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Der Zeitgeist-Kommunismus: Wissenschaft oder Science Fiction?

03 Feb 2011

von Andreas Exner

Fast unbemerkt in Europa und bei Linken in aller Welt ist vor einigen Jahren in den USA eine neue soziale Bewegung aufgetaucht. Sie globalisiert sich rasch. Neu ist dabei nicht das Programm, sondern die Art, wie es Menschen anzieht. Ich spreche vom Zeitgeist-Movement, das die Aufmerksamkeit, die es erhält, zu einem guten Teil den Filmen von Peter Joseph verdankt. Sein neuester Streifen ist nun im Netz: Moving forward, so der Titel. Mit seiner Botschaft spricht das Zeitgeist-Movement ein breites Publikum an. Diese Botschaft, in der Tat, ist einfach: kein Geld, kein Tausch, kein Kapital, kein Staat. Um es mit einem Wort zu sagen: Kommunismus.

Verblüffend, nicht? Inmitten der Endkrise des kapitalistischen Weltsystems, während die Eliten beginnen nach neuen Wegen der Herrschaft zu suchen, ohne eine Bewegung, die den Kapitalismus überschreiten will, beginnen Leute plötzlich zu diskutieren wie „diese Scheiße“ (Jacques Fresco) denn zu beenden sei – und zwar indem das absurde und tödliche System der Märkte und der Staaten abgeschafft wird. Der Film endet mit Bildern einer Weltrevolution, Leute werfen ihr Geld weg, die Gewalt des Staates sieht sich mit friedlichen Demonstrationen konfrontiert, und die politische und ökonomische Elite kapituliert ganz einfach. Zu schön um wahr zu sein, aber schön ist dies allemal.

Kritik radikal

Die Wahrheit des Films liegt nicht so sehr in der Art, wie er eine Alternative skizziert, sondern in seiner radikalen und unnachgiebigen Kritik des kapitalistischen Lebens. Die besten Momente des dreistündigen Opus magnum von Peter Joseph sind jene, in denen er schonungslos die unfassbaren Absurditäten der Herstellung und des Konsums von Waren demaskiert, von Produkten, die verkauft werden und die nur hergestellt werden, um verkauft zu werden – für einen Profit. Diese Übung gelingt Joseph mit Leichtigkeit und Ironie.

Wenn Peter Joseph die Verrücktheit dessen bloßstellt, was er das „Geldsystem“ nennt und das vor allem in der Bewegung des zinstragenden Kapitals besteht, der „äußerlichsten und fetischhaftesten Form“ des Kapitals (Marx), dann erscheint das Geldsystem als das, was es ist: nicht als der Schuldige der Misere unserer Zeit, sondern schlicht die Verlängerung der tödlichen Absurdität des Tausches. Die Schlussfolgerung ist schlagend: it’s the system, stupid. So grenzt sich der Film zugleich unmissverständlich von jeder Art der Verschwörungstheorie und dem damit fast unvermeidlich einhergehenden Antisemitismus ab. Ideologien, die eine umso größere Gefahr für eine auf Befreiung ausgerichtete soziale Bewegung darstellen, je mehr die Krise sich vertieft und die Menschen dennoch am Status quo von Markt, Lohnarbeit, Staat und Kapital festhalten wollen.

Gewiss, was vielen so unerhört neu an Zeitgeist erscheint, fiel nicht vom Himmel, sondern hat geschichtliche Wurzeln. Der neue Zeitgeist-Film propagiert einen Kommunismus im besten Sinne, und dies erstaunlicherweise ohne Marx auch nur zu nennen – sei es aus taktischen Gründen, sei es aufgrund einer gewissen Art von Engstirnigkeit (die solange keinem weh tut, als der Kern der Zeitgeist-Botschaft davon unberührt bleibt). Abgesehen von der Gedankenwelt des Kalten Krieges und den nach wie vor lebendigen Erfahrungen der Repression kommunistischer Bewegungen in den USA ist es vor allem die Schuld jener so genannten Kommunist_innen, die nur Varianten des Bestehenden propagieren und es für radikal ansehen eine Verstaatlichung von Banken zu fordern oder Vollbeschäftigung, dass Bündnisse, die eigentlich auf der Hand liegen, noch nicht entstanden sind.

Die Kinderkrankheiten des Zeitgeist

Die Schwächen des Ansatzes sind erstens die Blindheit gegenüber der Produktion und zweitens die gefährlich unkritische Sicht von Wissenschaft als eines puren Abbilds einer angeblich objektiven Realität.

Dass die Leute nicht nur konsumieren, sondern auch tätig sind: zu Hause, in der Fabrik und im Büro; dass sie arbeitslos sind oder Bäuerinnen und Bauern, die, was sie zum Leben brauchen, selbst produzieren – all dies ist nicht Teil der Geschichte, die der Film erzählt. Dies passt nicht nur gut in die bürgerliche Sicht auf die Welt, die nur Konsumierende und Haushalte kennt und die der Film in vielen anderen Passagen so schonungslos zerstört, sondern es verhindert auch eine Erklärung, wie denn der Kapitalismus wirklich überwunden werden kann. Denn eine Alternative entsteht nicht am Schreibtisch eines Ingenieurs, sondern in den Herzen der Menschen und vor allem in der konkreten Veränderung sozialer Beziehungen: am Arbeitsplatz, zu Hause und auf der Straße, das heißt in der Produktion und Reproduktion der Gesellschaft. Dazu hat Zeitgeist nicht viel zu sagen – woher auch die seltsame Kluft rührt zwischen Frescos Vision kreisrunder Städte, die an Stanislaw Lems urbane Landschaften in „Transfer“ erinnern oder an eine Szenerie in Star Trek auf der einen Seite und der klarsichtigen (wenngleich marktfixierten) Kritik des Kapitals andererseits.

