Liebe Leute: Allein hier zu schreiben, dass wir ein Leben ohne Geld wollen, kostet welches. Wer unsere Texte mag, soll dazu beitragen, dass sie hier (ent)stehen können. Wenn wer sich’s leisten kann. Eh klar. Dann aber seid so lieb: Her mit der Marie! Löst uns aus!

Call for Papers: ICH

22 Nov 2017

Für das Heft Nummer 72 der Streifzüge gilt wie immer auch diesmal: Alle Themen sind willkommen, nicht nur Texte zum Schwerpunkt. Wer also etwas hat, das sie oder er gerne loswerden möchte und das auch in die Streifzüge passt, dann bitte nicht zu zögern.

Die Frühjahrs-Ausgabe 2018 dreht sich ums

ICH

Wieviel „Ich“ kann werden im Zustand gesamtgesellschaftlicher Unbewusstheit? Bin ich ich, bin ich viele oder doch ein ganz anderer? Die Beschäftigung mit dem „lieben Selbst“, die stete Fokussierung auf die eigene Befindlichkeit, die Suche nach „Identität“ scheinen vielen ein wachsendes Bedürfnis. Dabei lenkt das gedankliche Kreisen um den eigenen Bauchnabel zuverlässig von den Verhältnissen, deren Geschöpfe wir sind, ab. Ich zwischen Ohnmacht und voluntaristischem Größenwahn. Wer sieht sich schon gerne als monadisiertes Warensubjekt? Soweit wir uns in der Charaktermaske der Erwerbstätigen und gleich darauf in der eines Käufers erkennen, halten wir uns doch meist für selbstbestimmte Akteure, stattdessen zappeln wir am Gängelband der Ware.

Wir sollen unsere – wechselnden – Rollen spielen, so jedenfalls sieht es das bürgerliche Drehbuch vor. Wer die Widersprüche der Gegenwartsgesellschaft möglichst locker wegsteckt, darf allgemein als gut integriert gelten. Das mustergültige Subjekt zeigt sich flexibel, anpassungsfähig und stets optimierungsbereit. Widerstandslos warenförmig im Alltag und offen für die Herausforderungen der Welt, damit haben wir uns den „Spaß“ dann auch verdient. Aus der wachsenden Zahl derer, die diesem Idealbild nicht entsprechen – ob wollen oder können –, suchen nicht wenige ihr identitäres Heil in irgendeinem Kollektivsubjekt, während das andere Ende des Spektrums versucht, sich in unverwechselbarer Einzigartigkeit zu behaupten.

Wo bleib bei all dem ich? Wie kommen wir da raus? Wer könnten wir sein? Wie kann „Ich“ werden?

Artikelanbote bitte ab sofort an die Redaktion (redaktion@streifzuege.org) Ab geplanten 12.000 Zeichen (2 Seiten) ersuchen um einen kurzen Abstract: etwa 1200 Zeichen, plus Angabe wie viele es letztlich werden sollen.

Folgende Textsorten stehen zur Verfügung:
* 2000 Zeichen abwärts,
* Rezens eines Buches (1600 Zeichen),
* Aufriss (1 Seite mit bis 6.000 Zeichen),
* Abhandlung (auf 4 oder 5 Seiten mit 24.000 bzw 31.000 Zeichen Limit)

Genaue Modalitäten zu Textsorten und -länge siehe:
www.streifzuege.org/hinweise-fuer-autorinnen

Die fertigen Aufsätze sind bis zum vereinbarten Termin, aber spätestens bis 11. Februar 2018 an uns zu senden.

Die Ausgabe wird betreut von Petra Ziegler.

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