienste wurden gewogen und f&uuml;r zu leicht befunden; ihre Bewohner haben sich in zwei Lager geteilt, von denen eines will, dass diese Gesellschaft verschwindet. Und ich habe jedenfalls bestimmt so gelebt, wie ich gefordert habe, dass man leben m&uuml;sse, sagte er.</p>
<p>Doch genau so, wie es keinen tiefen Grund f&uuml;r den Beginn dieser schlecht gestalteten Botschaft gab, gibt es auch keinen f&uuml;r ihr Ende.</p>
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		<title>Stift Lambach</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Jul 2008 00:55:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lorenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Religion / Esoterik / Fetisch]]></category>
		<category><![CDATA[Streifzüge 2008-43]]></category>
		<category><![CDATA[Trang; Ricky]]></category>

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<p>Streifz&uuml;ge 43/2008</p>
<p><em>2000 Zeichen abw&auml;rts</p>
<p>von Ricky Trang</em> <span id="more-512"></span></p>
<p>Kalt und starr ragen die Mauern himmelw&auml;rts, alles beherrschend. Das Rundherum klein und verg&auml;nglich erscheinen lassend stellen sie alleine durch ihre Pr&auml;senz die gottgewollte Ordnung her. Selbst die Jahrhunderte konnten dieser kalten Sch&ouml;nheit ihren Schrecken nicht nehmen.</p>
<p>Ein Schauer durchstr&ouml;mt mich. Jeder Glockenschlag ein Affront, ein unbarmherziges Hohnlachen ins Angesicht des Leidens und der VerzweiflungMauern auf maltr&auml;tierten Leibern errichtet. Das pulsierende Leben erstickt, das Denken ausgerottet, die Begierden vernichtet &#8211; nichts zur&uuml;ckgelassen als &Ouml;de, &uuml;ber der die Angst schwebt. Im Namen der Liebe der H&ouml;lle eine reale Gestalt geschaffen.</p>
<p>Im jahrhundertlangen Kampf Schritt um Schritt &uuml;ber Leichenberge zur&uuml;ckgedr&auml;ngt. Die banalsten Selbstverst&auml;ndlichkeiten, jede Form von selbstbestimmtem Leben nur das Resultat erbitterten Ringens. Eines Ringens, ohne das auch ich schon Opfer der Flammen geworden w&auml;re.</p>
<p>Sie steht immer noch, selbstherrlich und unbelehrbar, als letzte H&uuml;terin der Moral, ihrer Moral, als Sinnstifterin des Lebens, eines Lebens, das sie von jeher mit Leidenschaft verst&uuml;mmelt und vernichtet.</p>
<p>Hochgeistig, gelehrt und gebildet, als erbittertste Gegnerin von Logik, Verstand und Wissenschaft verbreitet sie immer noch ungehindert und gef&ouml;rdert ihr Gift &uuml;ber alle Kan&auml;le, verbittet sich jede Widerrede oder deckt sie mit allen Mitteln zu, vergiftet die Kinder. Sklavenhalterin und Ausbeuterin seit Jahrhunderten suhlt sie sich in N&auml;chstenliebe, sozialem Engagement &#8211; in ihrer Caritas, die sie sich teuer bezahlen l&auml;sst, so wie sie sich immer alles hat bezahlen lassen&#8230;</p>
<p>Die Mauern m&uuml;ssten triefen von Schwei&szlig; und Blut, die Verzweiflung ist k&ouml;rperlich sp&uuml;rbar. Schaudernd wende ich mich ab, aber noch stehen sie zwischen mir und der Sonne.</p>
<p><em>R. T. </em></p>
</td>
</tr>
</table>
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