In einer Interviewsequenz in Moving forward nennt Jacques Fresco die Menschen „Opfer der Kultur“. Ja, wir sind alle in der einen oder anderen Weise Opfer. Allerdings sind wir nicht dazu verdammt, sondern wir interpretieren und reproduzieren oder verändern unsere sozialen Interaktionen beständig. Dies geschieht vor allem in fortwährenden, auf verschiedenen Ebenen stattfindenden sozialen Auseinandersetzungen, vom Haushalt bis zum Büro. Demonstrationen sind nur ein kleiner Teil dieser Kämpfe – ein eher oberflächlicher und häufig ziemlich hilfloser noch dazu. Wir sind also nicht nur Opfer, sondern zur selben Zeit Menschen, die sich dagegen wehren, von anderen Menschen beherrscht zu werden, die zurückschlagen und Räume der Freiheit schaffen. Anders wäre es auch ein komplettes Rätsel, dass Leute wie Peter Joseph oder Jacques Fresco der vermeintlich totalen Opferrolle entkommen konnten.

Die patriarchale Autorität der Wissenschaft

Der blinde Fleck am Auge der Produktion führt Moving forward auch zu einer fast vollständigen Ignoranz gegenüber dem Geschlechterverhältnis und der Rolle, die feminisierte Tätigkeiten im Haushalt und im „Mothering“ (der „Bemutterung“, ein Begriff, den Genevieve Vaughan geprägt hat) für das Marktsystem spielen. Dies passt nur allzu gut zu der unkritischen Sicht auf die Wissenschaft, die laut Zeitgeist für alle Probleme eine Lösung parat hat. Eine Sicht, die der Film selbst noch verkörpert, indem praktisch nur Leute mit akademischen Titeln zu Wort kommen – alles Männer (mit einer Ausnahme) und scheinbar im Besitz irgendeines höheren Wissens. Es ist ebenso frappierend wie gefährlich, dass Zeitgeist, jedenfalls in der Darstellung des Films, glaubt, es existiere irgendeine Art von absoluter und universeller Wahrheit „da draußen“ und dass diese Wahrheit Sache von Leuten, die dann Experten und Wissenschafter heißen, ist.

Richtig ist, dass technische Probleme der Organisation der Produktion nicht in politischen Kategorien gelöst werden können – es gibt in der Tat kein republikanisches oder liberales Auto. Es ist jedoch ganz falsch an die eine Lösung für alle zu glauben oder zu meinen, irgendeine Technologie sei „wertneutral“. Weder die Atombombe noch der Computer sind „wertneutral“. Fast scheint es so, als wolle man die sich absolut gebende Autorität des Staates, die Zeitgeist zurecht kritisiert, lediglich gegen eine neue absolute Autorität eintauschen: die der Wissenschaft, die Herrschaft einer vermeintlich universellen, neutralen und absichtslos objektiven Vernunft, vermittelt durch ebenso absichtslos objektive und selbstverständlich wohlmeinende Wissenschafter und Experten.

In der Sicht des wissenschaftstheoretischen Realismus, den Zeitgeist bedauerlicherweise vertritt, wird die Wissenschaft als ein Abbild der Realität betrachtet. Dies ist mit Sicherheit falsch. Realität ist eine Konstruktion, und sie wird mit verschiedenen Mitteln konstruiert, der Alltagssprache und Kultur, der traditionellen und der modernen, der westlichen wie der östlichen Wissenschaft.

Zwar ist klar, dass Ölreserven endlich sind und wir nicht mit dem Kopf durch die Wand rennen können, doch die Begriffe und Theorien, mit deren Hilfe wir den eigenartigen Widerstand erklären, den die „Außenwelt“ uns entgegensetzt, wenn wir unsere Ziele verfolgen, diese Begriffe und Theorien variieren, sind flexibel, hängen ab von kulturellen Vorannahmen und Prägungen – sie sind alles andere als absolut. Wir können nicht einmal sagen, warum die einfachste Lösung für ein wissenschaftliches Problem (wie sie das allgemein anerkannte Prinzip von „Occam’s Rasiermesser“ verlangt), auch die „wahre“ Lösung sein soll, warum sie mehr mit einer „äußeren Realität“ zu tun haben soll als eine kompliziertere Erklärung. Und universelle und über alle geschichtlichen Epochen hinweg gültige Kriterien dafür zu geben, was „einfach“ ist im wissenschaftlichen Sinn, dürfte ebensowenig gelingen.

Das Lob der Wissenschaft lässt einen beinahe frösteln, wenn einige der Interviewpartner kurz auf die Frage der Bevölkerung und eine vermeintliche Kollision mit einer so genannten ökologischen Tragfähigkeit zu sprechen kommen. Tatsächlich wird die Weltbevölkerung um 2050 bei ziemlich sicher 9 Milliarden Menschen ihren Peak erreichen. Und es ist – man staune – Gegenstand einer wissenschaftlichen Kontroverse und ideologischer Kämpfe als Teil von Klassenkämpfen, ob 9 Milliarden ein gutes Leben führen können oder ob Milliarden von Menschen dazu verurteilt sind, irgendeiner Katastrophe aufgrund eines vermeintlichen Overshoot zum Opfer zu fallen.

