Liebe Leute: Allein hier zu schreiben, dass wir ein Leben ohne Geld wollen, kostet welches. Wer unsere Texte mag, soll dazu beitragen, dass sie hier (ent)stehen können. Wenn wer sich’s leisten kann. Eh klar. Dann aber seid so lieb: Her mit der Marie! Löst uns aus!

Call for Papers 75

24 Okt 2018

Die Frühjahrsnummer 2019, zu der auch Artikel außerhalb des Schwerpunktthemas willkommen sind, handelt von

ANTIPOLITIK

Dass wir hier etwas gegen Politik haben und daher akkurat auch nicht auf eine andere Politik drängen, dürfte sich schon rumgesprochen haben. Auf identitäre Interessen von Charaktermasken zu setzen, ist nicht unser Ziel. So ist uns auch das Subjekt abhanden gekommen und es geht uns auch nicht wirklich ab.

Politik halten wir für immanent, siehe etwa hier:

Doch was ist transzendent und transformatorisch? In der nächsten Ausgabe wollen wir das, was wir uns unter Antipolitik vorstellen möchten, vorstellen und um Mithilfe bitten. Im Zentrum soll der Versuch stehen, eine gesellschaftliche Praxis zu formulieren, die sich jenseits der Politik ihre Betätigungsfelder in der Öffentlichkeit suchen möchte. Wie und wo können Antipolitik und Politik kollidieren resp. (und das wird nötig sein) sich auch zwischenzeitlich synchronisieren?

Auf Konkretes und Illustratives soll dabei nicht verzichtet werden: Der Aufstieg einer Medienblase wie Sebastian Kurz etwa, der Niedergang der alten Volksparteien, die Sozialdemokratie mitinbegriffen; die Kurven diverser Sterne und Sternschnuppen, Oligarchen, Piraten, Obskuranten, und manch anderes können zur Sprache kommen. Auch auf das Verhältnis von Politik und Ökonomie, von Politik und Kulturindustrie, von Politik und Populismus, von Politik und Publikum sollte Bezug genommen werden. Was bedeuten Wahlen, was meint Partizipation, was Transparenz, was Autonomie, was sagt ein Unbegriff wie „demokratiepolitisch“. Warum sind Politiverdrossene unböse?

Kurzum: Ist Politik am Ende oder hört das Ende nie auf?

Artikelanbote bitte ab sofort an die Redaktion (redaktion@streifzuege.org) Ab geplanten 12.000 Zeichen (2 Seiten) ersuchen wir um einen kurzen Abstract: etwa 1200 Zeichen, plus Angabe wie viele es letztlich werden sollen.
Folgende Textsorten stehen zur Verfügung:
* 2000 Zeichen abwärts,
* Rezens eines Buches (1600 Zeichen),
* Aufriss (1 Seite mit bis 6.000 Zeichen),
* Essay (2 oder 3 Seiten mit 12.000 bzw. 18.000 Zeichen Obergrenze) oder
* Abhandlung (auf 4 oder 5 Seiten mit 24.000 bzw. 31.000 Zeichen Limit)

Genaue Modalitäten zu Textsorten und -länge siehe hier:

Die fertigen Aufsätze sind bis zum vereinbarten Termin, aber spätestens bis 18. Februar 2019 an uns zu senden.

Die Ausgabe wird betreut von Franz Schandl.

5 Kommentare

 Kommentare

  1. 1 Charly meinte am 8. November 2018, 22:16 Uhr

    Was mir über all die Jahre aufgefallen ist: Im Gegensatz zu aller Theorie ist die Praxis unendlich viel schwerer zu analyisieren und auch in die Tat umzusetzen.
    Dies hat sicherlich unendlich viele Gründe – trotzdem gibts paar triviale Punkte zu berücksichtigen: 1. Niemand hat Zeit um nur schon das
    Tagesgeschehen genügend zu analysieren. 2. Preaching to the saved ist einfach – aber der Kreis wird dadurch nicht wirklich erweitert.
    3. Viele (ob nun mal „saved“ oder auch nicht) sind einfach nur müde von der ewigen vermeintlichen (?) Niederlage aller
    Gegenkonzepte zum Kapitalismus und flüchten sich seit sehr langer Zeit in blanken Zynismus.

    Solange ihr die genannten Punkte nicht von a-z beantworten könnt – seit ihr (wie alle Gegenstimmen) zum Scheitern verurteilt.

    Ich wünsche uns allen good luck.

  2. 2 Charly meinte am 8. November 2018, 22:43 Uhr

    Das „worst case scenario“ hat schon gewonnen – nun geht es um maximale Schadensbegrenzung.
    Der Leitspruch der Linken sollte heissen:“Nur Verzweiflung kann uns noch retten.“ – alles andere
    wurde schon versucht und war zum Scheitern verurteilt.

  3. 3 Charly meinte am 8. November 2018, 23:10 Uhr

    Damit will ich die moderne Theorie nicht als „hilflos“ hinstellen – sondern nur auf die
    massive Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis heute hinweisen. Als solche Gestalten
    wie Lenin vor einem Jahrhundert auf der Weltbühne erschienen (den ich als absoluten
    Antiheld sehe) – war es paradoxerweise genau umgekehrt.

  4. 4 Charly meinte am 8. November 2018, 23:44 Uhr

    Zu aller Konfusion treten wir gerade in ein Zeitalter ein, in dem Arbeit von Menschen
    immer mehr zu einem „Spezialfall“ degradiert wird. Dies ist zwar (wie in dieser Zeitschrift auch propagiert) u.a.
    eine Chance „Widerstand“ zu leisten – gleichzeitig aber vor allem eine weitere Ohnmacht gegenüber den herrschenden
    Verhältnissen.

  5. 5 Charly meinte am 8. November 2018, 23:58 Uhr

    Das alte Fazit gilt immer noch: Die fast unmögliche Aufgabe besteht darin sich weder von
    der Macht der andern, noch von der eigenen Ohnmacht – dumm machen zu lassen.

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