Die falsche Verheißung der Technik

Es scheint also, dass die Zeitgeist-Bewegung die ursprüngliche Idee des Kommunismus rettet – „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ (Marx) -, während sie einen seiner großen Fehler weiter mitschleppt: zu glauben, dass die Organisation von Produktion und Verteilung nur eine technische Frage darstellt, wofür eine universelle wissenschaftliche Lösung existiert, die alle Konflikte aus dem Weg räumt. Dieser Fehler hatte seine Glanzzeit in der Zwischenkriegsperiode. Und es ist kein Zufall, dass dort auch die historischen Ursprünge der Zeitgeist-Bewegung liegen, eines Nachkommens der so genannten technokratischen Bewegung, die Friedrich Engels‘ Aussage, wonach lediglich die Verwaltung von Dingen an die Stelle der Herrschaft von Menschen über Menschen treten muss, für bare Münze nahm (und nimmt).

Der visionäre Schlussteil des Films macht klar, dass die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse nicht an mangelnden technologischen Möglichkeiten scheitert – dies war indes vermutlich niemals in der menschlichen Geschichte der Fall, nachdem Bedürfnisse von der Technologie ebenso geformt werden wie umgekehrt. Doch es ist falsch, eine universelle Lösung einer technophilen Verwaltungsutopie zu propagieren, die in einem globalen System des Managements von Ressourcen, Produktion und Verteilung besteht. Der Umstand, dass menschliche Bedürfnisse bis zu gewissem Grad universell sind, bedeutet nicht, dass die Art, wie diese Bedürfnisse befriedigt, interpretiert und entfaltet werden, zu weltweit ein und demselben gesellschaftlichen Entwicklungspfad tendiert.

Globale Kooperation mag nützlich sein, teilweise sogar notwendig. Jedoch kann sie nicht darauf beruhen, dass Menschen wie Maschinen funktionieren müssen, einem vermeintlich natürlichen Zwang des Ressourcenmanagements gehorchend, der von einer wissenschaftlichen Steuerungsgruppe ausgeübt wird – der Film schweigt erstaunlicherweise darüber, wie in einer post-kapitalistischen Gesellschaft Entscheidungen getroffen und die entscheidenden Institutionen kontrolliert werden sollen.

Jacques Frescos Vision einer, wie es im Film heißt, perfekt „sauberen und effizienten“ Lebens- und Produktionsweise in kreisförmigen Städten erinnert an das, was James Scott „high-modernist schemes“ nannte, die, wie sein Buch „Seeing like a state“ überzeugend klarlegt, darin versagt haben, die menschlichen Lebensbedingungen zu verbessern. An diesem Punkt erscheint Fresco wie eine anachronistische Variante von Le Corbusier. Während Le Corbusier den rechten Winkel liebte, bewundert Fresco den Kreis. Nun ja, eine Frage des Geschmacks, nicht der menschlichen Befreiung, möchte man meinen. Solange die Le Corbusiers und Frescos dieser Welt niemanden dazu zwingen ihre Visionen umzusetzen und deren Folgen zu erleiden, mag dies ja okay sein. (Brasilía, eine Stadt, die der Ideologie von Le Corbusier entsprechend gebaut worden ist, entpuppte sich als reichlich unfreundlicher Ort, der nur existieren kann, weil er von einem Netz informellen Lebens und einem ungeplanten Stadtrand, der inzwischen größer ist als die geplante Stadt, getragen wird.) Die große Lösung daraus machen zu wollen, ist jedoch falsch und potenziell autoritär.

Die wirkliche Bewegung

Diese kritischen Einwände sollen die große Leistung des Films nicht mindern: Er hat als erster ein wahrhaft kommunistisches Programm formuliert, in Worten und Bildern, die ein breiteres Publikum versteht und annehmen kann. Freilich, es bleibt zu hoffen, dass das Publikum aufhört, Publikum zu sein, und stattdessen das zu machen beginnt, was Kommunismus letztlich sein muss: „Der Kommunismus ist für uns nicht ein Zustand, der hergestellt werden soll, ein Ideal, wonach die Wirklichkeit sich zu richten haben wird. Wir nennen Kommunismus die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt. Die Bedingungen dieser Bewegung ergeben sich aus der jetzt bestehenden Voraussetzung.“ (Marx/Engels).

Worin genau diese Voraussetzung besteht, sollten wir sehr viel eingehender und auf kontroversiellere Weise untersuchen, als der Film dies tut.

15 Kommentare

 Kommentare

  1. 1 Severin meinte am 3. Februar 2011, 03:10 Uhr

    Lieber Andreas, das möcht ich so nicht glauben: dass Niemeyer Brasilia der Ideologie Corbusiers gemäß baute. Der machte sich schon auch seine eigenen Gedanken. Aber als Kommunist der er ist, waren eben seine „Bewegungen“ von den damaligen Vorraussetzungen bedingt; das darf nicht außer Acht gelassen werden.

    Du schreibst Die große Lösung daraus machen zu wollen ist jedoch falsch und potenziell autoritär; wenn du nun aber meinst, dass im Sinne des von uns beiden geschätzten Konstruktivismus, die Wahrheit – so es sowas gibt – nicht objektiv auffindbar, schon gar nicht beschreibbar ist, dann kann ich deinem Statement nicht folgen. Sollten sich Menschen einmal aus freien Stücken dazu entschließen (ohne mittels Geldpeitsche dazu genötigt zu werden), im weißen hightec-Rund ihr Leben zu fristen, so werden sie das tun können (nötigen Fähigkeiten vorausgesetzt). Nichts empfinde ich daran falsch oder autoritär. Es geht doch darum, den Möglichkeitsraum zu öffnen und nicht gleich wieder zuzumachen. Zugegeben: Frescos Vision ist nicht die meine, aber vielleicht tats. eine große Lösung, wer weiß das schon? Solang Strohballenhäuschen und Gemüserabattl Platz haben, vielleicht einige km stadtauswärts, werd ich mich nicht dran stoßen.

    Im Übrigen bin ich bei dir!

  2. 2 Andreas meinte am 3. Februar 2011, 03:33 Uhr

    Lieber Sevi, meine Informationen zu Brasilía entnehme ich dem zitierten James Scott – ein hervorragend recherchiertes Buch, dessen Darstellung ich nicht in Zweifel ziehe. Es gibt nur eine einzige weitere Stadt, in Indien, die zumindest teilweise eine Umsetzung Corbusier’scher Ideen erfahren hat. Sie ist ebenso unfreundlich.

    Die Voraussetzung der Bewegungen des „damaligen“ Kommunismus waren gerade nicht der Staat – das kann und konnte kein Kommunismus sein, der ja eben keinen Staat kennen möchte. Und daher auch nicht solche Planungsungetüme wie Brasilía.

    Die Voraussetzung der wirklichen Bewegung, die der Kommunismus darstellt, wenn er einer sein will, war „damals“ zum Beispiel die russische Mir (bis zu ihrer Zerstörung durch die Bolschewiki), oder, in Brasilien, vielleicht die Vielfalt der suburbanen Armenviertel, wenn wir auf architektonischer Ebene bleiben, oder der Dörfer am Land, was weiß ich… sicherlich nicht aber das, was sich ein Parteikader eingebildet hat mitten in Amazonien in die Gegend pflanzen zu müssen um einen schönen Regierungs- also Herrschaftssitz draus zu machen…

    Konstruktivismus heißt nicht, dass man alles gleich gut findet. Ganz im Gegenteil. Es heißt nur, dass man keine objektiven Maßstäbe für das anlegt, was man gut findet oder schlecht.

    Fakt ist, dass die Leute, die in Brasilía leben, diese Stadt als lebensfeindlich und unfreundlich erleben. Soweit soziologische Studien. (Da Brasilía Regierungssitz ist, sind alle Staatsangestellten samt Anhang dazu verdonnert, dort zu hausen…).

    Mit Frescos seltsamen Kreisen habe ich gar kein Problem – eine lustige Idee, fürwahr. Ich bin hier jedoch ganz bei Franz (siehe seinen Eintrag zum Movie). Der Punkt bei Fresco ist, wie ich ja in meinem Beitrag sage, dass er seine persönliche Vision als „die Lösung“ präsentiert – und so sehen es meiner bescheidenen Erfahrung nach auch seine Jüngerinnen und Jünger (wenn man so sagen darf).

  3. 3 Martin meinte am 3. Februar 2011, 11:43 Uhr

    Den Film hab ich auch noch nicht gesehen, aber schon alleine die technophilen Bildchen die dafür werben, machen mich sekptisch.
    Das größere Problem ist wohl eher die „Zeitgeist Movement“ und „Infokrieg“ drumherum, wo es nur so von Verschwörungstheoretikern wimmelt und wo nicht wirklich AUFKLÄRUNG betrieben wird. Wie schaut denn im Film das POLITISCHE Modell aus? Und wie soll der Weg dort hin ausschauen?

  4. 4 Gregor meinte am 3. Februar 2011, 14:44 Uhr

    Ein recht guter Artikel – Lob.
     
    Meine Kritik im folgenden:
    „(…) die gefährlich unkritische Sicht von Wissenschaft als eines puren Abbilds einer angeblich objektiven Realität.“
    Wissenschaft ist in sich selbst kritisch. Die objektive Realität als ihr Gegenstand ist die Natur des Universums.
    „Denn eine Alternative entsteht nicht am Schreibtisch eines Ingenieurs, sondern in den Herzen der Menschen“
    Das Herz macht vor allem eins: Blut pumpen. Der Ingenieur macht etwas anderes – eine Lösung für ein Problem finden. Da hat er dem Herz einiges an Kompetenz voraus.
    Mit fällt auf, dass der Rest des Artikels ist auch geprägt ist von einem Unverständnis der angewendeten Wissenschaft und poetisch-philosophischen Formulierungen. „Realität ist eine Konstruktion (…)“
    Wissenschaft ist das beste Werkzeug um zu Erkenntnissen zu gelangen, die unserer Realität am nächsten sind.
    Jegliche Kritik ändert nichts an dieser Tatsache.
    Grüße aus der Zeitgeist Bewegung.

  5. 5 Jürgen meinte am 5. Februar 2011, 22:02 Uhr

    „Wissenschaft ist in sich selbst kritisch.“ (Greogr) Ein herrlicher Satz, der mir klar macht, daß Andreas´ Kritik voll ins Schwarze getroffen hat.

  6. 6 Tweets that mention Der Zeitgeist-Kommunismus: Wissenschaft oder Science Fiction? - Streifzüge - Magazinierte Transformationslust -- Topsy.com meinte am 7. Februar 2011, 00:30 Uhr

    […] This post was mentioned on Twitter by mBloging Tester and Alexander Berkman, schmecks. schmecks said: #Streifzuege: Der #Zeitgeist-Kommunismus: Wissenschaft oder Science Fiction? http://ur1.ca/34y6q […]

  7. 7 Andreas Exner meinte am 7. Februar 2011, 14:59 Uhr

    @Martin: Hieran entscheidet sich alles, letzten Endes… Mal sehen, wie vif die Zeitgeist-Leute sind…

  8. 8 modesty meinte am 8. Februar 2011, 22:32 Uhr

    Interessant, dass sich die patriachale Autorität der Wissenschaft auch noch ins Forum hinein erstreckt – sinds echt nur Männer, die dazu etwas zu sagen haben? Offenbar. Dass Wissenschaft in sich selbst kritisch sei, klingt ungefähr so wie „ein Mann ist ein Mann (die Krone der Schöpfung, aber das versteht sich ja von selbst)“ aber das haben auch andere Männer schon bemerkt. Wenns so wäre, würde beispielsweise die sogenannte Wirtschaftswissenschaft sofort schamhaft erröten und aussterben. Und es würden auch keine Gene mehr „entdeckt“, die für Charakter- und sonstige Schwächen verantwortlich sein sollen. In ein paar Jahrzehnten wird man darüber vermutlich genauso lächeln wie man jetzt über die wissenschaftlichen Erklärungen lächelt, welche erwünschten oder unerwünschten Eigenschaften mit welcher Formung des Schädels von Menschen übereinstimmen. War aber vor ein paar Jahrzehnten der letzte Schrei, rein wissenschaftlich.

    Nein, es gibt nicht für jedes Problem eine technische („wissenschaftliche“) Lösung. Aber es gibt (hoffentlich) noch einen Rest „gesunden Menschenverstand“. Hoffentlich sehen wir viele Lösungen, wie der Kapitalismus überwunden wird, wenn er (hoffentlich bald) am Ende ist. Hoffentlich werden wir mit denen fertig, die behaupten, irgendwelche Wahrheiten gepachtet zu haben. Kommunismus ist kein Patentrezept, wie man irgendwas machen soll, sondern die Kritik an dem, was einem nicht an dem gefällt, was man vorfindet. Da gibt es keine wissenschaftlichen Lösungen, sondern nur und immer wieder das Lösen der alltäglichen Probleme. Aber genau das. Und das wäre schon ziemlich viel.

  9. 9 Bernd meinte am 8. Februar 2011, 23:05 Uhr

    Bzgl. Verschwörungstheorien:
    Sicher, der Film scheint in einigen Punkten vielleicht hier und da überzogen. Andererseits stellt sich die Frage: sind wir, die wir hier Diskutieren, wirklich so schlau, dass wir das Spiel der Mächtigen tatsächlich bis ins Detail durchschauen? Haben einige Staaten in der Geschichte wie auch in letzter Zeit nicht zugegeben, dass sie zur Wahrung ihrer wirtschaftlichen Interessen über Leichen gehen? Was also ist so unglaubwürdig daran? Im Detail, bzw. wenn man das vorhandene Material weiter durchgeht, wird durchaus erwähnt, das es sich nicht um keine konspirative Gruppe handelt. Allerdings ist der Kreis, der an der Spitze der Geld- bzw. Handelspyramide sitzt doch recht klein, welcher durch Abschaffung der selben seine ‚Interessen‘ gefährdet sieht. (Man folge der Spur des Geldes)

    Bzgl. Technik:

    Was sagt dieser Film anderes, als dass nicht die Technik das Problem ist und diese durchaus in unserem Sinne, im Sinne der Menschen und zu deren Erleichterung dienen kann. Nicht die Technik bringt die Menschen um, Menschen bringen Menschen um. Sicher vernichtet Technik Erwerbsarbeit. Das ist aber nicht deshalb schlimm, weil die Menschen dann kein Einkommen mehr haben, sondern weil jede Leistung von einer Gegenleistung abhängig ist, welche in der Regel in Geld erbracht werden muss. Um Geld zu haben muss man welches bekommen. Dies geschieht in der Regel durch Erwerbsarbeit.
    Es ist also nicht die Schuld der Technik, dass sich Menschen ihre Gesundheit ruinieren und sich ausbeuten lassen, sondern die Abhängigkeit vom Handel.

    Technik ist dem auch nicht der Feind, sondern kann durchaus, wer will, auch hilfreich und nützlich sein. In der Medizin wären heute ohne Technik viele Operationen gar nicht möglich.

    Technik ist ein Werkzeug, genauso wie ein Schraubenschlüssel, ein Hammer oder ein Messer. Alle kann man dazu verwenden, Menschen zu verletzen oder zu töten. Aber man kann sie auch dazu verwenden um Dinge zu bauen, zu gestalten, zu reparieren.

    Die Technik in Zeitgeist zeigt lediglich, wie eine Stadt aussehen könnte, welche Vorteile sie für die Menschen haben könnte, und was heute davon, im Sinne und im Streben nach Profit, davon umgesetzt wird und was nicht, weil es Geld kostet, weil es zu teuer ist, weil es keinen Gewinn bringt, schon gar nicht einigen wenigen etablierten Großunternehmen.

    Was mich stört ist ein gewisser Zentralismus, wobei im weiteren Material von Zeitgeist-Movement / Venus-Projekt explizit darauf hingewiesen wird, dass genau dieser vermieden werden soll und die Initiatoren auch nicht den Anspruch auf irgend eine Art von Führung erheben, im Gegenteil.

    Die Kritikpunkte des Artikels selbst sind durchaus berechtigt. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass der Film eindeutig auf ein amerikanisches Publikum abzielt. Der amerikanischen Bevölkerung wurde Jahrzehnte lang und wird heute noch eingeredet (man sehe am. Filme, Serien, Comedy, Nachrichten, …), dass der Kommunist der Feind ist. Gemeint ist aber das totalitäre Regime gegen Ende der SU. An dessen Stelle ist zwar heute der ‚Terrorismus‘ als neues Feindbild getreten, dennoch wurde das Feindbild ‚Kommunist‘ nicht abgebaut, man könnte es ja noch brauchen. Somit ist jede Erwähnung von Kommunismus, Sozialismus, Marx und ähnliche Begriffe bereits unamerikanisch. Die tiefere Beschäftigung damit erstmal verdächtig. Dass diese Begriffe und auch der Sexismus nicht erwähnt werden ist also nachvollziehbar – die Initiatoren hätten schlicht nicht dieses Echo.

    Das Gleiche gilt für Menschen in anderen Nationen. Sie lehnen Kommunismus, Sozialismus und überhaupt alle linken Strömungen  ab, weil sie dem Klischeebild glauben, welches das kapitalistische System ihnen davon gibt. Aber eine ressourcen-basierten Ökonomie finden sie interessant. Dass das die Vorstellungen von vielen Strömungen der linken Szene bereits seit ca. einem Jahrhundert sind, wird ihnen wahrscheinlich erst später klar. Das wiederum beweist meine immer wieder gemachte Behauptung, das immer noch zu viele (bewusst geschürte) Vorurteile über Sozialismus und Kommunismus in den Köpfen der Menschen schwirren und die Linken daher Schwierigkeiten haben die Arbeiterschaft zu gewinnen.

  10. 10 Gregor meinte am 15. Februar 2011, 22:11 Uhr

    Das Wissenschaft in sich selbst kritisch ist, ergibt sich vor allem aus der Tatsache, dass alle wissenschaftlichen Aussagen falsifizierbar formuliert sind.
    Ich weiß nicht wie man sich darüber echauffieren kann. Mein Tipp: Recherchieren und Verstehen was Wissenschaft ist.
    @Jürgen
    Möchtest du auf diese Aussage hin vielleicht etwas elaborieren? Bist du an der Diskussion interessiert?
    @modesty
    „sinds echt nur Männer, die dazu etwas zu sagen haben?“
    Soll das implizieren, dass nur Männer Wissenschaft betreiben?
    „Dass Wissenschaft in sich selbst kritisch sei, klingt ungefähr so wie “ein Mann ist ein Mann (die Krone der Schöpfung, aber das versteht sich ja von selbst)” aber das haben auch andere Männer schon bemerkt.“
    Zirkelschlüsse sind mir fremd. Es hilft textuelle Inhalte nicht anhand des Klangs zu bewerten.
    „Wenns so wäre, würde beispielsweise die sogenannte Wirtschaftswissenschaft sofort schamhaft erröten und aussterben. Und es würden auch keine Gene mehr “entdeckt”, die für Charakter- und sonstige Schwächen verantwortlich sein sollen.“
    Nach meinen Informationen sucht niemand mehr solche Gene.
    Die Kritik an den Wirtschaftswissenschaften kann ich nachvollziehen. Diese Form der Pseudowissenschaftlichen Betätigung hat sehr wenig Relevanz bezüglich unseres Verständnisses der objektiven Realität der Natur.
    „In ein paar Jahrzehnten wird man darüber vermutlich genauso lächeln wie man jetzt über die wissenschaftlichen Erklärungen lächelt, welche erwünschten oder unerwünschten Eigenschaften mit welcher Formung des Schädels von Menschen übereinstimmen. War aber vor ein paar Jahrzehnten der letzte Schrei, rein wissenschaftlich.“
    Für was argumentierst du hier? Abschaffen der Wissenschaft weil sie sich ständig selbst korrigiert?
    Das ist genau der entscheidende Vorteil, den sie gegenüber allen anderen nicht-funktionalen Erkenntnissystemen hat.
    „Nein, es gibt nicht für jedes Problem eine technische (“wissenschaftliche”) Lösung.“
    Kannst du ein Beispiel dafür liefern? Mir ist bislang kein solches Problem begegnet.
    „Aber es gibt (hoffentlich) noch einen Rest “gesunden Menschenverstand”.“
    Wer definiert was gesunder Menschenverstand ist? Ich würde Ethik und Moral aus den Erkenntnissen der Neurowissenschaft ableiten lassen. Dadurch könnte eine sehr allgemeingültiges und objektives Verständnis davon hervorgehen. (Sam Harris „The Moral Landscape“)
    „Hoffentlich werden wir mit denen fertig, die behaupten, irgendwelche Wahrheiten gepachtet zu haben.“
    Wenn sich das auf die Zeitgeist Bewegung bezog kann ich dich beruhigen und sagen, dass wir keine Wahrheit suchen, da es wissenschaftlich keine gibt. Wir gehen gegenwärtig davon aus, dass ein hunderprozentiges Verstehen natürlicher Phänomene nie vorliegen wird.
     

  11. 11 tilman meinte am 28. März 2011, 15:37 Uhr

    Hallo ihr alle, schönes Diskussionsforum, ich freu mich worüber und wie hier diskutiert wird.

    Erstmal zu dem Fehlen der Mädels: Vielleicht ist vielen M. das hier einfach zu abstrakt. Die meisten engagierten Mädels die ich kenne haben keine Lust auf lange Textbeiträge im Netz, weil sie lieber Dinge anpacken. Wenn sie diskutieren, dann meist persönlich (schneller, effizienter, mehr Gefühle kommen rüber als nur Kognitionen) und bevorzugt auf einer Ebene, die recht unmittelbar zu Handlungen führt.

    @Gregor und alle anderen hier:
    Worauf die obige Wissenschaftskritik raus will: Wissenschaft ist nicht objektiv, weil sie 1) von Subjekten betrieben wird/das beschriebene Phänomen sich abhängig von der subjektiven Betrachtungsweise ändert (Konstruktivismus) und 2) in politische Systeme eingebunden ist. Die idealtypische Definition von Wissenschaft ist in der Praxis kaum zu finden (wobei ich sicher bin, dass gerade Jacques Fresco ein sehr redlicher Wissenschaftler ist). Auch Wissenschaftler unterliegen Wahrnehmungs-, Erinnerungs- und Kommunikationsfehlern, sozialer Erwünschtheit, persönlichen Eitelkeiten. Und Wissenschaft ist fast nie frei von politischen (und damit bisher meist Macht-) Interessen. Wobei ich gleich zugebe, dass Wissenschaft auch einen großen Teil dessen was wir an Beschreibung dieser Wahrnehmungsfehler und dieser Strukturen haben, beigetragen hat. Insofern teile ich Gregors Aussage, dass Wissenschaft in sich kritisch ist. Man muss hier nur sorgfältig zw. Wiss. als Idealkonstrukt und Wiss. in der Praxis unterscheiden.
    Uneins bin ich mit Gregors Beschriebung des Herzens. Das Herz ist mehr als eine Blutpumpe, der Mensch ist mehr als eine komplexe Maschine. Ich kann meine Ansicht hierzu an dieser Stelle nicht ausführlich aufschreiben, und kurze Hinweise werden einigen fürchte ich unwissenschaftlich vorkommen, aber ich wage es einfach trotzdem: Schamanismus, Zen-Buddhismus, Antroposophie und andere Strömungen haben durch Techniken, die man „spiritual science“ nennen kann (Erreichen mystischer, Ich-loser Bewusstseinszustände durch Meditation, und Intersubjektivierung durch Austausch der Erfahrung mit anderen) herausgefunden, dass es diverse immaterielle Körper gibt, die unseren physischen Körper durchdringen, mit ihm interagieren und eine immense Rolle für unsere Funktion, unser Erleben und den Austausch mit anderen spielen. Das Herz spielt eine Schlüsselrolle als Kontakt zw. physischem und Gefühlskörper (gern „Seele“ genannt). Die Existenz gewisser überdauernder immaterieller Körper (Seele) muss inzwischen als erwiesen gelten. Man lese Bücher über Nahtoderfahrungen und Reinkarnationstherapie (zB Alistair Moody und Brian Weiss). Auch wenn man nicht die unmittelbare Erfahrung eines hochentwickelten Yogi oder Schamanen hat, kann man aus Gründen von Plausibilität und Wahrscheinlichkeit zu ähnlichen Ergebnissen kommen.
    Das Herz ist das physische Organ, das mit am meisten mit Gefühlen, Empathie und Intuition zu tun hat. Wer glaubt, man könnte Wissenschaft einwandfrei von Subjektivität und Gefühl trennen, und wer glaubt, das Herz sei nichts als eine Blutpumpe, verfehlt ein wichtiges Stück der Realität. Es wird ihm nicht gelingen, Leute mit starkem Gefühlsleben, lebhafter Phantasie, hoher Intuition und Empathiefähigkeit anzusprechen. Dies trifft besonders Frauen und Kinder. Ich finde Zeitgeist III super, aber hier liegt seine riesige Schwäche, die unbedingt mit einem weiteren Film geflickt gehört.

    Ich möchte allen an spiritual science (dem missing link zwischen Wissenschaft und Intuition) Interessierten hier drei Lesetipps hinterlassen:

    – Leben nach dem Tod (Raymond Moody): hier geht es um Nahtoderfahrungen. Wichtig sind nicht die berichteten religiösen Erfahrungen, die vllt Imagination sind, sondern die Beschreibung der Tatsache, dass hunderte Menschen jedes Alters, Geschlechts, Nationalität bei Nahtoderfahrungen außerhalb ihres Körpers waren und klare, dreidimensionale Wahrnehmungen hatten, die nichts (mehr) mit ihren Augen zu tun hatten.

    – Die zahlreichen Leben der Seele (Brian Weiss): Er berichtet, wie er nach 30 Jahren stockseriöser schulpsychiatrischer Tätigkeit eine Patientin hatte, die in hypnotischen Rückführungen über ihre Geburt hinaus in Dutzende vergangene Leben kam und in Trance lebhafte Erinnerungen sowie akkurate Details aus zT Jahrtausende zurückliegender Zeit berichtete. Er hatte im Lauf der Jahre dann hunderte solcher PatientInnen und führt sechs weitere Forscher an, die Ähnliches berichten (insgesamt scheint die Zahl der Fälle in die tausenden zu gehen). Warnung: er schreibt stellenweise ein wenig kitschig, aber dennoch kann man ihm als kritischer Empiriker folgen, was die Schlüssigkeit seiner Berichte betrifft. Verrückterweise wird er kaum kritisiert, sondern meist ignoriert, vllt z.T. weil diese Berichte den Jenseitsvorstellungen der drei großen, monotheistischen Religionen widersprechen und allein dadurch Milliarden voreingenommener Gegner haben.

    – Das Gehirn und die Anatomie der Befreiung (Symposienheft, Stiftung Rosenkreuz): Symposienheft zu einem medizinischen Kongress mit Beiträgen mehrerer DoktorInnen und ProfessorInnen der Medizin, die über das Zusammenwirken des physischen und der nichtphysischen Körper berichten.

    An die Administratoren: wenn jemand meine Emailadresse will, um über dieses Zeug zu diskutieren, gebt sie ihm bitte!

    LG, *tilman

  12. 12 tilman meinte am 28. März 2011, 22:42 Uhr

    Edit: der Mann heißt Raymond Moody, nicht Alistor. Lacht mich aus, mir hat ein hochwissenschaftliches Werk namens Harry Potter dazwischengefunkt. ^_^

  13. 13 brennabor meinte am 17. Januar 2017, 21:19 Uhr

    Bin das erste mal hier und freue mich über die konstruktive und kritische Diskussion. Ich habe Joseph’s Filme gesehen. Diese haben bei mir ein zwiespältiges Gefühl hinterlassen – insbesondere seine doch sehr vereinfachenden Ansätze zur Geldwerttheorie oder seine Religionskritik. Unbeschadet dessen geht m. E. die Zeitgeist Movement in die richtige Richtung. Die Kapitalismuskritiker und der Ausweg einer ressourcenbasierten statt geldwertorientierten Wirtschaft ist übrigens nicht neu. Der Österreicher Schumpeter als renommierter und international anerkannter Ökonom hat bereits in den 40iger Jahren einen derartigen Ansatz verfolgt und in seinem Buch „Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie“ dargelegt. Occupy, Zeitgeist und andere Bewegungen/Denkschulen sind doch der Beweis, dass weltweit Menschen Ideen und Modelle zu einer friedlichen, evolutionären Überwendung der bestehenden, kapitalistischen Geldwirtschaft entwickeln.

    Und noch ein Wort zur Wissenschaftskritik: Die Überwindung falscher oder fehlerhafter Denkmodelle ist nur innerhalb einer kritischen Wissenschaft und mit wissenschaftlichen Methoden, wie Analyse und Synthese möglich.

  14. 14 Annette meinte am 6. April 2017, 15:13 Uhr

    Ich hab mich mal mit dem Anspruch der Wissenchaftlichkeit bei der Zeitgeistbewegung auseinander gesetzt: https://philosophenstuebchen.wordpress.com/2017/03/12/wissenschaftlich-abgeleitete-gesellschaftsgestaltung/

    Dabei beziehe ich mich weniger auf den Film, weil der ja lediglich als „Inspiration“ gilt und nicht als Festschreibung (vor allem nach der Trennung von TZM und Jesco), so dass Kritik zumindest in Gesprächen oft ins Leere läuft, sondern auf die von TZM selbst veröffentlichten „Definitionen“.

  15. 15 Sandra Steiner meinte am 7. Juni 2017, 10:18 Uhr

    Hallo Andreas,
    Dein Text ist ja jetzt schon ein paar Jahre alt, hast du dich weiter mit dem Thema „Zeitgeist-Movement“ beschäftigt? Würdest du ihn heute nochmal genau so schreiben? Siehst du Initiativen, die vielversprechender sind bzw. kennst du Menschen, die bessere Ansätze liefern können? Was hälst du z.B. von den „Commons“ (z.B. Friederike Habermann)? Oder ist doch noch genauere Analyse nötig, um überhaupt zu Lösungen und Alternativen zu gelangen?

    Generell finde ich es immer ein wenig schade, dass wir dazu neigen, die Meinungen der anderen als „absolut“ zu betrachten und dann genauso „absolut“ (pauschal glorifizierend oder pauschal ablehnend) darauf zu reagieren. Ich betrachte die Zeitgeist-Filme als Inspiration und Ideengeber, nicht als „Stein der Weisen“ oder „Die Wahrheit“. Auch die Lösungsansätze von Jacque Fresco sind für mich ein Vorschlag – und jeder hat die Aufgabe, die Tragfähigkeit der Analysen sowie der Lösungsvorschläge, am besten zusammen mit anderen (Meinungsvielfalt), zu prüfen.

    Die Debatte um das Wissenschaftlichkeitsbild der Zeitgeist-Bewegung haben wir im kleinen Rahmen auch schon geführt, woraufhin ich mich hingesetzt habe und „Moving Forward“ sehr bewusst darauf hin angeschaut habe. Ergebnis: So viel wird zum zugrundeliegenden Wissenschaftsbegriff gar nicht gesagt. Das Movement selbst spricht in der Regel auch nicht von „Wissenschaft“, sondern von einer „wissenschaftlichen Methode“. Das, was ich mir aus dem Film entnommen habe, ist der Kerngedanke, dass der wichtigste Vorzug einer Wissenschaft gegenüber einer Nicht-Wissenschaft ist, dass sie sich selbst und ihre Voraussetzungen kritisch betrachten können muss und das auch tut. „Wandel“ und „Prozesshaftigkeit“, eben auch des Erkenntnis“prozesses“, scheinen mir hier im Mittelpunkt zu stehen. Ich konnte nicht feststellen, dass im Film selbst für eine ewig wahre Wissenschaft, ja gar für objektiv-anmutende Dogmen, geworben wird. Allerdings habe ich mich inzwischen auch relativ gut über den Film hinaus eingelesen. Mir kommt es jedenfalls eher so vor, dass man Wissenschaft streng von Ideologie unterscheiden möchte und dass das entscheidende Unterscheidungskriterium darin besteht, ob es ein Vermögen gibt, sich selbst und die eigenen Voraussetzungen ständig und multiperspektivisch zu prüfen oder nicht. Wenn ja, dann nennt das Peter Joseph wohl „Wissenschaft“ (schafft Wissen), wenn nein, dann wären das wohl Ideologie oder Dogmen. Ich glaube, deswegen wird ja auch Politik als Organisationsform menschlichen Zusammenlebens abgelehnt, weil dort eben nicht ständig alles hinterfragt und überprüft wird, sondern weil dort viel postuliert und festgesetzt wird – unabhängig vom Stand der außerpolitischen Debatte. Nochmal zur „Objektivität der Wissenschaft“: mir scheint sich die Zeitgeist-Bewegung tendenziell eher dafür stark zu machen, dass man Begreifen soll das Wissenschaft ein Prozess ist, dass „Objektivität“ ein Ideal ist, an dessen Annäherung wir uns versuchen und auch versuchen sollten, aber auch begreifen sollte, dass es ein „Stehen bleiben“, eine Sicherheit nicht gibt. Ich würde gar soweit gehen, dass hier das „Ewige“, „DAS Wahre“ eher ad absurdum geführt wird. Gerne würde ich diese Thesen auch mal mit jemandem anhand von Film oder Buch überprüfen.

    Liebe Grüße,
    Sandra

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